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Rosenheimer Schultoiletten: 3,4 Millionen Euro für Sanierungen geplant

Schultoiletten Foto schwarz weiß. Symbolfoto re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

23. September 2026

Lesezeit: 4 Minute(n)

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Rosenheim – Schultoiletten sind ein Dauerbrenner – auch in Rosenheim. Die Stadt hat jetzt 357 WC-Räume an 16 Schulen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Einige Anlagen werden als „nicht zumutbar“ eingestuft. Rund 3,4 Millionen Euro sollen deshalb bis 2031 in die Sanierung der Schultoiletten fließen. Besonders dringend ist die Situation an der Grund- und Mittelschule Westerndorf St. Peter und am Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium.

Eine Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerks aus dem Jahr 2024 zeigt, dass Rosenheim mit dem Problem nicht allein ist: In Bayern bewerteten 44 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen den Zustand ihrer Schultoiletten als eher schlecht oder sehr schlecht. Deutschlandweit waren es 56 Prozent.
Mit der Sanierung der Toiletten in Westerndorf St. Peter hatte sich am Dienstagabend (22. September)  der Haupt- und Finanzausschuss des Rosenheimer Stadtrats beschäftigt. Hintergrund war ein Antrag der CSU-Stadtratsfraktion. Der Ausschuss stimmte dem Vorhaben einstimmig zu. Die endgültige Entscheidung fällt im Stadtrat am 30. September.

357 WC-Räume unter die Lupe genommen

Das Zentrale Gebäudemanagement der Stadt hatte die Toilettenanlagen an den städtischen Schulgebäuden systematisch untersucht. Insgesamt wurden 357 WC-Räume mit einer Gesamtfläche von rund 4.000 Quadratmetern an 16 Schulen einschließlich zugehöriger Sporthallen erfasst.
Dabei wurden die Anlagen in vier Kategorien eingeteilt. In den Kategorien 1 und 2 sind die Toiletten entweder zeitgemäß oder zwar optisch nicht mehr aktuell, aber funktional noch in Ordnung. Diese Anlagen sollen bei Bedarf im Rahmen der normalen Bauunterhaltung erneuert werden.
Kategorie 3 umfasst Toiletten, die sowohl optisch nicht mehr zeitgemäß als auch funktional eingeschränkt sind. Sie sollen zwischen 2026 und 2031 schrittweise auf den aktuellen Standard gebracht werden. In dieser Kategorie befinden sich unter anderem die Grund- und Mittelschule Westerndorf St. Peter, das Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium und die Doppelturnhalle Am Nörreut.
Bei den Toiletten der Kategorie 4 sieht die Stadt dagegen unmittelbaren Handlungsbedarf. Hier geht es um Anlagen, die beispielsweise wegen Geruchs, eingeschränkter Funktion oder ihres Zustands als „nicht zumutbar“ eingestuft wurden. Aktuell betrifft das die Grund- und Mittelschule Westerndorf St. Peter und das Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium. Beide sollen bis Ende 2027 saniert werden.

In Westerndorf St. Peter stinkt es

Die Toiletten der Grund- und Mittelschule Westerndorf St. Peter sind mehr als 50 Jahre alt. In ihrem Antrag hatte die CSU auf wiederholte Wasserschäden und defekte Abwasserleitungen hingewiesen. Dadurch komme es zu einem starken Geruch, außerdem seien die hygienischen Bedingungen nicht mehr akzeptabel.
CSU-Fraktionsvorsitzender Dr. Wolfgang Bergmüller hatte sich die Toiletten selbst angesehen und begrüßte im Ausschuss die geplante Sanierung. „Die Toiletten sind über 50 Jahre alt. Ihr Zustand ist an sich dafür sogar noch ganz ordentlich, aber aufgrund der kaputten Leitungen stinkt es extrem“, sagte er.

