Rosenheim – Vor der eigenen Haustür treffen in Rosenheim sehr unterschiedliche Einkommensverhältnisse aufeinander. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Rosenheim-Oberbayern, die sich auf Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik und der Bundesagentur für Arbeit stützt, gibt es 32 Einkommensmillionäre in der Stadt. Gleichzeitig stehen rund 36.900 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Arbeit.
Damit kommt rechnerisch ein Einkommensmillionär auf 1.153 Beschäftigte. „So sieht das Gefälle zwischen Normal- und Spitzenverdienern in Rosenheim aus. Die einen krempeln die Ärmel hoch, um über die Runden zu kommen. Die anderen verdienen ihr Geld überwiegend an der Börse und mit Unternehmensgewinnen“, sagt Manuel Halbmeier, Geschäftsführer der NGG Rosenheim-Oberbayern. Er warnt vor einer „zunehmenden sozialen Schieflage“.
NGG sieht wachsende Belastung für Beschäftigte
Aus Sicht der Gewerkschaft stehen vor allem Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen unter Druck. Viele Vollzeitbeschäftigte müssten trotz Arbeit steigende Lebenshaltungskosten bewältigen. Gleichzeitig verweist die NGG auf Unterschiede bei der steuerlichen Belastung von Arbeitseinkommen und Kapitaleinkünften.
„Es geht nicht darum, dass die einen mehr Geld haben als die anderen. Es geht darum, dass wenige im ‚Gold-Statuslevel‘ leben. Und dass immer mehr trotz eines Vollzeitjobs darum kämpfen, genug Geld für Miete, Sprit und Lebensmittel zusammenzubekommen“, so Halbmeier. Auch Menschen ohne Arbeit sowie Rentner seien betroffen.
NGG äußert Erwartungen an geplante Reformen
Im Zusammenhang mit den angekündigten Reformen der Bundesregierung richtet die NGG einen Appell an die Bundestagsabgeordneten aus der Region. Aus Sicht der Gewerkschaft sollten Reformen im Steuer-, Renten- und Gesundheitssystem soziale Auswirkungen berücksichtigen.
Halbmeier verweist dabei unter anderem auf die unterschiedliche Besteuerung von Arbeit und Kapital sowie auf die Verteilung von Steuerlasten. Themen wie Vermögensbesteuerung, Spitzensteuersatz und das Ehegattensplitting müssten aus Sicht der NGG in der politischen Diskussion berücksichtigt werden.
(Quelle: Pressemitteilung NGG / Beitragsbild: Copyright NGG-Nils Hillebrand)


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