Rosenheim – Was ursprünglich als Aufstockung und Ausbau eines bestehenden Gebäudes geplant war, hat sich inzwischen deutlich verändert: An der Münchener Straße 26 in Rosenheim ist die gesamte Bausubstanz vollständig zurückgebaut worden. Statt Umbau steht an der prominenten Innenstadtlage nun ein kompletter Neubeginn im Raum, der für Nachfragen sorgt.
Noch vor gut einem Jahr war in einem Vorbescheid im Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss von einer Aufstockung und dem Umbau des Bestandsgebäudes die Rede. Vorgesehen waren gewerbliche Nutzungen im Erdgeschoss sowie eine Hotelnutzung in den oberen Geschossen Zur Orientierung: Im Erdgeschoss waren die Einzelhandelsgeschäfte „Depot“ sowie „Mister + Lady Jeans“ untergebracht.
Das Vorhaben beinhaltete unter anderem zusätzliche Geschosse sowie Anpassungen bei Wandhöhen und Gebäudegeometrie, jeweils mit entsprechenden beantragten Befreiungen vom Bebauungsplan.
Deutlich veränderte Bausituation vor Ort
Inzwischen ist von dem Bestandsgebäude nichts mehr erhalten: Die Münchener Straße 26 wurde vollständig zurückgebaut. Die Fläche präsentiert sich derzeit als Baustelle in zentraler Innenstadtlage.
In einer Sitzung des Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschusses kurz vor Ostern sorgte dieser Umstand für Nachfragen. Dort wurde seitens eines Gremiumsmitglieds die Frage aufgeworfen, warum das Gebäude nicht nur – wie ursprünglich dargestellt – aufgestockt und umgebaut werde, sondern inzwischen vollständig verschwunden sei. Eine konkrete Erläuterung dazu wurde in der Sitzung nicht gegeben.
Auf Nachfrage von Innpuls.me erklärte die Stadt Rosenheim nun lediglich: „Es bewegt sich alles im Rahmen der Baugenehmigung.“
Baugenehmigungen nur eingeschränkt öffentlich
Dazu muss man wissen: In Bayern sind Inhalte von Baugenehmigungen grundsätzlich nicht öffentlich einsehbar. Hintergrund ist der Schutz personenbezogener Daten sowie möglicher Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse. Daher werden vollständige Genehmigungsunterlagen nicht veröffentlicht.
Einsicht in Bauakten ist nur bei nachgewiesenem berechtigtem Interesse möglich, etwa für direkt betroffene Nachbarn. Für Medien besteht dieser Zugang in der Regel nicht.
Konkreter Projektverlauf öffentlich nicht weiter erläutert
Fakt ist: Bei Bauprojekten im Bestand kann es grundsätzlich im Verlauf zu Anpassungen kommen. In der Praxis zeigt sich häufig erst während der Arbeiten, wie es um die vorhandene Bausubstanz tatsächlich bestellt ist. Dabei können etwa Erkenntnisse zur Tragfähigkeit, zum baulichen Zustand oder zu technischen Rahmenbedingungen dazu führen, dass Planungen angepasst oder im Einzelfall auch grundlegend neu aufgesetzt werden.
Welche konkreten Gründe im Fall der Münchener Straße 26 letztlich dazu geführt haben, dass das ursprünglich vorgesehene Umbau- und Aufstockungskonzept in einen vollständigen Rückbau übergegangen ist, ist nicht öffentlich bekannt.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)


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