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Partielle Mondfinsternis über Rosenheim: Der Mond verschwindet fast im Erdschatten

Supermond 18.9.2024. Foto: Josef Staudhammer

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

27. August 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – 93 Prozent des Mondes im Schatten der Erde: Dieses ungewöhnliche Schauspiel lässt sich am Freitagmorgen (28.8.2026)  auch über Rosenheim beobachten. Um 6.12 Uhr erreicht die partielle Mondfinsternis ihren Höhepunkt. Dann steht der Mond allerdings schon sehr tief über dem westlichen Horizont – wer ihn noch sehen möchte, braucht deshalb einen freien Blick und muss früh aufstehen.

Bereits um 3.23 Uhr beginnt das Himmelsschauspiel mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde. Zu diesem Zeitpunkt ist allerdings noch kaum etwas davon zu erkennen. Spannender wird es ab 4.33 Uhr: Dann erreicht der Mond den Kernschatten der Erde und die eigentliche partielle Finsternis beginnt.

Wer das Schauspiel beobachten möchte, sollte deshalb nicht erst zum Höhepunkt aus dem Bett steigen. Gegen 4.30 Uhr lohnt sich der Blick bereits. Der Mond steht dann noch rund 16 Grad über dem Horizont und befindet sich am südwestlichen Himmel.
Um 6.12 Uhr ist die maximale Verfinsterung erreicht. Rund 93 Prozent der Mondscheibe liegen dann im Kernschatten. Gleichzeitig steht der Mond von Rosenheim aus gesehen nur noch 2,2 Grad über dem Horizont. Rund 18 Minuten später, um 6.30 Uhr, geht er unter.

Freie Sicht nach Westsüdwesten

Für die Beobachtung ist deshalb vor allem eines wichtig: ein möglichst freier Horizont. Beim Maximum befindet sich der Mond in Richtung Westsüdwesten. Häuser, Bäume oder andere Hindernisse können den Mond dort bereits verdecken. Ein besonders dunkler Ort ist dagegen nicht zwingend nötig. Entscheidend ist die freie Sicht. Wer einen Standort mit möglichst offenem Blick nach Westen findet, hat bessere Chancen, den Mond auch in der letzten Phase der Finsternis noch zu erwischen.
Eine spezielle Ausrüstung braucht es nicht. Die Mondfinsternis kann mit bloßem Auge beobachtet werden. Ein Fernglas kann allerdings helfen, die Strukturen auf der Mondoberfläche und den Erdschatten besser zu erkennen.

Allerdings wird die Beobachtung zum Ende hin zunehmend schwieriger. Der Mond steht dann sehr tief und gleichzeitig wird es bereits hell. Das Planetarium Hamburg weist darauf hin, dass durch die Morgendämmerung auch das rötliche „Finsternislicht“ kaum zu erkennen sein dürfte.

Warum folgt schon wieder eine Finsternis?

Dass auf die partiell von Rosenheim aus sichtbare Sonnenfinsternis vom 12. August nun, gut zwei Wochen später, eine Mondfinsternis folgt, ist kein Zufall.
Bei einer Sonnenfinsternis steht der Mond zwischen Sonne und Erde. Das kann nur bei Neumond geschehen. Bei einer Mondfinsternis steht dagegen die Erde zwischen Sonne und Mond – dafür muss Vollmond sein.

Doch auch bei Neu- oder Vollmond kommt es normalerweise nicht zu einer Finsternis. Der Grund liegt in der Bahn des Mondes: Sie ist gegenüber der Erdbahnebene um rund fünf Grad geneigt. Meist zieht der Mond deshalb oberhalb oder unterhalb der Bereiche vorbei, in denen ein Schattenwurf möglich wäre.
Für eine Finsternis müssen Sonne, Erde und Mond nahezu auf einer Linie stehen. Das ist nur möglich, wenn sich der Mond gleichzeitig in der Nähe eines sogenannten Mondknotens befindet. Damit werden die beiden Schnittpunkte bezeichnet, an denen die Mondbahn die Erdbahnebene kreuzt. Genau diese besondere geometrische Konstellation sorgt dafür, dass sich Sonnen- und Mondfinsternisse manchmal innerhalb von nur etwa zwei Wochen ereignen können. Astronomen sprechen in diesem Zusammenhang von einer Finsternissaison.

Zwei Finsternisse, ein kosmisches Zusammenspiel

Damit gehören die beiden August-Ereignisse tatsächlich zusammen: Am 12. August schob sich der Mond zwischen Erde und Sonne. Von Rosenheim aus war dabei eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Jetzt, gut zwei Wochen später, steht die Erde zwischen Sonne und Mond. Das ist also kein außergewöhnlicher Zufall, sondern die Folge der Bewegungen von Erde und Mond und ihrer Bahnen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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