Rosenheim – Königstraße, Ludwigsplatz, Kaiserstraße und Frühlingstraße: In diesen Straßen könnte sich die Verkehrsführung in Rosenheim künftig ändern. Oberbürgermeister Abuzar Erdogan hat auf Instagram neue Überlegungen zu einem Einbahnstraßenkonzept vorgestellt. Die Stadt verspricht sich davon unter anderem mehr Platz für Radwege, Fußgänger und Außengastronomie. Doch nicht jeder hält das für eine gute Lösung. In den Kommentaren zu dem Beitrag geht es auch um die Frage, wie gut die Innenstadt künftig mit dem Auto erreichbar bleibt.
Blick zum Kreisel beim Rosenheimer Ludwigsplatz. Was wird aus ihm, sollte die neue Einbahnstraßenregelung kommen. Fotos: Josefa Staudhammer
Vier Straßen im Blick
Die Stadt Rosenheim beschäftigt sich schon seit einigen Jahren mit einem Einbahnstraßenkonzept. In seinem Instagram-Video greift Erdogan diese früheren Planungen auf und nennt die Königstraße, den Ludwigsplatz, die Kaiserstraße und die Frühlingstraße als Bereiche, die sich aus seiner Sicht besonders für eine Einbahnregelung eignen.
Die Überlegung dahinter: Wenn Autos nur noch in eine Richtung fahren, könnte sich der vorhandene Straßenraum anders aufteilen lassen. So wäre möglicherweise Platz für breitere Radwege, mehr Raum für Fußgänger oder zusätzliche Flächen für die Außengastronomie. Wie das in den einzelnen Straßen konkret aussehen könnte, ist bislang offen. Erdogan verbindet damit mehrere Ziele. „Für den Innenstadtbereich bedeutet dies mehr Aufenthaltsqualität, mehr Raum für Gastro, mehr Raum zu Verweilen und gleichzeitig ein besserer Verkehrsfluss im Innenstadtbereich“, sagt er in seinem Instagram-Video.
Auch für den Nord-Süd-Verkehr erwartet der Oberbürgermeister keine wesentlichen Nachteile. Als Alternativen nennt er die Route über die Hubertusstraße und die B15 sowie die Umgehungsstraße und die Schönfeldstraße.
Im Winter sollen die Pläne dem Stadtrat vorgelegt werden. Als möglichen Starttermin nennt Erdogan den Beginn der nächsten Saison des Grünen Marktes. Ob dann bereits alle vier Straßen betroffen wären und wie die neue Verkehrsführung im Einzelnen aussehen soll, ist noch nicht bekannt.
Zustimmung – und die Sorge um den Autoverkehr
Unter Erdogans Instagram-Beitrag finden sich positive Reaktionen. „Eine sehr gute und mutige Idee. Weiter so“, schreibt ein Kommentator. Ein anderer hält die Neuordnung für sinnvoll, weil sich Autos, Fahrräder und Fußgänger auf den bislang engen, zweispurigen Straßen dann sicherer nebeneinander bewegen könnten. Auch die Möglichkeit, den Durchgangsverkehr auf alternative Routen zu lenken und Autofahrer gezielter zu den Parkhäusern zu führen, begrüßt er. Das Konzept ließe sich seiner Ansicht nach sogar auf weitere Bereiche ausweiten.
Doch gerade bei der Erreichbarkeit der Innenstadt gehen die Meinungen auseinander. Ein anderer Nutzer befürchtet, dass Geschäfte und Gastronomie Kunden verlieren könnten, wenn diese nicht mehr so einfach mit dem Auto in die Innenstadt kommen. Wer nur schnell etwas einkaufen oder am Grünen Markt einkehren wolle, könnte sich künftig möglicherweise für ein anderes Ziel entscheiden. Gerade in einer ländlich geprägten Region seien viele Menschen auf das Auto angewiesen, argumentiert er.
Ein weiterer Kommentator sieht dagegen keinen grundsätzlichen Änderungsbedarf. Er sei in den betroffenen Bereichen regelmäßig zu Fuß, mit dem Fahrrad – auch mit Kindern – und mit dem Auto unterwegs. Gerade in den Tempo-20-Zonen funktioniere das Miteinander aus seiner Sicht gut. Statt neue Einbahnstraßen einzuführen, schlägt er vor, solche verkehrsberuhigten Bereiche auszuweiten.
Wie die Pläne im Einzelnen aussehen und welche Folgen sie für den Verkehr, die Zufahrt zu Parkhäusern und die Erreichbarkeit der Innenstadt hätten, wird sich erst zeigen, wenn die Stadt ihre konkreten Vorschläge vorlegt.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Foto: Josefa Staudhammer)



0 Kommentare