Traunstein – Im Kulturforum Klosterkirche hat der Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein den Max-Fürst-Preis verliehen. Preisträger ist in diesem Jahr Dr. Alfred Kotter. Den Jugendpreis erhielt Anna Kranzbühler Garcia von der Schule Schloss Stein, ein Anerkennungspreis ging an die Klasse 8c des Annette-Kolb-Gymnasiums Traunstein.
Der Max-Fürst-Preis wird seit 2002 vom Historischen Verein für den Chiemgau zu Traunstein vergeben und würdigt Verdienste in der Erforschung und Vermittlung der regionalen Geschichte. Er ist nach dem Traunsteiner Maler und Heimatforscher Max Fürst benannt und wurde in diesem Jahr zum 25. Mal verliehen.
Vereinsvorsitzender Gernot Pülz betonte in seiner Begrüßung die besondere Bedeutung des Jubiläums und freute sich, dass mit Dr. Alfred Kotter der „Vater des Preises“ ausgezeichnet werde. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer verwies in seinem Grußwort auf die Bedeutung historischer Auseinandersetzung für das Verständnis der Gegenwart und sprach von einem verdienten Preisträger.
„Vater des Preises“ geehrt
Die Idee zum Max-Fürst-Preis stammt von Dr. Alfred Kotter selbst. Der Historiker und Museums- und Ausstellungsexperte Prof. Dr. Manfred Treml würdigte ihn als jemanden, der „stets den Blick auf das Übergeordnete behält“ und „durch und durch Lehrer sei“. Kotter habe sich in seiner Laufbahn intensiv der lokalen Geschichte gewidmet und damit einen wichtigen Beitrag zur Demokratiebildung geleistet.
Treml hob zudem den Jugendpreis hervor, den er als eine seiner wichtigsten Initiativen Kotters bezeichnete, um junge Menschen für Geschichtsforschung zu begeistern.
Kotter selbst betonte in seinen Dankesworten die Bedeutung der Auszeichnung und die Kontinuität des Preises. Zugleich äußerte er sich kritisch zur Erinnerungskultur und sagte: „Erinnerungsarbeit darf keine blinden Flecken haben und muss gegebenenfalls schmerzen.“
Jugendpreis und Anerkennung
Am Jugendpreis beteiligten sich mehrere Arbeiten aus der Region. Die Jury überzeugte schließlich die Arbeit von Anna Kranzbühler Garcia mit dem Titel „Spanische Häftlinge im KZ-Außenlager Trostberg: Das Beispiel von Emeterio López López“. Die Schülerin führte unter anderem Gespräche mit Nachkommen und wertete zahlreiche Quellen aus.
Mit einem Anerkennungspreis wurde die Klasse 8c des Annette-Kolb-Gymnasiums Traunstein ausgezeichnet. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten das Spiel „MONOLUGGI“, das auf dem Klassiker Monopoly basiert und historische Inhalte zur Traunsteiner Ludwigstraße vermittelt.
Zum Abschluss der Veranstaltung zitierte Dr. Alfred Kotter seine kürzlich verstorbene Mutter mit den Worten: „Demokratie ist ein heiliges Wort“.
(Quelle: Artikel Hubert Hobmaier / Beitragsbild: Hubert Hobmaier)


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