Pasing / München – Mehrere körperliche Auseinandersetzungen haben am Donnerstag (1. Oktober) die Bundespolizei am Bahnhof München-Pasing beschäftigt. In einem weiteren Fall überquerte ein 37-Jähriger bei Hirschgarten mehrere Gleise und entging nur knapp einer Kollision mit einem Regionalzug. Die Bundespolizei ermittelt in allen Fällen und sucht im Zusammenhang mit einem Angriff auf eine 23-Jährige weitere Zeugen.
Zwei Männer greifen Bundespolizisten an
Gegen 16.30 Uhr gerieten ein 46-jähriger Belgier und ein 63-jähriger russischer Staatsangehöriger in der Personenunterführung des Bahnhofs Pasing aus bislang unbekannten Gründen in einen Streit. Bundespolizisten trennten die beiden Männer.
Nach Angaben der Bundespolizei reagierte der 46-Jährige anschließend aggressiv. Er soll einen Beamten weggeschubst und versucht haben, ihn mit seiner Gehhilfe zu schlagen. Die Einsatzkräfte konnten den Angriff unterbinden und den Mann fesseln. Dabei zog sich ein Bundespolizist eine leichte Verletzung zu, blieb aber dienstfähig. Während der Maßnahme soll der 46-Jährige außerdem einen Beamten beleidigt haben. Auch der 63-Jährige wurde gefesselt. Dabei soll er sich widersetzt und einen weiteren Bundespolizisten geschlagen haben.
Noch vor der Mitnahme zur Dienststelle kollabierte der 63-Jährige am Bahnhof und begann zu krampfen. Die Beamten leisteten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Erste Hilfe. Der Mann aus dem Landkreis Passau wurde zur weiteren medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht, das er nach Abschluss der Behandlung wieder verlassen konnte.
Der 46-Jährige mit Wohnsitz in München wurde zur Bundespolizeiwache in der Denisstraße gebracht. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab bei ihm 0,28 Promille. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Bundespolizei ermittelt unter anderem wegen des Verdachts des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Widerstands und Beleidigung.
Mann überquert Gleise – Zug muss schnell bremsen
Gegen 17.30 Uhr kam es am S-Bahnhaltepunkt Hirschgarten zu einer weiteren gefährlichen Situation. Nach bisherigen Ermittlungen überquerte ein 37-jähriger Italiener, der in Deutschland wohnt, mehrere Gleise. Nach Angaben der Bundespolizei war der Mann dabei stark alkoholisiert.
Zu diesem Zeitpunkt näherte sich ein Regionalzug der Linie RB 74 von München nach Buchloe mit rund 100 km/h. Der Triebfahrzeugführer erkannte den Mann im Gleisbereich, gab einen Achtungspfiff ab und leitete eine Schnellbremsung ein. Dadurch konnte eine Kollision verhindert werden.
Der 37-Jährige kletterte anschließend auf den Bahnsteig und wurde dort von Mitarbeitern der DB Sicherheit festgehalten und der Bundespolizei übergeben. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab 1,0 Promille.
Nach bisherigem Kenntnisstand wurde niemand im Zug verletzt. Der Regionalzug konnte seine Fahrt anschließend fortsetzen. Gegen den Mann wird wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt.
23-Jährige in Regionalzug geschlagen
Gegen 22.10 Uhr kam es am Bahnhof Pasing zu einem weiteren Vorfall. Ein bislang unbekannter Mann soll beim Versuch, in einen bereits vollständig ausgelasteten Regionalzug einzusteigen, eine 23-jährige Frau zunächst beleidigt und anschließend ins Gesicht geschlagen haben.
Die Frau aus dem Landkreis Aichach-Friedberg befand sich im Türbereich des abfahrbereiten RE 9. Nach Angaben der Bundespolizei waren zu diesem Zeitpunkt bereits so viele Reisende eingestiegen, dass keine weiteren Personen mehr zusteigen konnten. Der Unbekannte soll dennoch versucht haben, in den Zug zu gelangen. Dabei trat er der 23-Jährigen auf den Fuß und kam ihr sehr nahe.
Als die Frau ihn daraufhin von sich wegschob, soll der Mann aggressiv reagiert, sie beleidigt und ihr anschließend ins Gesicht geschlagen haben. Die 23-Jährige hatte Schmerzen im Gesicht, musste aber nicht ärztlich behandelt werden.
Die alarmierten Bundespolizisten nahmen den Sachverhalt vor Ort auf und fahndeten anschließend nach dem Tatverdächtigen. Die Suche blieb ohne Erfolg.
Die Bundespolizei ermittelt wegen des Verdachts der Körperverletzung und bittet weitere Zeugen, sich zu melden. Hinweise nimmt die Bundespolizeiinspektion München unter der Telefonnummer 089/515550-0 entgegen.
(Quelle: Pressemitteilung der Bundespolizeidirektion München / Beitragsbild: Symbolfoto Bundespolizei)


0 Kommentare