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Simsseer Weidefleisch eG löst sich auf

Kuh auf der Weide

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

29. August 2022

Lesezeit: 2 Minute(n)

Stephanskirchen / Landkreis Rosenheim – Diese Nachricht kam überraschend: die Simsseer Weidefleisch Genossenschaft in Stephanskirchen löst sich auf und damit ist auch erst einmal die Vision von bewusstem Fleischkonsum, hochwertiger Bio-Qualität und Tierwohl an dieser Stelle bereits in wenigen Tagen Geschichte.  Innpuls.me hat mit Rudolf Finsterwalder, Initiator und Vorstand der Simsseer Weidefleisch Genossenschaft, über die Hintergründe gesprochen.

Vor gut fünf Jahren wurde die Simsseer Weidefleisch Genossenschaft gegründet. An der Landlmühle in Stephanskirchen entstand eine Biometzgerei mit Warmfleischbearbeitung. Das bedeutet, das Fleisch wird schlachtwarm verarbeitet. Denn dann enthält es noch natürliches Phosphat als Bindemittel und dadurch kann auf chemische Zusatzstoffe verzichtet werden.
Geschlachtet wurde direkt vor Ort. Die Tiere wurden von Bauern aus der Region bezogen. Dabei legte die Genossenschaft höchsten Wert darauf, dass es den Tieren zuvor gut gegangen ist. Die Schlachtung erfolgte so stressfrei wie möglich.
Zum Betrieb an der Landlmühle gehörte auch noch die Gastwirtschaft „Salettl“, in der ebenfalls nur hochwertige Speisen aus Bio-Produkten angeboten wurden.
Die Begeisterung über dieses Konzept war in den Anfangsjahren groß. Aufgrund der Corona-Pandemie änderte sich dann aber einiges.
„Es wurde immer schwerer Mitarbeiter zu finden“, erzählt Rudolf Finsterwalder im Gespräch mit Innpuls.me.
Aktuell fehlen der Simsseer Weidefleisch Genossenschaft Metzger, Servicepersonal und Verkäufer. Der Betrieb sei so nicht mehr möglich. In dieser Woche wurde noch einmal geschlachtet, die Produkte werden in den nächsten Tagen abverkauft und dann ist Schluss.
Doch nicht nur der Personalmangel machte der Genossenschaft zu schaffen. Durch den Krieg in der Ukraine und extrem steigenden Energiekosten habe sich auch das Kaufverhalten deutlich verändert. „Der Biomarkt ist eingebrochen“, so Rudolf Finsterwalder. Die Wirtschaftlichkeit sei so nicht mehr gegeben.
Rund 230 Mitglieder zählt die Genossenschaft aktuell. Auch für sie kam die Nachricht vom Ende überraschend. „Wir haben den Ehrgeiz, dass wir den Wunsch derjenigen nachkommen können, die sich ihre Anteile wieder auszahlen lassen wollen“, erklärt der Vorstand. Er hoffe aber, dass viele von diesem Schritt absehen. 
Wie es nach dem Ende an der  Landlmühle weitergeht, kann Finsterwalder dieser Tage noch nicht sagen, nur so viel: „Es wird wieder etwas Neues entstehen“. Auch in die Gastwirtschaft „Salettl“ soll es mit einem neuen Betrieb weitergehen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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