Chiemsee / Landkreis Rosenheim – Trotz einer bereits am Vormittag angezeigten Starkwindwarnung sind am gestrigen Sonntag (19.4.2026 mehrere Wassersportler auf den Chiemsee hinausgefahren. Für einen 68-jährigen Segler endete der Ausflug beinahe tragisch.
Gegen 14:00 Uhr ging bei den Einsatzkräften die Mitteilung über einen gekenterten Katamaran im östlichen Teil des Sees ein. Von der Besatzung fehlte zunächst jede Spur. Daraufhin wurde ein größerer Rettungseinsatz ausgelöst.
Beteiligt waren Wasserwacht, DLRG, die Wasserschutzpolizei Prien sowie ein Rettungshubschrauber. Im Verlauf der Suche konnte der 68-jährige Bootsführer aus dem Landkreis Rosenheim schließlich im See treibend lokalisiert und gerettet werden. Nach Angaben der Polizei dürfte die getragene Schwimmweste entscheidend dazu beigetragen haben, dass er den Unfall überlebte.
Der Mann wurde stark unterkühlt in ein Krankenhaus gebracht. Sein gekentertes Boot wurde später in einen Hafen geschleppt.
Die Wasserschutzpolizei weist in diesem Zusammenhang erneut darauf hin, dass die derzeit noch niedrigen Wassertemperaturen von rund 10 Grad eine erhebliche Gefahr darstellen. Wassersportler sollten Warnmeldungen beachten, geeignete Rettungsmittel mitführen und idealerweise ein Mobiltelefon dabeihaben.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Prien / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)


Ich bin derjenige, der das alles ausgelöst hat, und natürlich sehr, sehr dankbar der gesamten Rettungsorganisation gegenüber! Und es ist mir auch sehr unangenehm, diesen Wirbel ausgelöst zu haben.
Aber: alleine in der Überschrift sind schon zwei komplette falsche Punkte:
1. Es waren 3 bft zu diesem Zeitpunkt – keine Schaumkronen, das ist kein Starkwind (auch wenn die Warnung läuft)
2. Ich bin NICHT GEKENTERT, und hatte auch keine Schwierigkeiten mit der Bootskontrolle.
Ich bin lediglich durch eine Unaufmerksamkeit/Ungeschicklichkeit am Ende des Trampolins ins Wasser gestürzt und habe Kontakt zum Cat verloren. Dieser fuhr noch 20m weiter, kenterte dann und trieb ab (kann man schwimmend nicht erreichen). Wäre er gleich gekentert, wäre ich am Schiff gewesen und es wäre nichts passiert (Aufrichten kenne ich seit mehr als 50 Jahren …).
Der einzige Fehler neben der Unaufmerksamkeit ist, dass ich ausgerechnet gestern das Handy in der Hülle in der Oberschenkeltasche vergessen hatte – dann hätte ich alarmieren können – shit happens.
Zum Thema Starkwindwarnung: es git eine Vorwarnung (die war mit Unterbrechungen gestern) und eine Hauptwarnung.
Segler dürfen mit dem Gebot der Vorsicht, und entsprechenden Vorkehrungen (Schwimmweste etc.) sehr wohl segeln – auch versicherungstechnisch.
Im Sommer ist manchmal folgendes Szenario: für 1 bis 2 Tage ein Zwischenhoch zwischen Tief
* blauer Himmel und keine Gewittergefahr
* starker Ostwind in Chieming 4 bft
Dann blinkt den ganzen Tag die Vorwarnung (sicherlich sinnvoll für weniger befähigte Segler), aber für ambitionierte Wahnsinn!
Da könnte kein Wettkampfsegler mehr trainieren, and Nord- und Ostseeküste wäre fast das ganze Jahr Vorwarnung 🙂 Die UK Regattasegler lachen über die „verweichlichten“ Kontinentalsegler.
Ich werde auch in Zukunft nach eigener Einschätzung in Verbindung mit der Wettervorhersage bei Vorwarnung segeln gehen oder nicht.
Manchmal schleicht sich so ein Mechanismus ein: Großrettungsaktion => der Auslöser ist „mit Sandalen in den Bergen gewesen“.
Ich bitte zu berücksichtigen, es gibt sehr erfahrene, gute, sportliche Segler, und ein Unglück kann kein Mensch bei seinem Sport, Autofahrt oder Tätigkeit ausschließen. Viel schlimmer sind doch schwere Verkehrsunfälle durch Übermut oder gesundheitliche Einschränkungen, bei denen Dritte zu Tode kommen oder zum Sozialfall werden.
Nix für Ungut – versuche da nur etwas Licht in die Zusammenhänge zu bringen.