Mühldorf – Im Mühldorfer Hart laufen die Vorbereitungen für einen neuen Gedenkort. Am ehemaligen Bunkerbogen, einem zentralen Ort der Zwangsarbeit tausender KZ-Häftlinge, haben Untersuchungen zur Standsicherheit und ein geodätisches Monitoring begonnen. Die Ergebnisse sollen die Grundlage für die weitere Gestaltung des künftigen Gedenkortes bilden.
Vermessungsarbeiten an dem Bunkerbogen. Foto: Copyright TUM Ingenieurgeodäsie
Nach Angaben des Staatlichen Bauamts Rosenheim entsteht der „Gedenkort Bunkerbogen“ unter Federführung der Stiftung Bayerische Gedenkstätten. Ziel ist es, den bislang nur eingeschränkt zugänglichen Ort zu einem Informations- und Erinnerungsort über den KZ-Außenlagerkomplex Mühldorf weiterzuentwickeln.
Im Mittelpunkt stehen die Überreste einer nie fertiggestellten Bunkeranlage. Während des Zweiten Weltkriegs sollte dort ein rund 400 Meter langer, halbunterirdischer Bunker als Teil einer Militäranlage entstehen. In der getarnten Anlage sollten im Auftrag der deutschen Militärführung Kampfflugzeuge produziert werden. Nach Kriegsende wurden große Teile der Anlage gesprengt. Erhalten blieb unter anderem ein vollständiger Bunkerbogen.
Ort der Zwangsarbeit
Für den Bau der Anlage befanden sich nach Angaben des Staatlichen Bauamts Rosenheim zwischen August 1944 und Mai 1945 mehr als 8.000 Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau in Lagern im Mühldorfer Hart. Mehr als 4.000 von ihnen überlebten die Zwangsarbeit unter unmenschlichen Bedingungen nicht.
Parallel zu den Planungen für den neuen Gedenkort wird der denkmalgeschützte Bunkerbogen derzeit umfassend untersucht. Ein Ingenieurbüro erfasst den aktuellen Zustand und analysiert die Statik des Bauwerks. Zusätzlich dokumentiert die Technische Universität München mit einem regelmäßigen geodätischen Monitoring, ob sich der Bogen im Laufe der Zeit verändert oder setzt.
Die Ergebnisse sollen laut Staatlichem Bauamt Rosenheim unter anderem die Grundlage dafür bilden, wie das Gelände künftig für Besucher zugänglich gemacht werden kann. Mit den Untersuchungen wurde bereits im April begonnen.
Die Eröffnung des neuen „Gedenorts Bunkerbogen“ ist für das Jahr 2028 geplant. Bis dahin bleibt der Bereich um den Bunkerbogen aus Sicherheitsgründen eingezäunt.
(Quelle: Pressemitteilung Staatliches Bauamt Rosenheim ( Beitragsbild: Copyright Staatliches Bauamt Rosenheim / Foto: Copyright TUM Ingenieurgeodäsie)



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