Rosenheim – Die historischen Laubengänge des ehemaligen Huber-Seiler-Gebäudes in der Kaiserstraße beschäftigen aktuell die Stadt. Nachdem an dem erhaltenen Gewölbebereich tiefe Risse entdeckt wurden, ruht die Baustelle derzeit. Ein Passant hatte die Schäden in der Nacht bemerkt und das Technische Hilfswerk verständigt, das zur schnellen Sicherung anrückte.
Mit Gurten wurden die Gewölbe provisorisch gesichert. Darüber gut zu erkenne die tiefen Risse. Fotos: Josefa Staudhammer
Das ehemalige Geschäftshaus Huber-Seiler wird derzeit zurückgebaut, um Platz für das geplante Wohn- und Geschäftsgebäude „An der alten Seilerei“ zu schaffen. Von dem historischen Gebäude sind inzwischen weitgehend nur noch die denkmalgeschützten Laubengänge beziehungsweise Arkadenbereiche erhalten.
Genau dieser Bereich steht nun im Mittelpunkt der aktuellen Diskussion. Die historischen Gewölbe wurden nach den festgestellten Rissen kurzfristig mit Gurten gesichert und zusätzlich mit Holzbalken abgestützt.
Nächtliche Sicherung durch das THW
Zum aktuellen Stand informierte Oberbürgermeister Abuzar Erdogan in der jüngsten Stadtratssitzung am Mittwoch (29.7.2026. Anlass war eine Anfrage der Grünen-Stadträtin Brigitte Klein-Weigel.
Nach den Worten des Oberbürgermeisters hat ein Passant die Schäden in der Nacht bemerkt und daraufhin das THW verständigt. Die Einsatzkräfte sorgten anschließend für eine erste Sicherung des historischen Gewölbes.
Aktuell ruht die Baustelle. Statiker sollen sich vor Ort ein Bild von der Situation machen und prüfen, wie es mit den Arbeiten weitergehen kann.
„Diese Gewölbe sind ja quasi die DNA der Stadt“
Die historischen Laubengänge gehören zu den prägenden Elementen der Rosenheimer Innenstadt. Sie sind typisch für den Inn-Salzach-Stil, der auch in anderen Städten der Region wie Wasserburg am Inn, Burghausen oder Mühldorf zu finden ist. Brigitte Klein-Weigel betonte in der Stadtratssitzung die besondere Bedeutung der historischen Elemente: „Diese Gewölbe sind ja quasi die DNA der Stadt.“
Das Gebäude in der Kaiserstraße 3 ist als Baudenkmal in der Bayerischen Denkmalliste eingetragen. Besonders hervorgehoben werden dabei die historischen Erdgeschosslauben sowie die Fassadenstruktur. Der Denkmalschutz bedeutet dabei nicht, dass ein Gebäude grundsätzlich nicht verändert werden darf. Entscheidend ist, welche historischen Bestandteile geschützt sind und wie mit ihnen bei Veränderungen umgegangen wird.
Wie es mit den gesicherten Gewölbebereichen nun weitergeht, hängt zunächst von den Untersuchungen der Statiker ab.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Fotomontage Josefa Staudhammer)



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