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Stadt übernimmt Stadtverkehr Rosenheim: was bedeutet das konkret?

Bus Steuer

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

1. März 2024

Lesezeit: 2 Minute(n)

Rosenheim – Die Stadt übernimmt den Stadtverkehr Rosenheim und gründet dafür die eigene Verkehrsgesellschaft Rosenheim GmbH & Co. KG (wir berichteten). Diese Nachricht kam für viele überraschend. Wie kam es dazu und was bedeutet das für die Fahrgäste konkret, dazu hat Innpuls.me mit Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März gesprochen. 

 Frage: Die Nachricht von der Stadtübernahme des Stadtverkehr Rosenheim kam überraschend. Wie kam diese Entscheidung zustande?
Antwort: Die Idee ist in der Ruhe der Weihnachtsfeiertage entstanden. Ich habe mir ganz ohne Denkverbote überlegt, wie die Zukunft unserer Stadt aussehen könnte, da kommt dann unweigerlich auch das Thema Verkehr und ÖPNV auf. Und da habe ich mir dann die Frage gestellt „Warum machen wir das eigentlich nicht selbst? Warum nehmen wir den Stadtbusverkehr nicht unter unsere Fittiche und sichern so dauerhaft den ÖPNV in Rosenheim?“ Diese Fragen habe ich dann mit meinen Fachleuten erörtert, wir haben alle Vor- und Nachteile abgewogen und je mehr wir darüber gesprochen haben, desto mehr hat sich herauskristallisiert, dass wir das angehen sollten.

Frage: Warum setzt die Stadt in diesem Fall nun nicht mehr auf eine externe Stelle?
Antwort: Schlichtweg, weil dann der gesamte Stadtbusverkehr in einer Hand liegt. Mit der Verkehrsgesellschaft Rosenheim gründen wir eine Tochtergesellschaft der Stadt, über die der Stadtbusverkehr laufen wird. Also alles. Die Busse, die Infrastruktur, das Ticketcenter, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Alles unter dem Dach einer öffentlichen Trägerschaft.

Frage: Was bedeutet diese Neuausrichtung für den MVV?
Antwort: Gar nichts. Der MVV bietet uns die Dienstleistung für ein einheitliches Tarif- und Ticketsystem und wir kümmern uns ums operative Geschäft, sprich, wir lassen die Busse fahren.

Frage: Wie wird die Verkehrsgesellschaft Rosenheim GmbH & Co. KG personell ausgestattet? Wem ist sie unterstellt?
Antwort:
Die Verkehrsgesellschaft Rosenheim ist eine 100-prozentige Tochter der Stadt Rosenheim. Sie erhält einen Geschäftsführer und einen Aufsichtsrat. Die Besetzung wird in den nächsten Wochen stattfinden. Dazu übernimmt sie alle Mitarbeiter des Stadtverkehrs.

Frage: Wirkt sich die Entscheidung auf die Fahrpreise aus?
Antwort:
Nein, es gilt der MVV-Tarif und der bleibt.

Frage: Können durch die Neuausrichtung die aktuellen Notfahrpläne aufgelöst werden?
Antwort: Das ist das mittelfristige Ziel, ja.

Frage: Warum ist es finanziell für die Stadt besser, den ganzen Betrieb zu kaufen, als nur seine Leistungen?
Antwort:
Weil wir in der Finanzierung des ÖPNV keine Umwege über Dritte machen müssen. Wir investieren künftig in unseren eigenen Betrieb und müssen nicht zusätzlich Geld für die Dienstleistungen Anderer ausgeben.

Frage: Kann damit auch der Busverkehr an Sonn- und Feiertagen zukünftig angeboten werden?
Antwort: 
Das werden wir uns ganz genau anschauen, ob das möglich ist. Natürlich immer unter der Vorgabe der Wirtschaftlichkeit.

Frage: Wie sieht der Zeitplan aus. Ab wann könnten erste Verbesserungen spürbar sein?
Antwort: 
Zunächst mal wird der Übergang reibungslos sein. Aber die Busfahrgäste werden recht schnell merken, dass sich durch die Bündelung der Aufgaben viel schnellere Entscheidungen, direktere Einflussnahme und klarere Strukturen ergeben. Und ich glaube auch, dass wir uns künftig leichter bei der Personalakquise tun. Denn unter dem Dach der Stadt Rosenheim ist die Verkehrsgesellschaft Rosenheim ein absolut verlässlicher und krisensicherer Arbeitgeber.
(Quelle: Interview: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

1 Kommentar

  1. Avatar

    Seit mehr als 20 Jahren warte ich darauf, dass an Sonn- und Feiertagen endlich auch Busse fahren. Woher möchten die Stadträte, Oberbürgermstr., Landräte etc. wissen ob der Bedarf gegeben ist…. diese Herrschaften fahren nicht mit den Bussen.

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