Besonders wichtig sei für ihn, dass die Arbeiten zügig umgesetzt werden können. Die Verwaltung geht davon aus, dass die einzelnen Gewerke aufgrund ihrer Größenordnung unter den maßgeblichen Vergabeschwellen liegen und deshalb als Direktaufträge vergeben werden können. Je nach Auftragswert sollen dabei mehrere Angebote verglichen und der wirtschaftlichste Anbieter ausgewählt werden.
Für die Grund- und Mittelschule Westerndorf St. Peter sind für 2026 rund 100.000 Euro und für 2027 rund 250.000 Euro vorgesehen.

Es geht um mehr als neue Toiletten

Bei den geplanten Arbeiten handelt es sich nicht nur um einen Austausch einzelner Sanitärgegenstände. Die bestehenden Einbauten und technischen Installationen sollen bis auf die Grundmauern zurückgebaut werden. Erneuert werden unter anderem Sanitär-, Heizungs- und Elektroinstallationen sowie bei Bedarf die Lüftung.
Auch Bodenaufbau, Wand- und Deckenoberflächen werden erneuert. Die neuen Toiletten sollen überwiegend mit Vorwandinstallationen ausgeführt werden. Geplant ist außerdem eine LED-Beleuchtung mit bedarfsgerechter Steuerung.

Für die Sanierung der Toilettenanlagen der Kategorie 3 und 4 rechnet die Stadt insgesamt mit rund 3,4 Millionen Euro bis 2031. Für 2026 sind dabei unter anderem rund 450.000 Euro für das Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium und rund 100.000 Euro für Westerndorf St. Peter vorgesehen. 2027 folgen weitere rund 400.000 Euro für das Gymnasium und rund 250.000 Euro für Westerndorf St. Peter.
Die für 2027 benötigten 850.000 Euro sind bislang noch nicht im Haushalt und in der Finanzplanung enthalten. Sie sollen im laufenden Haushaltsverfahren berücksichtigt werden. Wegen der angespannten Finanzlage sollen die zusätzlichen Ausgaben durch Einsparungen bei anderen Maßnahmen ausgeglichen werden. Ein geeignetes staatliches Förderprogramm gibt es nach Angaben der Stadt derzeit nicht.

Auch Verschmutzungen sind ein Thema

Neben den baulichen Problemen gibt es bei den Schultoiletten noch einen weiteren Punkt: Bei den Begehungen und aufgrund von Rückmeldungen der Hausmeister stellte die Stadt wiederholt Verunreinigungen durch Schüler fest. Teilweise sei deshalb eine intensive Reinigung notwendig.
Solche zusätzlichen Reinigungen sollen bei Bedarf unmittelbar beauftragt werden. Gleichzeitig sollen Schulen, Eltern und Schüler für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Toiletten sensibilisiert werden. Auch die Kosten und der Aufwand für Reinigung und Instandhaltung sollen im Unterricht thematisiert werden.

Die Sanierungen sollen außerdem so organisiert werden, dass während der Arbeiten ausreichend Toiletten zur Verfügung stehen. Deshalb will die Stadt die Maßnahmen abschnittsweise umsetzen. Aufwendige Zwischenlösungen wie Sanitärcontainer sollen damit möglichst vermieden werden.

Barrierefreiheit soll mitgedacht werden

Im Ausschuss wurde auch auf die Barrierefreiheit hingewiesen. Die Freie-Wähler-Stadträtin Christine Degenhart regte an, bei den Sanierungen entsprechende Verbesserungen mitzudenken. Schon vergleichsweise kleine Veränderungen, etwa größere Kabinen oder Türen, die nach außen aufgehen, könnten dabei viel bewirken. Oberbürgermeister Abuzar Erdogan bezeichnete das Thema als „wichtiges Thema“. Es sei richtig dafür, „Geld in die Hand zu nehmen“. Auch die Grünen-Stadträtin Anna Rutz sprach sich für die Sanierung aus trotz hoher finanzieller Mittel: „Das ist eine gute Investition“.

Der Haupt- und Finanzausschuss stimmte dem Vorhaben einstimmig zu. Die endgültige Entscheidung über die Maßnahmen fällt am 30. September im Rosenheimer Stadtrat.
(Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto: re)

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