Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1911. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist der ehemalige Rosenheimer Stadtsee, der damals als beliebtes Naherholungsgebiet mitten in der Stadt genutzt wurde.
Der Rosenheimer Stadtsee wurde im Jahr 1891 vom Verschönerungsverein Rosenheim auf der sogenannten Poschenwiese angelegt. Das Gelände lag direkt neben der städtischen Schwimm- und Badeanstalt, die im Volksmund auch als „Schwimmschule“ bekannt war. Die Anlage war damit eng mit der frühen Entwicklung des heutigen Freibad-Areals verbunden.
Was war der Verschönerungsverein Rosenheim?
Der Verschönerungsverein Rosenheim war eine bürgerschaftliche Initiative aus dem späten 19. Jahrhundert. Ziel des Vereins war es, das Stadtbild zu verschönern und öffentliche Erholungsflächen zu schaffen und zu pflegen.
Dazu gehörte unter anderem die Anlage des Rosenheimer Stadtsees im Jahr 1891. Solche Vereine waren damals in vielen Städten verbreitet, bevor Aufgaben wie Stadtgrün und Freizeitgestaltung später zunehmend von der kommunalen Verwaltung übernommen wurden. Der Rosenheimer Verschönerungsverein trat im Laufe des 20. Jahrhunderts zunehmend in den Hintergrund und besteht heute in dieser Form nicht mehr.
Schon damals hatte der künstlich angelegte See eine klare Freizeitfunktion: Im Sommer nutzten die Rosenheimer das Gewässer für Ruderfahrten und Spaziergänge, im Winter wurde die Fläche zur beliebten Eisbahn für Schlittschuhläufer.
Stadt Rosenheim übernimmt Stadtsee
Im Jahr 1900 übernahm die Stadt Rosenheim den Stadtsee vom Verschönerungsverein, da die Unterhaltungskosten nicht mehr gedeckt werden konnten. Später wurde die Anlage zeitweise verpachtet, blieb aber ein fester Bestandteil des städtischen Freizeitangebots.
Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte der Stadtsee vor allem als Eisfläche weiterhin eine Rolle. Doch der Aufwand für Betrieb und Unterhalt blieb hoch – und schließlich fiel die Entscheidung, das Gewässer aufzugeben.
Im Jahr 1965 wurde der Rosenheimer Stadtsee zugeschüttet und verschwand damit endgültig aus dem Stadtbild. Auf dem Gelände entstand im Anschluss die Erweiterungsfläche des heutigen Freibads, das dort bis heute seinen Platz hat.
So zeigt die historische Aufnahme nicht nur einen idyllischen Sommertag, sondern auch ein Stück verschwundener Rosenheimer Stadtgeschichte.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)


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