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Nach 20 Jahren wiederentdeckt: LBV findet seltene Heuschrecke im Allgäu

Flussufer mit Blumen

Josefa Staudhammer

Ihr Traumberuf ist Journalistin. Sie steht zwar noch am Anfang ihrer Karriere, hat aber schon einige Erfahrung auf diesem Gebiet sammeln dürfen. Besonders am Herzen liegt ihr die Vernetzung von Innpuls.me mit Social Media. Außerdem ist sie Euere Ansprechpartnerin für Interviews und Jugendstorys aus der Region Rosenheim.

20. Mai 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Oberstdorf / Bayern – Pünktlich zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai gibt es eine besondere Nachricht aus dem Allgäu: Dort haben die Gebietsbetreuer des bayerischen Naturschutzverbands LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) an der Trettach bei Oberstdorf die seltene Türks Dornschrecke entdeckt. Im Allgäu war die vom Aussterben bedrohte Heuschreckenart seit mehr als 20 Jahren verschollen – Experten gingen daher bereits von einem Erlöschen der Population aus.

Deutschlandweit gibt es darüber hinaus nur noch wenige Vorkommen, die alle in Oberbayern liegen. „Der Fund zeigt, wie wichtig naturnahe Wildflüsse für viele bedrohte Arten sind. Solche Lebensräume sind heute selten geworden. Deshalb zählt jeder Meter, an dem ein Fluss noch wild fließen darf, wie hier an der Trettach“, sagt LBV-Gebietsbetreuerin Tanja König.

Die Türks Dornschrecke kommt nur dort vor, wo Flüsse noch Platz haben und durch Hochwasser immer wieder offene Kiesflächen entstehen. Auf dem Wildflussschotter findet ihr ganzes Leben statt: Sie ernähren sich von den Algen, Moosen und Gräsern, die dort vorkommen, pflanzen sich fort und legen ihre Eier gut getarnt in den Kies. Die Art ist nur etwa zehn Millimeter groß und reagiert sehr sensibel auf Veränderungen ihres Lebensraums: Werden Flüsse verbaut, beispielsweise durch Wasserkraftwerke, verschwindet auch die seltene Heuschrecke. Weil es in Deutschland kaum noch geeignete Lebensräume für die Türks Dornschrecke gibt, gilt die Art bundesweit als vom Aussterben bedroht.

Seltene Arten finden an der Trettach letzten Rückzugsort

Der betroffene Abschnitt der Trettach gehört zu den letzten weitgehend natürlichen Wildflusslandschaften im Allgäu. Dort finden nicht nur Türks Dornschrecken geeignete Bedingungen, sondern auch viele andere Tier- und Pflanzenarten wie der vom Aussterben bedrohte Flussuferläufer oder Alpenschwemmlinge wie die Alpen-Wachsblume. „Dieser Teil der Trettach bei Oberstdorf ist ein echtes Naturjuwel. Gerade solche wilden Flüsse zeigen, wie vielfältig und lebendig unsere Natur sein kann, wenn man ihr Raum lässt“, sagt Tanja König vom LBV.

LBV fordert konsequenten Schutz naturnaher Flüsse

Die Wiederentdeckung macht deutlich, wie wichtig naturnaher Flusslandschaften für die Artenvielfalt sind. Zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt erinnert der LBV deshalb daran, wie dringend diese Lebensräume geschützt werden müssen. „Schon kleine Veränderungen können empfindliche Arten verdrängen. Dort wo es noch wilde Abschnitte von Flüssen gibt, sollte deshalb jede Art von Eingriff konsequent vermieden werden“, mahnt die Gebietsbetreuerin. Nur so haben Arten wie die Türks Dornschrecke auch künftig eine Überlebenschance.

Um die Türks Dornschrecke und anderer spezialisierter Arten zu fördern, führt der LBV insbesondere in Oberbayern das Bundesprojekt „Bayerns Seltenste – Arten der Trockenlebensräume“ durch. Infos zum Projekt: lbv.de/trockenlebensraeume/.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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