Rosenheim – Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – aber viele Schwalben am Himmel über Rosenheim künden jetzt vom bevorstehenden Ende des Sommers. In diesen Tagen sind auffällig viele der kleinen Flugkünstler in größeren Schwärmen über der Stadt und der Region unterwegs. Für die Vögel beginnt damit die Vorbereitung auf eine lange Reise: Ihr Ziel sind die Winterquartiere südlich der Sahara.
Besonders die Mehlschwalben machen sich jetzt auf den Weg. Nach Angaben des NABU beginnt ihr Herbstzug bereits Ende August beziehungsweise Anfang September. Sie sammeln sich zunächst in größeren Gruppen und ziehen später weiter Richtung Afrika. Rauchschwalben bleiben meist etwas länger und brechen überwiegend zwischen Mitte September und Mitte Oktober auf.
Noch einmal kräftig Insekten jagen
Bevor es losgeht, müssen die Schwalben Energie für die lange Reise sammeln. Ihre Nahrung besteht aus kleinen Fluginsekten, die sie direkt im Flug erbeuten. Gerade an warmen Spätsommertagen sind deshalb häufig größere Schwärme am Himmel zu beobachten, die über Wiesen, Feldern oder Gewässern auf Insektenjagd gehen.
Die Reise nach Afrika ist für die Vögel eine enorme Leistung. Schwalben aus unserer Region legen dabei mehrere tausend Kilometer zurück. Der LBV Rosenheim nennt für die hier brütenden Schwalben Zugstrecken von etwa 8.000 bis 10.000 Kilometern. Überwintert wird südlich der Sahara.
Große Schwärme vor dem Abflug
Wer derzeit viele Schwalben am Himmel beobachtet, bekommt damit also ein typisches Bild des beginnenden Vogelzugs zu sehen. Die Tiere sammeln sich vor ihrem Weiterflug und nutzen die letzten warmen Wochen, um Nahrung aufzunehmen.
Auch gemeinsame Schlafplätze spielen dabei eine Rolle. Rauchschwalben können sich vor dem Weiterzug beispielsweise in großen Gruppen im Schilf sammeln.
Je nach Art und Wetterlage wird der Rosenheimer Himmel deshalb in den kommenden Wochen zunehmend leerer werden. Während die Mehlschwalben meist den Anfang machen, lassen sich Rauchschwalben häufig noch bis in den Oktober hinein beobachten.
Ein Sprichwort mit langer Geschichte
Übrigens: „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ – das bekannte Sprichwort hat seinen Ursprung bereits in der griechischen Antike. Es geht auf eine Fabel des griechischen Dichters Äsop zurück und wurde später auch von Aristoteles aufgegriffen. Gemeint ist ursprünglich, dass ein einzelnes Anzeichen noch keine sichere Aussage über die weitere Entwicklung erlaubt.
In Deutschland gelten Schwalben traditionell als Sommerboten, weil sie im Frühjahr aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurückkehren. Im September zeigt sich nun die andere Seite ihres Zugverhaltens: Die vielen Schwalben am Himmel sind ein Zeichen dafür, dass die nächste Reise bereits begonnen hat.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: re)


Maria Geburt, fliegen die „Schwaiberl “ furt.
Einer der Sprüche meiner Oma. Das passt ja vom Datum her ganz gut! 😀