Rosenheim – „Es ist weit mehr als ein Gebäude – es ist ein Teil der Rosenheimer Stadtgeschichte und unserer Familiengeschichte.“ Mit diesen Worten hat Marisa Steegmüller im „Franz am Wiesntor“ die Bedeutung des Hauses auf den Punkt gebracht, das nun mit dem Fassadenpreis 2025 ausgezeichnet wurde.
Die Freude über die Auszeichnung war bei Marisa Steegmüller groß. Fotos: Josefa Staudhammer
Diesmal hat die Stadt Rosenheim den Fassadenpreis direkt in dem Gebäude überreicht, das ausgezeichnet wurde: dem „Franz im Wiesntor“ in der Kaiserstraße 233. Die Auszeichnung würdigt die gelungene Sanierung und Weiterentwicklung eines historischen Stadels am Eingang zur Loretowiese. Die Entscheidung fiel im Frühjahr diesen Jahres einstimmig im Stadtrat (wir berichteten).
Der Fassadenpreis wird seit 1973 jährlich vergeben. Er zeichnet Gebäude aus, deren Sanierung das Stadtbild erhält und gleichzeitig behutsam weiterentwickelt.
Das prämiierte Gebäude hat eine lange Geschichte: Der ehemalige Flötzinger-Stadel wurde 1841 errichtet und diente über Jahrzehnte als Lager der Brauerei. Nach der Aufnahme in die Denkmalliste wurde das Haus in den vergangenen Jahren umfassend saniert und neu genutzt.
Zwischen Geschichte und neuer Nutzung
Heute wird das Erdgeschoss als Event-Gastronomie genutzt, darüber befinden sich drei Wohneinheiten. Die Nutzung hat sich nach Abschluss der Sanierung etabliert und verbindet historische Substanz mit zeitgemäßen Funktionen.
Auch außerhalb der Herbstfestzeit können die Räumlichkeiten für Feiern, Tagungen und Versammlungen inklusive Bewirtung genutzt werden.
Architekt Eik Kammerl sprach bei der Übergabe von einer „echten Herausforderung“, insbesondere aus technischer Sicht. So sei im Zuge der Sanierung eine historische Pfahlgründung unter dem Gebäude vorgefunden worden. Der Aufwand habe sich aber gelohnt.
Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan betonte, das Gebäude verbinde Tradition und Moderne und sei ein gelungenes Beispiel für eine lebendige Stadtentwicklung. „Wir zeichnen mit dem ‚Franz am Wiesntor‘ ein echtes Stück Rosenheimer Heimat aus, das mit unglaublich viel Herzblut, Liebe zum Detail, Respekt vor der Geschichte und einer großen Portion Weitblick völlig neu gestaltet wurde. Die Sanierung dieses seltenen Zeugnisses unserer Wirtschafts- und Stadtgeschichte zeigt eindrucksvoll, wie sich dieses Erbe in die Zukunft führen lässt“, sagte er.
Erinnerung an die Geschichte des Hauses
Bei Marisa Steegmüller war die Freude über die Auszeichnung groß. „Das Gebäude hat viele Generationen in Rosenheim begleitet“, sagte sie. Der Name „Franz am Wiesntor“ erinnert an ihren Vater Franz Steegmüller, den langjährigen Chef der Flötzinger Brauerei, der im Mai 2024 verstorben ist. Mit der Benennung soll seine enge Verbundenheit mit der Stadt und der Brauerei lebendig gehalten werden.
Der Rosenheimer Fassadenpreis besteht aus einer Urkunde und einer Keramikkachel, die die ausgezeichneten Gebäude auch nach außen sichtbar macht. Schon bald wird sie auch die Fassade des „Franz am Wiesntor“ zieren.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Josefa Staudhammer)



0 Kommentare