Der Wahlausschuss der Stadt Rosenheim hat am heutigen 8. April 2026 offiziell festgestellt, dass Andreas März, bisheriger Oberbürgermeister der Stadt, die Übernahme seines Stadtratsmandats ablehnt. März war für die CSU und die Wahlperiode ab dem 1. Mai 2026 aufgestellt.
Damit rückt der erste Listennachfolger der CSU, Hans Peter Lossinger, in den Stadtrat nach und übernimmt den frei gewordenen Platz für die neue Amtsperiode.
(Quelle: Pressemitteilung Stadt Rosenheim / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)
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Die Entscheidung von Noch-OB Andreas März, sein Stadtratsmandat nach der verlorenen Oberbürgermeisterwahl nicht anzunehmen, hinterlässt einen faden Beigeschmack.
Es stellt sich die grundlegende Frage: Warum lässt sich jemand auf dem Spitzenplatz einer Liste aufstellen, wenn er im „Fall der Fälle“ nicht bereit ist, die Verantwortung zu tragen, die ihm die Bürger per Wahl-Stimme übertragen haben?
Dieses Verhalten wirkt unehrlich. Wer kandidiert, muss auch den Plan B einkalkulieren – nämlich die Oppositionsarbeit bzw. halt die „einfache“ Stadtratstätigkeit. Dass er dies nun abgelehnt, lässt tief blicken.
Es erweckt den Eindruck, als hielte man sich für so überhöht, dass nach nur sechs Jahren im Amt ausschließlich der Chefsessel infrage kommt.
Alles andere scheint unter der eigenen Würde zu liegen.
Ist das Selbstbild hier schon soweit abgehoben, dass man den Stadtrat nur als schmückendes Beiwerk zum eigenen Machtanspruch sieht?
Ein Mandat ist ein Vertrauensvorschuss der Rosenheimer Bürger und kein persönliches Spielzeug, das man wegwirft, wenn man nicht mehr die erste Geige spielt.
Wer Spitzenkandidat sein will, muss auch dann Rückgrat beweisen, wenn der Wind von vorne weht.
Das jetzige Ausscheiden wirkt weniger als „Neuanfang“, sondern eher nach beleidigter Flucht aus demokratischen Pflichten und Verantwortung.
Das ist Herrn März ja wohl selbst überlassen.
Ein bisschen mehr Demut und Respekt würde aber einem Herrn Baron und Repräsentanten der Stadt Rosenheim auch mal gut tun.