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Weniger Mehlschwalben und Mauersegler in Bayern: Vogelzählung zeigt Rückgang bei Gartenvögeln

Zwei Vögel sitzend.

Josefa Staudhammer

Ihr Traumberuf ist Journalistin. Sie steht zwar noch am Anfang ihrer Karriere, hat aber schon einige Erfahrung auf diesem Gebiet sammeln dürfen. Besonders am Herzen liegt ihr die Vernetzung von Innpuls.me mit Social Media. Außerdem ist sie Euere Ansprechpartnerin für Interviews und Jugendstorys aus der Region Rosenheim.

26. Mai 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Bayern / Rosenheim – Bei der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“ in Bayern haben Teilnehmer erneut deutlich weniger Vögel gezählt als noch vor einigen Jahren. Vor allem Insektenjäger wie Mauersegler und Mehlschwalben wurden seltener beobachtet. Darauf weisen die Ergebnisse der gemeinsamen Mitmachaktion des LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und des NABU hin. Insgesamt beteiligten sich rund 10.800 Menschen aus mehr als 7.300 Gärten im Freistaat und meldeten etwa 190.000 Vögel.

Nach Angaben des LBV wurden im Durchschnitt fast zehn Vögel weniger pro Garten gezählt als noch vor zehn Jahren. Besonders auffällig sei der Rückgang bei Arten, die sich von Fluginsekten ernähren. Obwohl das Wetter am Zählwochenende vielerorts warm und trocken war, wurden Mauersegler und Mehlschwalben nur in geringer Zahl gemeldet.
„Dass selbst bei gutem Flugwetter weniger Tiere beobachtet wurden, bereitet uns Sorge. Der Rückgang der Fluginsekten macht sich offenbar immer stärker bemerkbar“, ordnet LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson die Ergebnisse ein.

Neben dem schwindenden Nahrungsangebot fehlen vielen Gebäudebrütern zudem geeignete Nistplätze. Mauersegler und Mehlschwalben brüten häufig an Häusern und sind auf passende Strukturen angewiesen. Der LBV empfiehlt deshalb unter anderem künstliche Nisthilfen oder kleine Lehmpfützen im Garten, damit Mehlschwalben Material für ihre Nester finden können.

Finkenvögel derzeit stabil

Etwas entspannter ist die Lage nach Einschätzung des LBV bei mehreren Finkenarten. Derzeit gebe es in Bayern keine Hinweise auf eine größere Ausbreitung von Trichomonaden. Die Parasiten können von Vogel zu Vogel übertragen werden und führen häufig zum Tod der Tiere.
Grünfink, Buchfink und Stieglitz wurden laut LBV in niedrigen, aber stabilen Zahlen gemeldet. Dennoch bleibt insbesondere der Grünfink im Fokus der Naturschützer.

„Den Grünfink werden wir in den kommenden Jahren trotzdem genau im Blick behalten. Denn seit dem massiven Einbruch durch die Krankheit vor mehr als zehn Jahren, hat sich der Bestand nicht erholt“, so Angelika Nelson.

Der Verband weist außerdem darauf hin, wie wichtig saubere Futterstellen und Vogeltränken sind. Regelmäßige Reinigung könne helfen, die Ausbreitung von Krankheiten unter Gartenvögeln zu reduzieren.

Haussperling bleibt häufigster Gartenvogel

An der Spitze der meistbeobachteten Arten in Bayerns Gärten gab es auch 2026 kaum Veränderungen. Der Haussperling belegt erneut Platz eins, gefolgt von Amsel und Star. Auf den weiteren Plätzen folgen Kohlmeise, Feldsperling und Blaumeise. Elster und Rabenkrähe liegen auf den Rängen sieben und acht.
Der Mauersegler fiel in diesem Jahr auf Platz neun zurück. Die Mehlschwalbe schaffte es nicht mehr unter die zehn häufigsten Arten. Neu in den Top Ten ist dagegen die Ringeltaube.

„Die Ringeltaube ist sehr anpassungsfähig. Sie findet auch in Städten und Siedlungen Brutplätze und ausreichend Nahrung und wird deshalb in Bayerns Gärten immer häufiger beobachtet“, so die LBV-Vogelexpertin.

Vogelstimmen und Apps spielen größere Rolle

Bei der Zählung wurden zunehmend auch Vogelstimmen zur Bestimmung genutzt. Arten wie Mönchsgrasmücke oder Girlitz seien oft eher zu hören als zu sehen. Unterstützt würden viele Teilnehmer inzwischen durch KI-gestützte Bestimmungs-Apps.

Naturnahe Gärten als Rückzugsorte

Trotz des allgemeinen Rückgangs beobachteten viele Teilnehmer in naturnah gestalteten Gärten weiterhin eine vergleichsweise hohe Artenvielfalt. Besonders Gärten mit Wildblumen, Hecken und wenig gemähten Flächen bieten Insekten und Vögeln wichtige Lebensräume.
„Gerade der mähfreie Mai zeigt, wie schnell die Natur reagiert, wenn man ihr etwas Raum lässt“, sagt Nelson.

Der LBV empfiehlt unter anderem heimische Pflanzen, selteneres Mähen und den Verzicht auf Pestizide. Naturnahe Gärten könnten zwar keine großen Schutzgebiete ersetzen, aber wichtige Rückzugsorte im Siedlungsraum schaffen.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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