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Mit dem Ausscheiden von Rudolf Hötzel endet die Ära der Republikaner im Rosenheimer Stadtrat

Rudolf Hötzel April 2026. Foto: Innpuls.me

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

20. April 2026

Lesezeit: 4 Minute(n)

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Rosenheim Mit 0,6 Prozent haben die Rosenheimer Republikaner bei der jüngsten Kommunalwahl den Wiedereinzug in den Stadtrat verpasst – damit endet auch die Stadtratszeit von Rudolf Hötzel, der 36 Jahre für die Partei im Rosenheimer Stadtrat saß. Er prägte die Kommunalpolitik in dieser Zeit mit – oft auch im Spannungsfeld kontroverser Debatten. Im Gespräch mit Innpuls.me blickt Hötzel auf seine Anfänge zurück, spricht über zentrale kommunalpolitische Themen und persönliche Erfahrungen aus seiner langen Stadtratsarbeit.

Frage: Zu Beginn ein Blick zurück: Die Partei „Die Republikaner“ wurde 1983 gegründet, wenig später folgten auch die Strukturen in der Region Rosenheim. Sie wurden 1989 zum Vorsitzenden des Ortsverbands Rosenheim-Stadt gewählt. Damals waren Sie beruflich im Außendienst tätig. Was hat Sie bewogen, sich zusätzlich politisch zu engagieren – und das in einer Partei, die schon damals stark umstritten war?
Antwort:
Die Probleme damals, die die Bürger beschäftigten, waren ähnlich wie heute. Alles wurde teurer, der Wohnraum war auch damals schon knapp, die soziale Unsicherheit groß. Und für mich war dann klar, dass ich etwas verändern will und mich in die Politik einbringen will.

Frage: Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Bei der Kommunalwahl 1990 konnten die Republikaner in Rosenheim deutlich punkten.
Antwort:
Oh ja. Wir hatten viel Zustimmung. Im Rosenheimer Stadtteil Kastenau brachten wir es beispielsweise auf 30 Prozent. Mit fünf Leuten zogen wir dann in den Rosenheimer Stadtrat ein. Ein wirklich großer Erfolg.

Frage: Von 1992 bis etwa 2006/2007 wurde die Partei bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet. Wie haben Sie diese Zeit persönlich erlebt?
Antwort
: Das war schon schwierig. Ich musste mir jedes Wort, das ich sagte, ganz genau überlegen. Denn auch die Medien in Rosenheim achteten natürlich auf alle meine Bemerkungen sehr genau.

Frage: Hat sich der Umgang mit Ihnen und Ihrer Partei im Laufe der Jahre verändert?
Antwort: Ja. Spätestens, als auch ich mich im Jahr 2010 dafür stark gemacht habe, auf dem Rosenheimer Friedhof ein spezielles Grabfeld für muslimische Bestattungen einzurichten. Das machte dann doch deutlich, dass mir alle Bürger in der Stadt gleichermaßen wichtig sind.

Frage: Sie waren über 36 Jahre im Stadtrat aktiv. Haben Sie Ihre Entscheidung für dieses Ehrenamt jemals bereut?Antwort: Nein, niemals. Stadtrat ist ein sehr schönes Ehrenamt. Man erfährt und erlebt so viel und kommt mit so vielen verschiedenen Menschen ins Gespräch.

Frage: Ein Thema hat Sie über all die Jahre hinweg besonders begleitet: die Forderung nach einer zweiten Eisfläche in Rosenheim.
Antwort:
Das stimmt. Dafür habe ich mich schon eingesetzt, als Dr. Michael Stöcker noch Oberbürgermeister in der Stadt war.

Frage: 1991 entschied sich der Stadtrat jedoch gegen einen Neubau und stattdessen für die Generalsanierung des Stadions. Damit war auch die zweite Eisfläche vom Tisch.
Antwort:
Ja, daran kann ich mich auch noch gut erinnern. Diese Entscheidung löste eine heftige Kontroverse aus. Dr. Stöcker sah sich damals sogar persönlichen Anfeindungen und Drohungen ausgesetzt, da er andere städtische Prioritäten wie die Sanierung des Klinikums vor den Bau einer weiteren Eisfläche stellte.

Frage: Warum ist die zweite Eisfläche für Sie bis heute eine Herzensangelegenheit – auch wenn sich die Starbulls Rosenheim sportlich etabliert haben?
Antwort:
Mir geht es da um den Breitensport. Auch normale Schlittschuhläufer, insbesondere Kinder, sollen die Möglichkeit für diesen Sport haben. Leider ist die Eisfläche, vor allem in den Ferienzeiten, oft überlaufen. Zudem ist sie durch das Training der Starbulls immer wieder komplett für die Allgemeinheit gesperrt.
Und dann haben wir noch andere Vereine, die Eiszeiten brauchen – die Stockschützen und zwei Eiskunstlaufvereine. Es gibt übrigens auch eine Eishockey-Hobbyliga, die immer wieder nach Grafing, Bad Aibling, Miesbach und sogar nach Ebbs und Kufstein ausweichen muss, nur weil wir keine zweite Eisfläche haben.

Frage: Gab es aus Ihrer Sicht weitere Entscheidungen, die im Rückblick Ihrer Meinung nach anders hätten laufen sollen?
Antwort:
Da fällt mir Oberwöhr ein – der Rosenheimer Stadtteil, der bei der Hochwasserkatastrophe im Juni 2013 am schlimmsten betroffen war. Und dort wird jetzt in ein Überschwemmungsgebiet hineingebaut. Gegen dieses Vorhaben waren wir Republikaner damals klar dagegen.

Frage: Sie haben in Ihrer Zeit zwei Oberbürgermeister und eine Oberbürgermeisterin erlebt. Hat sich die Arbeit im Stadtrat verändert?
Antwort:
Früher war das Klima ein ganz anderes. In den Sitzungen wurde teils sehr hitzig diskutiert. Heutzutage wird vieles bereits in den Fraktionen vorbesprochen. Dadurch gibt es in den Ausschüssen kaum noch große Diskussionen.

Frage: In den vergangenen Jahren waren Sie der einzige Vertreter Ihrer Partei im Stadtrat. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?
Antwort:
Das war gar nicht einfach. Ich musste vieles quasi mit mir selbst ausmachen.

Frage: Die Republikaner haben bei der jüngsten Kommunalwahl den Wiedereinzug verpasst. Welche Herausforderungen sehen Sie für Rosenheim in den kommenden Jahren?
Antwort:
Da gibt es einige: Wohnungsnot und Verkehr natürlich. Aber man darf auch nicht alles schlechtreden.

Frage: Was meinen Sie damit?
Antwort:
Es gibt auch viel Schönes in unserer Stadt. Da muss man nur mal in die Fußgängerzone gehen oder zum Grünen Markt. Es gibt so viele Vereine, bei denen man sich engagieren kann und wo man auch Freunde findet. Niemand muss bei uns einsam sein. Man muss sich schon auch sein Glück selbst schaffen.

Frage: Ihre Tätigkeit als Stadtrat üben sie zum letzten Mal bei der Stadtratssitzung am 29. April aus. Wie geht es danach für Sie persönlich weiter.
Antwort:
Ich bleibe am Ball, beispielsweise bin ich seit 12 Jahren der Vorstand des ältesten Veteranenvereins der Stadt, der Krieger- und Soldatenkameradschaft Rosenheim.

Vielen Dank für das Gespräch.
(Quelle: Interview Karin Wunsam / Beitragsbild: Innpuls.me)

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