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Rosenheimer Herbstfest: Wie zeitgemäß ist das große Feuerwerk noch?

Feuerwerk Herbstfest 2024. Fotos: Innpuls.me

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

13. August 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim – Für die einen gehört es zu den Höhepunkten des Rosenheimer Herbstfestes, für andere ist die Frage längst überfällig, ob ein großes Feuerwerk mit Knall und Rauch noch zeitgemäß ist. Auch heuer soll das traditionelle Brillant-Feuerwerk wieder am zweiten Wiesn-Donnerstag, 10. September, um 21 Uhr über der Loretowiese stattfinden.

Bei der traditionellen Pressekonferenz zum Rosenheimer Herbstfest am Mittwoch (12. August) im Glückshafen ging Klaus Hertreiter vom Wirtschaftlichen Verband Rosenheim, dem Veranstalter des Festes, auch auf die Diskussion um das Feuerwerk ein. Eine Alternative, die ihn bislang wirklich überzeugt, sieht er nicht. Gleichzeitig will man die Entwicklung weiter beobachten.

Trockenheit kann eine Rolle spielen

In diesem Sommer sorgt die anhaltende Hitze und Trockenheit bereits bei verschiedenen Veranstaltungen in Deutschland für Absagen von Feuerwerken. Auch der Rosenheimer Veranstalter hat die Wetterentwicklung deshalb im Blick. Eine konkrete Absage des Rosenheimer Feuerwerks steht derzeit allerdings nicht im Raum. „Da steckt man natürlich nie drin. Auf äußere Einflüsse haben wir natürlich keinen Einfluss“, sagte Hertreiter. Sollte es bis zum Herbstfest weiterhin sehr trocken bleiben, könnte die Situation auch in Rosenheim zum Problem werden.
Aber auch Regen und Wind können entscheidend sein. „Mit Regen an sich hat man heutzutage zwar mit dem Feuerwerk kein großes Problem mehr, aber wenn es zu stark wird oder auch noch starker Wind dazu kommt, wäre es auch dann vorbei und wir müssten das Feuerwerk absagen“, erklärte Hertreiter. Aktuell blickt er dennoch zuversichtlich auf den traditionellen Termin. Das Feuerwerk am zweiten Wiesn-Donnerstag läutet zugleich den Endspurt des Herbstfestes ein.

Für viele Besucher gehört es dazu

Die Diskussion über die Zukunft des Feuerwerks dreht sich jedoch nicht allein um das Wetter. Für viele Besucher ist das große Spektakel am Himmel nach wie vor ein fester Bestandteil des Herbstfestes. Andere sehen das zunehmend kritischer – etwa wegen Lärm und Rauch – und fragen, ob sich die Tradition nicht durch eine modernere Form ersetzen ließe. Eine solche Alternative gibt es nach den Worten Hertreiters bislang nicht. „Es gibt bis jetzt keine Alternativen, die uns überzeugen konnten“, sagte er.

Man bleibe bei diesem Thema aber am Ball und werde immer wieder prüfen, ob die Zeit für eine Veränderung gekommen sei. Als mögliche Variante nannte Hertreiter beispielsweise eine Drohnenshow, wie sie bei anderen Veranstaltungen inzwischen eingesetzt wird. Doch auch hier sieht der Veranstalter offene Fragen. „Da ist halt dann auch die Frage, wie positiv die Drohne noch besetzt ist, wie jetzt nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig“, sagte Hertreiter.
Hinzu kommt: Bei den Besuchern bestehe weiterhin eine große Nachfrage nach dem traditionellen Feuerwerk. Solange viele Menschen genau dieses Erlebnis erwarten, sieht der Wirtschaftliche Verband keinen Grund, es vorschnell durch etwas anderes zu ersetzen.

2024 wurde eine leisere Variante getestet

Dass Veränderungen durchaus denkbar sind, zeigte bereits das Jahr 2024. Damals testete der Wirtschaftliche Verband erstmals ein lärmreduziertes Feuerwerk. Dabei wurde der Schwerpunkt stärker auf die optischen Effekte gelegt und die besonders lauten Elemente reduziert. Am lauten Knall am Anfang und Ende wird aber weiter festgehalten, als weithin hörbares Zeichen für Besucher und Schaulustige weit über die Grenzen der Loretowiese hinaus, wann das Spektakel am Himmel beginnt und endet. 

Schon 1861 sollte es am Himmel leuchten

Die Verbindung zwischen dem Rosenheimer Volksfest und einem Feuerwerk reicht weit zurück. Bereits bei der allerersten Veranstaltung im Jahr 1861 war ein großes Feuerwerk angekündigt. Damals hieß das Fest noch „landwirtschaftliches Bezirksfest mit Industrieschau“ und dauerte drei Tage. Rosenheim war zu diesem Zeitpunkt ein kleiner Markt mit weniger als 5.000 Einwohnern.
 Die Premiere verlief allerdings anders als geplant. Heftiger Regen machte dem Fest zu schaffen – und das angekündigte Feuerwerk konnte gar nicht erst stattfinden.

Überhaupt war das Volksfest in seinen ersten Jahrzehnten noch keine regelmäßige Veranstaltung. Erst nach mehreren Unterbrechungen entwickelte sich daraus eine dauerhafte Tradition. 1933 erhielt das Fest schließlich den Namen „Herbstfest“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Rosenheimer Wiesn wieder dauerhaft etabliert. Der Wirtschaftliche Verband übernahm die Organisation und das Fest entwickelte sich zu dem großen Ereignis, das heute jedes Jahr Tausende Besucher auf die Loretowiese zieht.

Das Feuerwerk bekam dabei seinen festen Platz am zweiten Donnerstag. Aus dem besonderen Programmpunkt wurde eine Tradition, die für viele längst zum Herbstfest dazugehört.

Gold, Silber und „Falling Leaves“

Auch heuer soll es am Donnerstag, 10. September, um 21 Uhr wieder spektakulär werden. Hertreiter kündigte goldene und silberne Schweif-Effekte, funkelnde Crackling-Palmen, sanft herabschwebende „Falling Leaves“ sowie imposante Farbkompositionen an.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

1 Kommentar

  1. Eine Viertelstunde pro Jahr ist doch ein Feuerwerk erträglich! Für viele Menschen gehört es seit vielen Jahren ganz einfach zum Herbstfest! 😀
    Dann sollte man doch besser das Silvesterfeuerwerk einkürzen! Die Knallerei beginnt bereits zu früh und endet zu spät – ob erlaubt oder auch nicht. Mensch, Tier und Umwelt würden es danken!

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