Rosenheim – Im Lokschuppen Rosenheim gibt es ab sofort ein neues Highlight in der Ausstellung „Römer – Gesichter eines Weltreiches“: Der sogenannte Pferdekopf von Waldgirmes ist in die Schau integriert worden und zieht seit Kurzem die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich.
Bei dem Objekt handelt es sich um eine hochwertige Replik eines berühmten Fundstücks. Der vergoldete Pferdekopf aus Bleibronze ist Teil einer römischen Reiterstatue, die vermutlich zu Ehren von Kaiser Augustus gefertigt wurde. Auffällig sind die kunstvollen Verzierungen mit Medaillons, die unter anderem die Siegesgöttin Victoria und den Kriegsgott Mars zeigen. Die Leihgabe stammt vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen.
Das Original wurde in der Nähe des heutigen Wetzlar entdeckt – in der römischen Siedlung Waldgirmes, die als Planstadt außerhalb der gesicherten römischen Provinzen angelegt worden war. Vorgesehen war dort kein Militärlager, sondern eine zivile Stadt mit Forum, Wohnhäusern und Werkstätten. Waldgirmes gilt als möglicher Verwaltungsmittelpunkt für ein neu zu ordnendes Gebiet im rechtsrheinischen Raum.
Vom Aufstieg zur Aufgabe eines römischen Projekts
Nach der Niederlage der Römer in der Varusschlacht im Jahr 9 n. Chr. änderten sich die Pläne zur Expansion des Römischen Reiches östlich des Rheins grundlegend. Die Siedlung Waldgirmes verlor damit ihre Bedeutung und wurde aufgegeben. Die Reiterstatue wurde offenbar zerlegt, der Pferdekopf später in einem Brunnen verborgen.
Heute gilt das Fundstück als eindrucksvolles Zeugnis für das Scheitern römischer Expansionspläne in Germanien und ist nun als Replik Teil der Ausstellung „RÖMER – Gesichter eines Weltreiches“ im Lokschuppen Rosenheim.
(Quelle: Pressemitteilung Lokschuppen Rosenheim / Veranstaltungs- und Kongress GmbH Rosenheim / Beitragsbild: Copyright Veranstaltungs- und Kongress GmbH Rosenheim)


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