München / Bayern – Die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen werden nach Einschätzung des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) keine grundlegende Veränderung der Handelsbeziehungen zwischen den USA und Bayern bringen. Der Verband rechnet damit, dass die Unsicherheit für bayerische Unternehmen auf dem amerikanischen Markt bestehen bleibt. Auch eine weitere Verschärfung der US-Handelspolitik hält der BIHK für möglich.
„Unter Trump haben sich unsere Wirtschaftsbeziehungen zu den USA deutlich eingetrübt. Eine Kehrtwende des US-Präsidenten hin zu mehr Kooperation und Verlässlichkeit ist trotz des Wahlergebnisses nicht zu erwarten“, sagt BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl. Er verweist darauf, dass die US-Regierung nach seiner Einschätzung weiterhin weitreichende Möglichkeiten habe, die Handelspolitik zu verändern. „Im Gegenteil: Die Trump-Regierung könnte die Handelspolitik mithilfe ihrer weitreichenden Kompetenzen weiter verschärfen, um innenpolitisch Macht zu demonstrieren. Unsere Unternehmen müssen sich weiter auf Überraschungen einstellen.“
Viele Unternehmen verschieben Investitionen
Wie stark die Unsicherheit das USA-Geschäft beeinflusst, zeigt eine Umfrage des BIHK aus dem Frühjahr 2026. Demnach verschiebt ein Drittel der befragten bayerischen Unternehmen geplante Investitionen in den USA. 18 Prozent wollen ihre Investitionen vor Ort reduzieren. Lediglich neun Prozent planen neue Investitionen auf dem amerikanischen Markt. Als größte Hindernisse nannten die Unternehmen die unsicheren Rahmenbedingungen und die Kosten für Zollverfahren.
Exporte in die USA zuletzt rückläufig
Die USA sind für die bayerische Wirtschaft das mit Abstand wichtigste Exportland. Von Januar bis August 2026 wurden Waren im Wert von 16,9 Milliarden Euro dorthin ausgeführt. Das entspricht einem Rückgang von 5,3 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im August zeigte sich allerdings laut BIHK eine andere Entwicklung: In diesem Monat stiegen die bayerischen Exporte in die USA gegenüber August 2025 um 39,6 Prozent.
Zu den wichtigsten Exportgütern für den amerikanischen Markt zählen Produkte aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau, der Medizintechnik, der Pharmaindustrie und dem Energieanlagenbau.
( Quelle: Bayerischer Industrie- und Handelskammertag (BIHK) / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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