Bruckmühl / Landkreis Rosenheim – Was tun ohne Handy auf dem Klo? Welche Geschenke passen zu Menschen, die in Rente gehen? Und warum ist es heute manchmal schwieriger, eine Verabredung einzuhalten als früher? Mit solchen Fragen des Alltags sorgten die Neurosenheimer in der Bruckmühler Kulturmühle für viele Lacher. Mit ihrem Programm „Ois echt“ feierte das Quartett dort zugleich sein 20. Bühnenjubiläum. Der Abend war ausverkauft.
Katrin Zellner, Marita Gschwandtner, Katrin Stadler und Tobias Hegemann nahmen ihr Publikum mit Liedern, Gedichten und einer ordentlichen Portion Selbstironie mit durch die kleinen und großen Eigenheiten des menschlichen Alltags. Dabei standen nicht nur die Texte, sondern auch die musikalische Vielfalt im Mittelpunkt: Die vier Musiker hatten mehr als 20 Instrumente im Gepäck. Neben Tuba, Klarinetten und Ziach kam sogar eine Nasenflöte zum Einsatz.
Ihre Lieder schreiben und komponieren die Neurosenheimer selbst. Darin greifen sie Themen aus Rosenheim, Bayern und der näheren Umgebung auf. Der Fachkräftemangel, Digital Detox und die gemütliche Feierabend-Hoibe am Dachstuhl fanden ebenso ihren Platz wie die Tücken der modernen Kommunikation.
So nahmen die Musiker auch die heutige Verabredungskultur aufs Korn: Ohne Handy scheint es kaum noch zu funktionieren, einen gemeinsamen Termin auszumachen und einzuhalten. Früher, so die humoristische Erinnerung im Programm, traf man sich einfach eine Woche später zur vereinbarten Zeit am vereinbarten Ort.
Musikalischer Denkzettel für kleine Ärgernisse
Auch der sogenannte „Woita Song“ kam beim Publikum an. Das Mitmachlied funktioniert nach dem Prinzip von „Jetzt red i“: Hier können Menschen Situationen schildern, in denen ihnen andere mit Rücksichtslosigkeit oder Grenzüberschreitungen auf die Nerven gegangen sind. Ob im Straßenverkehr oder im zwischenmenschlichen Alltag – die Neurosenheimer machen daraus musikalische Denkzettel. Vorschläge können per E-Mail an info@neurosenheimer.de geschickt werden. Die Texte dürfen dabei durchaus wachsen, wie Katrin Stadler erklärte. Wenn eine Geschichte nicht mehr aktuell ist, können ältere Strophen auch wieder verschwinden.
Für einen besonderen Mitmachmoment sorgte das Lied über die „Feierabend-Hoibe am Dachstuhl“. Dabei sollten die Besucher das Geräusch eines geöffneten Bierflaschendeckels nachahmen – mit dem Zeigefinger im Mundwinkel. Auch musikalisch wurde es abwechslungsreich: Bei „Taubn jagn, Kaugummi zähln und Liadln learna“ schlugen die vier Musiker sogar ungewöhnliche, asiatisch anmutende Töne an.
Am Ende gab es viel Applaus und mehrere Zugaben. Die Neurosenheimer standen bereits zum zweiten Mal auf der Bühne der Kulturmühle. Ein Wiedersehen ist offenbar nicht ausgeschlossen: Für das Jahr 2028 wurde ein weiterer Auftritt in Bruckmühl in Aussicht gestellt.
(Quelle: Pressemitteilung Markt Bruckmühl-Silvia Mischi / Beitragsbild: Copyright Martina Neuhausen)


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