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Rosenheimer Rathaus: Müssen die „Vier Leute“ bald ausziehen?

Kunstwerk Vier Leute im Rosenheimer Rathaus von Eva Maria Lankes. Foto: Karin Wunsam

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

25. Juni 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Sie stehen da, als hätten sie alle Zeit der Welt – und im Grunde haben sie die auch. Seit mehr als 30 Jahren gehören die „Vier Leute“ von Erika Maria Lankes fest zum Rosenheimer Rathaus. Doch nun stellt sich plötzlich die Frage, ob die vier stillen Figuren bald eine neue Bleibe suchen müssen.

Wer das Rathaus in Rosenheim betritt, kommt an ihnen kaum vorbei, denn die Figurengruppe steht im Zentralfoyer, das das historische Hauptgebäude mit dem Südflügel verbindet. Bürger, Stadträte, Besucher und Journalisten passieren sie täglich, meist im Vorübergehen, manchmal mit einem kurzen Blick, gelegentlich aber auch mit einem längeren Innehalten.

Denn übersehen kann man sie nicht – und ignorieren eigentlich auch nicht.

Zwischen Alltag, Baugeschichte und Blickfang

Die vier lebensgroßen Figuren aus eingefärbtem Polyester wirken wie eingefrorene Alltagsszenen, keine Heldengestalten und keine Denkmäler, sondern Menschen mitten aus dem Leben, mit Ecken, Kanten und einer Präsenz, die bis heute polarisiert.

Dabei sind sie längst selbst ein Stück Baugeschichte geworden. Seit 1994 stehen sie im Rathausfoyer – und damit bereits zu einem Zeitpunkt, als rund um das Gebäude noch gebaut, erweitert und fertiggestellt wurde. Die große Rathauserweiterung, die sich von 1989 bis 1997 zog, erlebten sie gewissermaßen aus der ersten Reihe. Während der Bau noch lief, waren sie längst eingezogen.

Hinweise aus dem Verwaltungsumfeld – und eine klare Nachfrage

Innpuls.me sind aus dem Umfeld der Stadtverwaltung Hinweise zugetragen worden, dass intern über die Zukunft der Figurengruppe gesprochen wird. Auf Nachfrage äußert sich die Stadt Rosenheim so:: „Wir befinden uns am Anfang von internen Überlegungen, wie künftig mit dem Kunstwerk von Erika Maria Lankes im Rathausfoyer umgegangen wird. Dieser Prozess ist ergebnisoffen, Spruchreifes gibt es aber noch nicht.“

Damit bestätigt die Stadt, dass entsprechende Überlegungen tatsächlich stattfinden, konkrete Entscheidungen über den Verbleib der Figurengruppe gibt es jedoch nicht.

Vier Menschen, viele Meinungen

Geschaffen wurden die „Vier Leute“ von der Bildhauerin Erika Maria Lankes (1940–2022), die über Jahrzehnte die Kunstlandschaft in und um Rosenheim prägte und für ihr Werk mehrfach ausgezeichnet wurde, unter anderem mit dem Kulturpreis der Stadt Rosenheim sowie dem Oberbayerischen Kulturpreis.

Ihr Ansatz war dabei stets derselbe: keine idealisierten Figuren, sondern Menschen, wie sie im Alltag tatsächlich vorkommen könnten. Genau das macht auch die Gruppe im Rathaus bis heute so präsent – und gleichzeitig so umstritten.

Denn während die einen in ihnen ein ehrliches Stück Alltagsbeobachtung sehen, empfinden andere sie als zu roh, zu direkt und zu wenig gefällig. Viel dazwischen gibt es selten, und genau das hält die Diskussion über sie am Leben.

Dauerpräsenz im Foyer

Ob das auch in Zukunft so bleibt, ist offen. Klar ist nur: Kaum ein Kunstwerk im Rosenheimer Stadtbild ist so präsent und gleichzeitig so umstritten wie diese vier Figuren im Rathaus.

Und genau deshalb bekommt die aktuelle Debatte einen fast alltäglichen Beiklang, der überraschend nüchtern wirkt: Wenn über einen möglichen neuen Standort nachgedacht wird, klingt das plötzlich ein bisschen wie eine städtische Wohnungssuche.

Zwischen Standortfrage und Alltag

Vier Bewohner mit fester Adresse im Foyer, täglich im Blickfeld von Besuchern, aber womöglich irgendwann auf der Suche nach einem neuen Platz mit ähnlicher Laufkundschaft.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Foto: Karin Wunsam)

1 Kommentar

  1. Woher kommen solche Überlegungen?

    Ist die Menschengruppe zu wenig „divers“?

    Zu altbacken?

    Oder erinnert sie zu sehr an ein klassisches Familienbild, was heutzutage eine eher defizitäre Weltanschauung darstellt ….. ?

    Antworten

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