Deutschland / Bayern / Rosenheim – Viele Gartenbesitzer lieben es, im Sommer an ihrem Teich zu sitzen. Dabei sollten sie sein ökologisches Gleichgewicht gut im Blick behalten, denn je kleiner der Teich, desto störanfälliger ist das System. Verschiedene Faktoren spielen bei Hitze eine Rolle.
Gartenteiche sind meist abgeschlossene Kleingewässer, haben also keinen permanenten Frischwasserzulauf. Daher reagieren sie besonders anfällig auf Umwelteinflüsse. „Warme Sommermonate können Teiche und ihre Bewohner stark belasten“, erklärt Jonas Liebhauser, Fachreferent für Heimtiere vom Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e.V. aus Hambrücken. „Deshalb ist es wichtig, im Ernstfall mit dem entsprechenden Know-how einschreiten zu können.“
Das sind die Herausforderungen, die am häufigsten auftreten:
Fische leiden unter Sauerstoffmangel
Bei anhaltender Sommerhitze kann sich das Teichwasser stark erwärmen, vor allem in flacheren Gartenteichen. Temperaturen über 24 Grad Celsius sind für viele Teichbewohner eine Belastungsprobe, da warmes Wasser weniger Sauerstoff aufnehmen kann. „Besonders nachts, wenn keine Photosynthese durch Pflanzen stattfindet und wenn Fäulnisprozesse einsetzen, kann der Sauerstoffgehalt gefährlich absinken“, warnt Liebhauser. „Anzeichen für zu geringe Sauerstoffwerte im Teich sind unter anderem, dass Fische sich verstärkt an der Wasseroberfläche aufhalten, sehr apathisch sind oder gar nach Luft schnappen.“ Abhilfe können beispielsweise Belüftungspumpen oder sogenannte Oxydatoren schaffen.
Um kühlere Zonen im Teich zu ermöglichen, in die sich die Fische bei starker Hitze zurückziehen können, kann ein Sonnensegel oder ein anderer Schattenspender installiert werden. Denn hohe Wassertemperaturen können auch die Entstehung von Krankheiten begünstigen. Die Nahrungsaufnahme sollte eher in den kühleren Tageszeiten, also in den Morgen- oder Abendstunden, erfolgen. „Zudem sollte die Fütterung angepasst werden, zu empfehlen sind täglich 2-4 kleinere Portionen“, empfiehlt der Teichexperte.
Wasserverlust durch Verdunstung
Hohe Temperaturen führen zu einer stärkeren Verdunstung. Teichbesitzer sollten daher vor allem während Hitzeperioden den Wasserstand regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf Wasser nachfüllen – im Idealfall Leitungswasser, da es im Gegensatz zu Regenwasser viele für den Teich wichtige Mineralstoffe enthält. Gerade im Sommer ist es wichtig, dass die Teichtechnik, beispielsweise Filter, ordnungsgemäß funktioniert.
Übermäßiges Algenwachstum
Ein Übermaß an Wärme und Nährstoffen durch Laub, Pollen oder zu häufige Fütterungen ist im Sommer die perfekte Grundlage für massives Algenwachstum. „Das kann das Gleichgewicht im Teich erheblich stören“, sagt Liebhauser. Er empfiehlt als Maßnahmen gegen eine Algenblüte UV-C-Klärer, mechanische Entfernung oder Filtermaterialien, die gezielt Nährstoffe binden.
Auch Teichpflanzen können Abhilfe schaffen: „Gerade echte Wasserpflanzen wie die Krebsschere (Stratiotes aloides), der Gewöhnliche Wasserhahnenfuß (Ranunculus aquatilis) oder die Wasserfeder (Hottonia palustris) sind wichtige Helfer im Teich, da sie Sauerstoff produzieren und Nährstoffe aus dem Wasser ziehen, um sie für ihr eigenes Wachstum zu verwenden“, sagt Liebhauser. „Auch Pflanzen, die klassischerweise am Teichrand gepflanzt werden, wie Schilfrohr (Phragmites australis) oder Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus), helfen dabei, dem Teichwasser Nährstoffe zu entziehen.“ Sterben Teile dieser Pflanzen ab, sollte der Teichbesitzer diese biologische Masse in regelmäßigen Abständen aus dem Teich entfernen.
Planung und Pflege sind der beste Schutz
Ein vorausschauendes Management ist der beste Schutz, damit Teichbesitzer im Sommer nicht hektisch handeln müssen. Liebhauser empfiehlt, im Frühjahr und Sommer mindestens zweiwöchentlich das Teichwasser zu analysieren und dabei insbesondere die belastenden Nährstoffe zu messen. „Am besten geschützt ist aber immer noch ein Teich, der ausreichend groß und tief ist, nicht direkt von der Sonne bestrahlt wird und sinnvoll bepflanzt ist.“
(Quelle: Pressemitteilung IVH/BNA / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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