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Michael Friedmann spricht über Gesellschaft und Bildung in Mühldorf

🎤 Am Campus Mühldorf hat Michel Friedman über gesellschaftlichen Zusammenhalt, Bildung und den Umgang mit unterschiedlichen Positionen gesprochen – rund 150 Gäste verfolgten Vortrag und Diskussion. Foto: Julia Hinterseer

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

23. Juni 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Mühldorf am Inn – Der Jurist, Philosoph und Publizist Prof. Dr. Dr. Michel Friedman hat am Campus Mühldorf am Inn der Technischen Hochschule Rosenheim über Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, Bildung und demokratische Strukturen gesprochen. Im Anschluss an eine Lesung aus seinem Buch „Mensch! – Liebeserklärung eines verzweifelten Demokraten“ diskutierte er mit dem Publikum.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Fragen nach dem Umgang mit unterschiedlichen Meinungen und dem Zusammenhalt in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft. Friedman betonte dabei die Bedeutung des Dialogs. „Demokratie lebt vom Streit im besten Sinne des Wortes. Streit bedeutet, dass ich mich in Frage stelle, Argumente austausche und bereit bin, dem anderen zuzuhören. Die Voraussetzung dafür ist die Anerkennung der Würde des Gegenübers. Jeder ist ein Jemand“, sagte er. Unterschiedliche Positionen müssten argumentativ ausgetragen werden – eine Lüge sei dabei keine Grundlage eines sachlichen Diskurses.

Friedman äußerte sich zudem zu gesellschaftlichen Entwicklungen und sprach von wachsenden Spannungen und antidemokratischen Tendenzen, machte aber zugleich deutlich, dass gesellschaftliche Prozesse gestaltbar seien: „Wir können es anders machen. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.“

Bildung und soziale Herkunft im Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt des Abends lag auf dem Thema Bildung. Friedman kritisierte, dass Bildungswege weiterhin stark von der sozialen Herkunft beeinflusst seien. Dies sei ein Problem, das gesellschaftlich stärker in den Blick genommen werden müsse. Neben fachlicher Bildung hob er auch soziale und emotionale Kompetenzen wie Empathie und Perspektivwechsel hervor.

Nach Einschätzung des Referenten spielen Schulen und Hochschulen eine wichtige Rolle, wenn es darum gehe, junge Menschen auf gesellschaftliche Teilhabe vorzubereiten und ihnen Erfahrungen von Mitgestaltung zu ermöglichen.

Dekan Prof. Dr. Alp Aslan ordnete die Veranstaltung ein und verwies auf die Zielsetzung der Reihe, unterschiedliche gesellschaftliche Themen aufzugreifen und zur Diskussion zu stellen. Die Veranstaltung sei Teil des Campus-Formats, das den Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit fördern solle.

Die von Prof. Barbara Solf-Leipold moderierte Gesprächsrunde bot dem Publikum anschließend Gelegenheit für Fragen und Diskussion. Rund 150 Besucher nahmen daran teil.

Die nächste Veranstaltung am Campus Mühldorf am Inn findet am Dienstag, 30. Juni 2026, statt. Geplant ist eine Lesung des Schriftstellers Markus Ostermair aus seinem Roman „Der Sandler“, verbunden mit einer anschließenden Diskussion über Literatur und gesellschaftliche Themen. Beginn ist um 17.30 Uhr, der Eintritt ist frei.
(Quelle: Technische Hochschule Rosenheim / Beitragsbild: Copyright  Julia Hinterseer)

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