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Rosenheim: NGG fordert abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren

Fotomontage: Stoppschild mit Aufschrift Rente 45. Foto: Copyright NGG-Tobias Seifert

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

29. Oktober 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim / Bayern / Deutschland – In den kommenden Jahren gehen in Rosenheim durchschnittlich rund 470 Beschäftigte pro Jahr in Rente. Bis 2035 werden nach Berechnungen des Pestel-Instituts insgesamt rund 13.800 Menschen im Ruhestand sein. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) nimmt diese Entwicklung zum Anlass, um den Erhalt der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren zu fordern. Hintergrund ist die laufende Debatte über eine Reform der gesetzlichen Rentenversicherung.

Die NGG-Region Rosenheim-Oberbayern beruft sich bei den regionalen Zahlen auf das Pestel-Institut. Die Gewerkschaft warnt davor, dass Beschäftigte mit langen Erwerbsbiografien durch mögliche Änderungen bei der Rente Nachteile erleiden könnten. Besonders betroffen sieht sie Menschen, die kurz vor dem Erreichen von 45 Versicherungsjahren stehen oder diese bereits erfüllt haben.

Rentenreform noch nicht beschlossen

Die von der Bundesregierung eingesetzte Alterssicherungskommission hat empfohlen, die abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte abzuschaffen. Die Empfehlungen sind allerdings noch kein geltendes Recht. Wie die Reform gesetzlich umgesetzt wird, ist noch offen. Bis zu einer Gesetzesänderung gelten die bisherigen Regelungen.
Manuel Halbmeier, Geschäftsführer der NGG-Region Rosenheim-Oberbayern, berichtet von Verunsicherung unter Beschäftigten. „Sie befürchten deutliche Abschläge und damit spürbare Einbußen bei ihrer Rente, wenn sie jetzt aus dem Berufsleben ausscheiden wollen“, sagt Halbmeier.

Die Gewerkschaft argumentiert, dass viele Menschen mit langen Erwerbsbiografien keine hohen Einkommen erzielen und deshalb auf eine verlässliche gesetzliche Rente angewiesen seien. Halbmeier verweist dabei insbesondere auf Beschäftigte in der Lebensmittelproduktion sowie in Bäckereien, Kantinen und Restaurants.

Zahlen aus Bayern

Wie viele Menschen lange Versicherungszeiten vorweisen, zeigen nach Angaben der NGG Zahlen der Deutschen Rentenversicherung für Bayern. Unter den knapp 945.000 Männern, die Ende 2025 eine gesetzliche Altersrente bezogen, hatten rund 434.200 mindestens 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt. Bei den knapp 1,2 Millionen Frauen waren es rund 182.500.
Die Gewerkschaft appelliert an CDU/CSU und SPD, die Rentenreform sozial auszugestalten. Auch eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters lehnt sie ab. Halbmeier begründet das mit den Belastungen körperlicher Arbeit: „Es wird dabei immer wieder auf eine steigende Lebenserwartung verwiesen. Doch wer körperlich belastend arbeitet, kann nicht beliebig länger arbeiten“, sagt er.
Aus Sicht der NGG würde eine höhere Altersgrenze für diese Beschäftigten einer Rentenkürzung gleichkommen. Kritisch sieht die Gewerkschaft außerdem die geplante Kapitalrente. Sie fordert, die gesetzliche Rente verlässlich zu halten und das Rentenniveau weiterhin an die Lohnentwicklung zu koppeln. Eine stärkere Abhängigkeit von den Risiken der Finanzmärkte lehnt sie ab.
(Quelle: Pressemitteilung NGG-Region Rosenheim / Beitragsbild: Fotomontage NGG-Tobias Seifert)

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