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„Sanfte Revolution im Kuhstall“: Was hinter dem neuen Stallkonzept in Berbling steckt

So viel Besuch bekommen die Kühe im Stall der Familie Koller sonst wohl nie. Fotos: Copyright Wolfang Hampel, Behördenleiter a.D. am AELF Rosenheim

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

21. Oktober 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Berbling / Landkreis Rosenheim – Über 600 Besucher haben am Kirchweihmontag den neuen Milchviehstall des Biohofs Koller in Berbling bei Bad Aibling besichtigt. Im Mittelpunkt standen ein Stallkonzept, das sich an den Bedürfnissen der Kühe orientiert, und die Frage, wie sich Tierwohl und Wirtschaftlichkeit verbinden lassen.

Das Interesse an der Veranstaltung am Kirchweihmontag war groß. Foto: Copyright Wolfgang Hampel, Behördenleiter a.D. am AELF Rosenheim

Das Interesse an der Veranstaltung am Kirchweihmontag war groß. Fotos: Copyright Wolfgang Hampel, Behördenleiter a.D. am AELF Rosenheim

Der Besuch landwirtschaftlicher Betriebe am Kirchweihmontag hat bei den ehemaligen Landwirtschaftsschülern Tradition. In diesem Jahr führte die Veranstaltung zum Betrieb der Familie Koller. Unter den mehr als 600 Gästen waren vor allem Landwirte mit ihren Familien und Freunden.

Bei der Begrüßung bezeichnete Anna Bruckmeier, Leiterin des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Rosenheim, das Stallkonzept als „sanfte Revolution im Kuhstall“. Grundlage sei die Überlegung, dass es allen Tieren gut gehen soll, auch den schwächeren Kühen. Gesunde Tiere, die sich wohlfühlen, seien leistungsbereiter und damit auch wirtschaftlicher. Wichtig sei zugleich, dass die Landwirte mit dem System gut zurechtkommen.

Mit dabei war auch Amtsleiterin Anna Bruckmeier. Floto: Copyright Wolfang Hampel, Behördenleiter a.D. am AELF Rosenheim

Mit dabei war auch Anna Bruckmeier, Leiterin des AELF Rosenheim. 

Viel Platz und freie Sicht für die Kühe

Betriebsleiter Alois Koller und sein Sohn Emanuel, der den Hof übernehmen soll, stellten den Betrieb vor. Weil die alte Hofstelle im Dorf zu beengt war, entstand der neue Stall rund 200 Meter entfernt. Er wurde im November 2025 bezogen und bietet Platz für 73 Milchkühe. Zum Biohof gehören außerdem ein Außenbereich mit Futtertisch und der Zugang zu einer angrenzenden Weide. Das Jungvieh wird auf Partnerbetrieben aufgezogen.

Bei der Planung spielten die Empfehlungen des Schweizer Landwirtschaftsberaters Christian Manser eine wichtige Rolle. Er stellt bei der Stallgestaltung das Wohl der einzelnen Kuh in den Mittelpunkt. Auch bei der Besichtigung erläuterten Monika Schaecke vom AELF Rosenheim und Emanuel Koller, wie sich dieser Ansatz im neuen Stall zeigt.

Das Gebäude ist ungewöhnlich hoch und nach Osten und Westen offen. Dadurch kann die Luft gut zirkulieren. An heißen Sommertagen sorgen sechs Ventilatoren für zusätzliche Luftbewegung. Die Kühe haben viel Platz zum Fressen und Liegen. Ihre Liegeflächen werden mit verrottetem Pferdemist eingestreut, der für eine weiche Unterlage sorgt. Die Pflege der Liegeboxen ist zwar arbeitsintensiv, wird auf dem Hof aber bewusst in Kauf genommen. Nach den Erfahrungen der Familie sind die Kühe sauber und bringen gute Milchleistungen.
Auch die weitgehend freie Sicht im Stall gehört zum Konzept. Da Kühe Fluchttiere sind, soll die offene Gestaltung für mehr Ruhe sorgen. Gemolken werden die Tiere mit einem automatischen Melksystem, das auf die Bedürfnisse der einzelnen Kuh eingeht.

Wirtschaftlichkeit bleibt entscheidend

Neben dem Tierwohl muss sich der Stall auch langfristig rechnen. Auf dem Dach wurde deshalb eine Photovoltaikanlage installiert, die einen großen Teil des Strombedarfs des Betriebs decken kann. Bei der Investition wurde laut Betriebsbeschreibung besonderer Wert auf die Wirtschaftlichkeit gelegt. Die Finanzierung ist langfristig angelegt.

Nach dem Rundgang blieben viele Besucher noch beisammen. Bei Kaffee, Kuchen, Bratwürsten und bayerischer Musik klang der Kirchweihmontag aus.
(Quelle: Artikel Wolfgang Hampel, Behördenleiter a. D. am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim / Beitragsbild, Fotos: Copyright Wolfgang Hampel, Behördenleiter a. D. am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim)

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