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Rosenheim 1905: Als die Aussegnungshalle noch auf einer grünen Wiese stand

Aussegnungshalle beim städtischen Friedhof Rosenheim im Jahr 1905. Foto: Archiv Herbert Borrmann

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

1. November 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1905. Das Bild führt uns zum Städtischen Friedhof am Kapuzinerkloster in Rosenheim. Im Mittelpunkt steht das große Gebäude, das heute als Aussegnungshalle genutzt wird. Davor erstreckt sich eine weite Grünfläche. Von den zahlreichen Gräbern, die diesen Bereich heute prägen, ist auf der Aufnahme noch nichts zu sehen.

Dabei war das Gebäude damals gerade einmal sieben Jahre alt. Es entstand im Zuge einer Erweiterung des Friedhofs nach Norden und wurde am 17. Oktober 1898 eingeweiht. Der Neubau war notwendig geworden, weil Rosenheim im späten 19. Jahrhundert stark gewachsen war und der bisherige Friedhof nicht mehr genügend Platz bot.

Vier Leichenhäuser in der Geschichte des Friedhofs

Der Friedhof selbst wurde bereits 1809 angelegt. Ein Gebäude zur Aufbahrung der Verstorbenen gab es zunächst nicht. Erst 1835 entstand neben der St.-Sebastianskirche ein erstes Leichenhaus. Es musste 1856 wieder abgerissen werden, weil an seiner Stelle das neue Kapuzinerkloster gebaut wurde. Die Kapuziner waren nach der Auflösung ihres ursprünglichen Klosters im Zuge der Säkularisation nach Rosenheim zurückgekehrt und errichteten hier eine neue Klosteranlage.
Als Ersatz entstand ein weiteres Leichenhaus im Friedhofsbereich. Bei der ersten großen Erweiterung nach Westen in den Jahren 1874 bis 1878 wurde es an die neue westliche Friedhofsgrenze verlegt und mit Arkaden versehen. Dieses Gebäude ist heute als Altes Leichenhaus bekannt. Nachdem 1898 das neue Leichenhaus im Norden fertiggestellt worden war, wurde das ältere Gebäude 1899 zur Friedhofskapelle umgestaltet.

Vom Leichenhaus zur heutigen Trauerhalle

Das Gebäude auf unserem Foto wurde 1898 als neues Leichenhaus errichtet. Es diente zunächst der Aufbahrung der Verstorbenen. Die Aussegnungsfeiern fanden damals noch vor dem Gebäude unter freiem Himmel statt.
Erst bei einer umfassenden Sanierung und einem Umbau im Jahr 1998 erhielt das Haus seine heutige Funktion. Im großen Mittelbau entstand die Aussegnungshalle, in der heute die Trauerfeiern vor der Beisetzung stattfinden.
Unser Foto zeigt somit einen Friedhofsbereich, der sich seitdem stark verändert hat: 1905 stand das markante Gebäude noch weitgehend frei auf einer grünen Fläche. Heute ist der nördliche Erweiterungsteil längst mit Grabstätten belegt.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)

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