Rosenheim – Regenschirm auf, Mantelkragen hoch und los geht’s: Beim Simon- und Judäimarkt mit verkaufsoffenem Mantelsonntag ist am heutigen Sonntag (25. Oktober) trotz Regen und Kälte einiges los in der Rosenheimer Innenstadt. Zwischen den Marktständen fallen allerdings ungewohnte Lücken auf. Und auch eine alte Markttradition ist inzwischen auf einen einzigen Stand geschrumpft.
Weniger Stände als gewohnt
Das Wetter zeigt sich heute alles andere als von seiner goldenen Oktoberseite. Es regnet, es ist kühl und gemütlich ist der Bummel über den Markt nicht gerade. Trotzdem sind viele Besucher in der Innenstadt unterwegs. Bei den Marktständen ist die Auswahl heuer allerdings kleiner als sonst. Offenbar haben einige Händler wegen des schlechten Wetters kurzfristig auf die Anreise verzichtet. An manchen Stellen bleiben deshalb Plätze frei.
Die Geschäfte profitieren vom Regenwetter
Für die geöffneten Geschäfte ist das Wetter dagegen durchaus von Vorteil. Wer beim Bummeln nass wird oder sich einfach aufwärmen möchte, kann sich in den Läden umsehen. So geht es für viele Besucher vom Markt immer wieder hinein ins Trockene und Warme, bevor sie ihren Rundgang fortsetzen.
Wer heute noch vorbeischauen möchte: Markt und Geschäfte haben bis 17 Uhr geöffnet.
Den großen Andrang gibt es heuer aufgrund ungemütlichen Wetters nicht. Aber in den Geschäften ist dann doch einiges los. Fotos: Josefa Staudhammer
Vom eigenen Marktbereich zum einzelnen Stand
Zum Simon- und Judäimarkt gehörte in Rosenheim früher auch ein eigener Bereich für Grabschmuck. Dort konnten sich die Besucher vor Allerheiligen mit Gestecken und anderem Schmuck für die Gräber ihrer Angehörigen eindecken. Inzwischen ist davon kaum etwas übrig geblieben. Vertreten ist diesmal tatsächlich nur noch ein Stand.
Das ist ein deutlicher Wandel für einen Markt, der traditionell eng mit den Vorbereitungen auf Allerheiligen verbunden ist. Am 1. November besuchen viele Familien die Gräber ihrer Angehörigen und gedenken der Verstorbenen. Der passende Grabschmuck gehörte für viele zum festen Bestandteil dieser Vorbereitungen.
Früher gab es für die Grabgestecke einen eigenen Bereich. Heuer ist nur noch ein Stand vertreten.
Warum der Sonntag Mantelsonntag heißt
Auch der Name Mantelsonntag erzählt ein Stück Alltagsgeschichte. Früher nutzten die Menschen die Zeit vor Allerheiligen, um sich für den Winter neu einzukleiden. Besonders der Mantel spielte dabei eine wichtige Rolle: Beim Friedhofsgang am 1. November wollte man nicht nur warm angezogen sein, sondern auch seine gute Sonntagskleidung tragen.
Ein neuer Wintermantel war damals eine kostspielige Anschaffung und wurde oft viele Jahre getragen. Der Mantelsonntag bot Gelegenheit, sich rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit darum zu kümmern. Zugleich ließ sich der Einkauf mit dem Besuch des Simon- und Judäimarkts verbinden.
Heute steht vor allem das Einkaufserlebnis im Mittelpunkt. Der Name Mantelsonntag erinnert aber noch an die Zeiten, als an diesem Tag tatsächlich der neue Wintermantel für den Allerheiligengang gekauft wurde.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos und Video: Josefa Staudhammer)




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