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Noch viele offene Ausbildungsplätze

Löten an Elektronikplatte

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

24. Juli 2022

Lesezeit: 2 Minute(n)

Rosenheim / Landkreis – Auch heuer kämpfen die Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in der Region Rosenheim mit einem großen Mangel an Bewerbern für ihre Ausbildungsplätze. Aktuell gibt es in der Stadt 311 und im Landkreis 759 Lehrstellen, die noch nicht besetzt sind. Diesem Angebot stehen in der Stadt 182 sowie im Landkreis 439 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber gegenüber, so die Statistik der Arbeitsagentur von Ende Juni.

In der Region Rosenheim kommen damit rein rechnerisch auf jeden unversorgten Jugendlichen fast zwei Lehrstellen. „Angesichts der immer größer werdenden Fachkräftelücke setzen unsere Ausbildungsbetriebe auf die Ausbildung von eigenem Nachwuchs. Auch heuer bieten die Unternehmerinnen und Unternehmer viele Lehrstellen an. Aber es gibt bei weitem nicht genug Bewerberinnen und Bewerber für alle Stellen“, sagt Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim. Zwei Trends würden den Betrieben besonders große Sorgen machen: Die Zahl der  Schulabgänger sinkt von Jahr zu Jahr und viele tendieren eher zu einer akademischen
Ausbildung. Die IHK weist aber darauf hin, dass rund ein Drittel aller Studienanfänger ihr Studium vorzeitig und ohne Abschluss beenden. „Eine praxisnahe Berufsausbildung könnte für viele junge Frauen und Männer der bessere Start ins Berufsleben sein“, sagt Bensegger.
Zusätzlich habe die Corona-Pandemie Schnupperpraktika, Berufsinfotage
oder Ausbildungsmessen verhindert. Der IHK-Regionalausschussvorsitzende warnt: „Ohne gut ausgebildeten Fachkräftenachwuchs wird sich der schon jetzt bedenkliche Personalmangel noch weiter
zuspitzen. Ohne Fachkräfte lassen sich auch die großen Herausforderungen unserer Zeit wie Energiewende und Klimaneutralität letztendlich nicht erreichen.“ Er appelliert an alle noch Unentschlossenen: „Es stehen in der Region viele Türen offen!“
Die Angaben der Arbeitsagentur zum Ausbildungsstellenmarkt beziehen sich auf alle Bereiche des Ausbildungsstellenmarkts, der neben den Betrieben in Industrie, Handel und Dienstleistungen (IHK) auch das Handwerk, die freien Berufe und den öffentlichen Dienst umfasst. Die IHK steht für rund 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse.
Die IHK für München und Oberbayern verzeichnete im ersten Halbjahr in ganz
Oberbayern 8.553 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. In Stadt und Landkreis Rosenheim gibt es mehr als 700 IHK-Ausbildungsbetriebe.
Für Unternehmen und Bewerber bieten die IHKs eine bundesweite Lehrstellenbörse unter www.ihk-lehrstellenboerse.de an

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