Rosenheim Bei hochsommerlichen Temperaturen hat die Stadt Rosenheim am späten Freitagnachmittag (19.6.2026) ihren dritten Neubürgerempfang vor dem Rathaus gefeiert. Rund 70 Neubürger kamen mit ihren Familien zusammen, um ihre neue Staatsbürgerschaft zu feiern – und sich offiziell in ihrer Heimatstadt willkommen zu fühlen.
Rund 70 Neubürger folgten der Einladung zum Neubürgerempfang 2026 im Rosenheimer Rathaus. Mit dabei außerdem einige Rosenheimer Stadträte. Fotos: Innpuls.me
Viele Gäste waren festlich gekleidet und kamen zusammen mit ihren Familienangehörigen. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Mitteroim Musi. Während sich die Erwachsenen bei Gesprächen und dem offiziellen Programm begegneten, konnten sich die kleinen Besucher auf einer Hüpfburg austoben. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt: Neben Getränken und einem Buffet gab es angesichts der sommerlichen Temperaturen auch Eis.
Im Mittelpunkt des Empfangs stand die feierliche Einbürgerung von Senca Kamberovic, deren Wurzeln in Bosnien liegen. Sie unterschrieb vor den Gästen ihre Einbürgerungsurkunde und legte anschließend den vorgeschriebenen Eid ab: „Ich bekenne feierlich, dass ich das Grundgesetz und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland achten und alles unterlassen werde, was ihr schaden könnte.“
Mehr als 910 neue deutsche Staatsbürger
Die Stadt Rosenheim begrüßte mit dem Empfang alle Menschen, die im Jahr 2025 und in der ersten Hälfte des Jahres 2026 die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten haben. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum mehr als 910 Personen eingebürgert.
Die größte Gruppe stammt dabei aus Bosnien-Herzegowina mit 248 Personen. Es folgen Menschen aus dem Kosovo (121) und der Türkei (76). Darüber hinaus erhielten Bürger aus zahlreichen weiteren Ländern die deutsche Staatsangehörigkeit, darunter aus der Elfenbeinküste, Gambia, Ecuador, Kanada, Guinea, Kamerun, Senegal, Angola, Benin, Ghana, Indonesien, Afghanistan, Syrien und Kenia.
Wer die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten möchte, muss verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören in der Regel ein rechtmäßiger und dauerhafter Aufenthalt in Deutschland von mindestens fünf Jahren, ausreichende Deutschkenntnisse sowie Kenntnisse über das gesellschaftliche und politische Leben in Deutschland. Außerdem müssen Einbürgerungsbewerber ihren Lebensunterhalt grundsätzlich selbst sichern können, sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen und dürfen keine schwerwiegenden Straftaten begangen haben.
„Auf diese Weise fühlt man sich persönlich willkommen“
Viele der Gäste leben bereits seit vielen Jahren, manche sogar seit Jahrzehnten in Rosenheim. Eine von ihnen ist Kadrushe aus dem Kosovo. Seit 26 Jahren lebt sie in der Stadt. Ihre Kinder wurden hier geboren.
„Ich lebe hier, ich arbeite hier, ich zahle Steuern. Ich gehöre zu diesem Land“, sagte sie. Deshalb sei für sie nun der richtige Zeitpunkt gekommen, dieses Zugehörigkeitsgefühl auch offiziell mit der deutschen Staatsbürgerschaft zu besiegeln.
Vom Neubürgerempfang zeigte sie sich begeistert: „Das ist was anderes, als wenn man nur die Urkunde in die Hand gedrückt bekommt. Auf diese Weise fühlt man sich persönlich willkommen.“
Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan nahm sich während des Empfangs viel Zeit für Gespräche und gemeinsame Erinnerungsfotos mit den Neubürgern. In seiner Ansprache sprach er über seinen eigenen Lebensweg als Sohn eines Gastarbeiters und betonte die Bedeutung von Bildung für gesellschaftlichen Aufstieg und Erfolg.
Zugleich verwies er darauf, dass viele Menschen in Deutschland familiäre Wurzeln in anderen Ländern hätten. „Mit der Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft wird die eigene Herkunft nicht aufgegeben – vielmehr bereichert sie die Stadtgesellschaft mit Erfahrungen, Perspektiven und Vielfalt“, sagte Erdogan.
Mit Blick auf seine eigenen kurdischen Wurzeln erklärte er, seine Wahl zum Oberbürgermeister zeige, dass Rosenheim eine offene und vielfältige Gemeinschaft sei, in der Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen gemeinsam ihre Heimat gestalten. Neben den Rechten und Freiheiten, die mit der deutschen Staatsbürgerschaft verbunden seien, sprach er auch über die Verantwortung, die daraus erwachse.
Nach dem offiziellen Teil standen Begegnung, Gespräche und geselliges Beisammensein im Mittelpunkt des Abends.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Foto: Karin Wunsam)



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