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Sommer, Schwimmbad, Klimaanlage: Was heiße Tage in Bayern kosten

Viele Kinder und Jugendliche springen in einen See. Foto: re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

2. August 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim / Bayern – Nach Regen und Gewittern am Samstagabend (1.8.2026) bleibt es in Rosenheim am heutigen Sonntag zunächst unter der 30-Grad-Marke. Hochsommerlich und schwül ist es trotzdem. Und schon am morgigen Montag sollen die Temperaturen wieder über 30 Grad steigen. Passend dazu hat das Bayerische Landesamt für Statistik jetzt ausgewertet, was die warmen Tage im Freistaat aus statistischer Sicht bedeuten – vom Schwimmbadeintritt bis zur Klimaanlage.

Wer sich bei sommerlichen Temperaturen im Schwimmbad abkühlen möchte, muss dafür heute deutlich mehr bezahlen als noch vor einigen Jahren. Im Juni 2026 lagen die Eintrittspreise für Schwimmbäder in Bayern um 41,1 Prozent höher als 2015. Im Vergleich zum Jahr 2020 betrug der Anstieg 32,2 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat Juni 2025 stiegen die Preise zuletzt um 1,4 Prozent.
Auch Badebekleidung ist teurer geworden. Herren-Badebekleidung kostete im Juni 2026 durchschnittlich 21,5 Prozent mehr als 2020, bei Damen-Badebekleidung lag der Anstieg bei 16 Prozent.

Mineralwasser ist teurer, Erfrischungsgetränke noch mehr

Wer lieber mit einem Getränk für Abkühlung sorgt, bekommt ebenfalls die Preisentwicklung zu spüren. Mineralwasser war im Juni 2026 zwar 5,6 Prozent günstiger als im Mai, über einen längeren Zeitraum zeigt sich aber ein deutlicher Anstieg. Gegenüber 2015 verteuerte sich Mineralwasser um 25,8 Prozent, im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2020 um 22,9 Prozent.
Noch stärker stiegen die Preise für Erfrischungsgetränke ohne Mineralwasser. Sie kosteten im Juni 2026 rund 60 Prozent mehr als 2015 und 37 Prozent mehr als im Jahresdurchschnitt 2020. Gegenüber Juni 2025 lag der Anstieg bei 4,7 Prozent.

Auch beim Sonnenschutz zeigt sich die Preisentwicklung. Mützen, Kappen und Hüte waren im Juni 2026 um 44,2 Prozent teurer als 2015. Bei Sonnenschirmen betrug der Anstieg im selben Zeitraum 37,4 Prozent.

Weniger stationäre Behandlungen wegen Hitze

Das Landesamt hat auch Zahlen aus dem Gesundheitsbereich ausgewertet. Im Jahr 2024 wurden in bayerischen Krankenhäusern 156 Menschen wegen „Schäden durch Hitze und Sonnenlicht“ stationär behandelt. Das waren 25 Fälle weniger als im Jahr zuvor und damit ein Rückgang um 13,8 Prozent.
Zum Vergleich: Zwischen 2000 und 2024 wurden durchschnittlich 288 solcher Fälle pro Jahr registriert. Die höchsten Werte gab es 2015 mit 552 und 2003 mit 530 Behandlungen.

Auch bei den geschätzten hitzeassoziierten Sterbefällen lag Bayern 2025 vergleichsweise niedrig. Das Landesamt kommt für das vergangene Jahr auf 77 Fälle. Für 2024 wurden 45 Fälle geschätzt. Deutlich höher lagen die Werte in den Jahren 2018 mit 463, 2019 mit 433 und 2022 mit 747 Fällen.

Immer mehr neue Gebäude werden gekühlt

Interessant ist auch der Blick auf die Gebäude. Der Anteil neu errichteter Wohngebäude mit einer Anlage zur Kühlung hat sich in Bayern innerhalb von zehn Jahren nahezu verdoppelt. 2015 verfügten 1,9 Prozent der fertiggestellten Wohngebäude über eine solche Anlage. 2025 waren es 3,7 Prozent.
Bei größeren Mehrfamilienhäusern ist die Ausstattung häufiger anzutreffen. Von den 2025 fertiggestellten Wohngebäuden mit mindestens 13 Wohnungen verfügten 7,6 Prozent über eine Kühlanlage.

Noch höher liegt der Anteil bei bestimmten Nichtwohngebäuden. Bei den 2025 fertiggestellten Schulgebäuden waren 38,1 Prozent mit einer Anlage zur Kühlung ausgestattet. Bei Büro- und Verwaltungsgebäuden lag der Anteil bei 37,2 Prozent. Bei Anstaltsgebäuden, zu denen beispielsweise Krankenhäuser und Pflegeheime zählen, waren es 26,1 Prozent.
Die Produktion von Klimageräten in Bayern hat dagegen abgenommen. 2025 wurden rund 67.000 Geräte hergestellt, 2020 waren es noch etwa 108.000. Das entspricht einem Rückgang um 38,1 Prozent. Der Wert der Produktion stieg im selben Zeitraum allerdings um 2,9 Prozent auf knapp 458 Millionen Euro.

Die Zahlen zeigen damit auch abseits der aktuellen Wetterprognose, wie sich sommerliche Wärme im Alltag bemerkbar macht – beim Sprung ins Schwimmbad, beim Einkauf von Getränken und Sonnenschutz und zunehmend auch bei der Frage, wie Gebäude gekühlt werden.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Info Bayerisches Landesamt für Statistik / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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