Wasserburg / Landkreis Rosenheim – Das kbo-Inn-Salzach-Klinikum erweitert sein suchtmedizinisches Angebot: Am Standort Gabersee in Wasserburg am Inn wird zum 1. Juni 2026 eine neue tagesklinische Einrichtung für Suchterkrankungen eröffnet.
Ziel des neuen Angebots ist es, die Versorgung von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen in der Region auszubauen und eine zusätzliche Behandlungsform zwischen ambulanter und stationärer Therapie zu schaffen. Zunächst stehen vier Behandlungsplätze zur Verfügung.
„Suchterkrankungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen überhaupt und betreffen oft nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch Familien und das soziale Umfeld massiv. Umso wichtiger ist es, unterschiedliche und möglichst passgenaue Behandlungsangebote vorzuhalten. Mit der neuen Tagesklinik erweitern wir unsere Versorgungsmöglichkeiten deshalb gezielt um ein wichtiges Bindeglied zwischen ambulanter und stationärer Therapie.“, erklärt Prof. Dr. Peter Zwanzger, Ärztlicher Direktor des kbo-Inn-Salzach-Klinikums.
Therapie zwischen Klinik und Alltag
Die Tagesklinik verbindet eine intensive therapeutische Behandlung mit der Möglichkeit, weiterhin im eigenen sozialen Umfeld zu leben. Die Patientinnen und Patienten verbringen den Tag in einem strukturierten Setting und kehren abends nach Hause zurück. „Gerade dieser unmittelbare Bezug zum eigenen Lebensumfeld gilt in der modernen Suchtmedizin als wichtiger therapeutischer Faktor.“, so Dr. Aljoscha Spork, Chefarzt des Fachbereichs Suchtmedizin.
Behandelt werden laut Klinikum sämtliche stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankungen – darunter Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenabhängigkeit – ebenso wie stoffungebundene Verhaltenssüchte. Das therapeutische Konzept orientiert sich an den Standards einer qualifizierten Entzugsbehandlung und kombiniert medizinische, psychotherapeutische und sozialtherapeutische Ansätze. „Mit diesem Angebot bieten wir eine ganzheitliche Suchtbehandlung auf dem Niveau einer vollstationären Therapie an.“, erklärt Dr. Spork.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung psychiatrischer Begleiterkrankungen. Dazu zählen unter anderem Depressionen, Angststörungen, ADHS, Persönlichkeitsstörungen oder psychotische Erkrankungen, die im Rahmen der Therapie mitberücksichtigt werden.
„Viele Menschen mit einer Suchterkrankung leiden gleichzeitig unter weiteren psychischen Belastungen oder Erkrankungen. Deshalb ist es wichtig, nicht nur die Abhängigkeit isoliert zu behandeln, sondern die gesamte psychische Situation der Betroffenen in den Blick zu nehmen.“, so Dr. Spork.
Das Angebot umfasst unter anderem psychotherapeutische Gruppen, Psychoedukation, Sport- und Bewegungstherapie, Ergotherapie, Musiktherapie, sozio- und milieutherapeutische Angebote sowie Rückfallprophylaxe und Angehörigengespräche.
„Wir verfügen am kbo-ISK seit vielen Jahren über umfassende Erfahrung mit spezialisierten tagesklinischen Angeboten für unterschiedliche psychische Erkrankungen. Indem wir dieses Angebot auf den Fachbereich Suchtmedizin ausweiten, stärken wir unser teilstationäres Behandlungsangebot am Standort Wasserburg nun gezielt durch einen weiteren wichtigen Baustein.“, betont Dr. Spork.
Neue Suchtsprechstunden in Wasserburg und Rosenheim
Der Zugang zur Behandlung erfolgt über das zentrale Aufnahmemanagement des Klinikums. Eine Überweisung ist über Haus- oder Fachärzte möglich.
Ergänzend baut das Klinikum seine ambulanten Angebote aus: Bereits jetzt gibt es eine Suchtsprechstunde in der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) Wasserburg. Ab dem 1. Mai 2026 folgt ein weiteres Angebot an der PIA Rosenheim.
Die spezialisierten Sprechstunden dienen der diagnostischen Abklärung, ersten therapeutischen Orientierung sowie der Vorbereitung auf eine weiterführende suchtmedizinische Behandlung am kbo-Inn-Salzach-Klinikum.
(Quelle: Pressemitteilung kbo-Inn-Salzach-Klinikum / Beitragsbild: Copyright kbo-Inn-Salzach-Klinikum)


0 Kommentare