Rosenheim / Bayern – Jetzt wird es ernst für das Rebhuhn: Die ersten Küken des Vogels des Jahres 2026 sind geschlüpft und starten in eine besonders empfindliche Lebensphase. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) ruft deshalb zu mehr Rücksicht in der Feldflur auf.
Zwischen Mitte April und Juli legt das Rebhuhn-Weibchen seine Eier gut versteckt in Altgrasstreifen, an Feldrändern oder auf Brachen ab. Die Gelege mit bis zu 24 Eiern bleiben dort oft unbemerkt, bis jetzt die Küken schlüpfen und das Nest verlassen.
Die Jungvögel sind sogenannte Nestflüchter und können zwar sofort laufen, aber noch nicht fliegen. Ihre Überlebenschancen hängen laut LBV stark davon ab, ob sie genug Insekten als Nahrung finden und ob sie ausreichend Deckung in strukturreichen Feldern haben.
Hunde anleinen und auf den Wegen bleiben
„Wer die sommerlichen Tage jetzt nutzt, um in der Feldflur spazieren zu gehen, sollte unbedingt auf den Wegen bleiben, keine Abkürzungen über Brachen nehmen und Hunde an der Leine halten“, sagt LBV-Vogelexpertin Dr. Angelika Nelson. So würden Rebhühner und ihr Nachwuchs nicht unnötig gestört.
Auch Landwirte und Kommunen können nach Angaben des LBV zum Schutz beitragen, etwa durch ungemähte Weg- und Feldränder, Altgrasstreifen und Blühbrachen. Diese bieten Rückzugsräume und wichtige Nahrungsquellen.
Entscheidend für die Küken ist vor allem das Nahrungsangebot. „Ohne Insekten gibt es keine Rebhühner. Finden die Küken nicht genügend Nahrung, haben sie kaum eine Chance zu überleben“, so Nelson. Weniger Pestizide und mehr strukturreiche Lebensräume würden nicht nur dem Rebhuhn, sondern auch vielen anderen Arten helfen.
(Quelle: Pressemitteilung Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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