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Maikäfer im Anflug: Droht im Raum Rosenheim ein Massenjahr?

Maikäfer im grünen Gras mit gefächerten Fühlern, hält sich an einem Grashalm fest. Foto: re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

2. Mai 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim / Bayern / Deutschland – Mit dem Mai kommen nicht nur wärmere Tage und volle Biergärten – sondern auch sie: Maikäfer. Während in Teilen Hessens in diesem Jahr wieder mit einem stärkeren Auftreten gerechnet wird, stellt sich auch hier die Frage: Wie sieht es eigentlich im Raum Rosenheim aus – droht auch bei uns ein „Käferjahr“ mit vielen der brummenden Frühlingsboten?

Der Hintergrund ist immer derselbe: Maikäfer entwickeln sich mehrere Jahre lang als Engerlinge im Boden, bevor sie nahezu zeitgleich schlüpfen. In sogenannten Zyklusjahren kann das regional zu deutlich mehr Käfern führen. Entscheidend sind dabei unter anderem Bodenbeschaffenheit, Witterung und die jeweilige lokale Entwicklung der Bestände.

10 interessante Fakten über Maikäfer
  1. Sie leben die meiste Zeit versteckt
    Rund 3–4 Jahre verbringen Maikäfer als

  2. Engerlinge im Erdreich – völlig unsichtbar.
    Ihr „großer Auftritt“ dauert nur kurz
    Als erwachsene Käfer leben sie oft nur wenige Wochen.
  3. Der Mai ist kein Zufall
    Die Hauptflugzeit liegt tatsächlich im späten Frühjahr – daher der Name.
  4. Sie können ganze Wälder beeinflussen
    Früher kam es bei starken Populationen zu Kahlfraß an Bäumen.
  5. Engerlinge sind echte Wurzel-Spezialisten
    Sie ernähren sich unterirdisch von Pflanzenwurzeln.
  6. Früher wurden sie sogar eingesammelt
    In Zeiten ohne moderne Schädlingsbekämpfung wurden Maikäfer massenhaft gesammelt – oft organisiert durch Gemeinden oder Schulen. Teilweise gab es kleine Prämien für gesammelte Tiere, danach wurden sie meist vernichtet.
  7. Sie wurden auch als Nahrung genutzt
    In Notzeiten galten Maikäfer tatsächlich als eiweißreiche Ergänzung und wurden etwa geröstet oder zu einfachen Gerichten verarbeitet.
  8. Sie orientieren sich auch am Licht
    Maikäfer fliegen oft in Richtung heller Lichtquellen.
  9. Natürliche Feinde sind entscheidend
    Vögel und Wildschweine halten die Bestände im Gleichgewicht.
  10. Keine Neuankömmlinge
    Maikäfer sind in Bayern seit der Eiszeit heimisch. Schon im Mittelalter wurden große Schwankungen und „Käferjahre“ beschrieben.

Für den Landkreis Rosenheim gibt es nach Einschätzung regionaler Fachstellen und aufgrund der in den vergangenen Jahren eher unauffälligen Sichtungen derzeit keine Hinweise auf ein außergewöhnliches Massenauftreten. Die Tiere kommen zwar vor, bleiben aber – anders als in früheren Zeiten oder einzelnen Schwerpunktregionen – meist in normalen, unauffälligen Beständen. Auch das Bayerische Landesamt für Umwelt weist in seinen allgemeinen Darstellungen darauf hin, dass Maikäferpopulationen regional sehr unterschiedlich ausgeprägt sind und keine bayernweit einheitlichen Massenentwicklungen auftreten.

Heißt übersetzt: Ein klassisches „Maikäferjahr“ ist im Raum Rosenheim nach aktuellem Stand nicht zu erwarten – auch wenn einzelne Tiere natürlich durchaus durch die Abendluft brummen können.

Und trotzdem bleiben sie faszinierend. Kaum ein anderer heimischer Käfer hat so viele Geschichten, Mythen und sogar literarische Spuren hinterlassen – man denke nur an Wilhelm Busch und seine berühmten Illustrationen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

1 Kommentar

  1. Mit Löchern im Schuhkarton sind wir in den 60er Jahren auf die „Jagd“ 😉 gegangen ! Die Unterschiede Müller/ Schornsteinfeger/ Kaiser hat auch schon Reinhard Mey besungen.
    Jetzt höre ich vom massenhaften Auftreten der Käfer nur noch aus Erl.
    Nun ja, die Rosenheimer Maikäfer aus Schokolade sind ja wenigstens nicht allzu schädlich 😉 😉 !

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