Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in die 1950er Jahre. Auf unserer historischen Aufnahme sehen wir den Sprungturm im Schwimmbad Prien – heute Prienavera Erlebnisbad.
Wer damals im Priener Strandbad ins Wasser wollte, konnte sich dafür auch aus luftiger Höhe in den Chiemsee stürzen. Der markante Sprungturm stand auf einem hinteren Badesteg und war rund acht Meter hoch. Mehrere Ebenen boten unterschiedliche Sprunghöhen.
Das Bild erinnert damit an eine Zeit, in der das Baden am Chiemsee noch deutlich anders aussah als heute. Das Strandbad Prien-Stock gab es bereits seit den 1920er Jahren. Ende der 1950er Jahre kam ein markantes Holzgebäude mit Umkleiden hinzu, das von den Prienern den Spitznamen „Holzwurm“ erhielt.
Sprungturm als Treffpunkt
Der Sprungturm war bis in die 1960er Jahre ein wichtiger Bestandteil des Badebetriebs. Er wurde nicht nur von Freizeitschwimmern genutzt, sondern spielte auch beim Schwimmsport und bei Schwimmkursen eine Rolle.
Wer sich ganz nach oben wagte und von dort in den Chiemsee sprang, bewies durchaus Mut. Gleichzeitig brachte ein hoher Sprungturm an einem natürlichen Gewässer besondere Herausforderungen mit sich. Der Wasserstand des Chiemsees kann schwanken, und auch die Sicherheitsanforderungen an öffentliche Badeanlagen änderten sich. Der Turm musste deshalb schließlich abgebaut werden.
Vom Freibad zum Erlebnisbad
1970 wurde das Priener Bad als beheiztes Freibad neu eröffnet. Rund 27 Jahre blieb diese Anlage in Betrieb, bevor eine grundlegende Veränderung anstand.
In den 1990er Jahren entschied man sich gegen eine einfache Überdachung des bestehenden Freibads und für einen Neubau. 1999 wurde schließlich das heutige Prienavera Erlebnisbad eröffnet.
Vom alten Freibad ist damit vieles verschwunden. Geblieben ist aber die besondere Lage direkt am Chiemsee. Das heutige Strandbad verbindet weiterhin den Zugang zum See mit dem Hallenbad.
Auch einen Turm gibt es heute wieder. Statt des alten Sprungturms steht dort inzwischen ein Rutschen- und Aussichtsturm. Von oben bietet sich unter anderem ein Blick auf Schloss Herrenchiemsee und die Chiemgauer Alpen.
So erzählt die historische Aufnahme nicht nur von einem alten Sprungturm. Sie zeigt ein Stück Priener Badegeschichte – und erinnert an eine Zeit, in der ein Sprung aus acht Metern Höhe in den Chiemsee für viele Badegäste zum besonderen Erlebnis gehörte.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)


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