Rosenheim – Die Temperaturen steigen am heutigen Montag (13.7.2026) in Rosenheim erneut auf über 30 Grad. Schon die Hitzewelle Ende Juni machte deutlich, wie stark sich viele Klassenzimmer aufheizen können. Für Schüler und Lehrer wurde der Unterricht mancherorts zur schweißtreibenden Herausforderung. Innpuls.me hat deshalb beim Staatlichen Schulamt Rosenheim und der Stadt Rosenheim nachgefragt, wie Schulen mit Hitze umgehen – und wie gut die Gebäude auf heiße Tage vorbereitet sind.
„Die Klassenzimmer wurden Ende Juni echt zur Sauna, Konzentration war da nicht mehr möglich“, schilderte eine Lehrerin im Gespräch mit Innpuls.me die Situation während der Hitzewelle Ende Juni. An ihrer Schule habe es nach den ersten besonders heißen Tagen zwar die Anweisung gegeben, Klassenräume mit Temperaturen von über 30 Grad aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zu nutzen. „Bei uns an der Schule gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten. Die reichen einfach nicht für alle Klassen.“
Dass sich viele Klassenzimmer auf mehr als 30 Grad aufheizten, bestätigt auch das Staatliche Schulamt Rosenheim. Während der Hitzewelle Ende Juni sei diese Temperatur in vielen Räumen erreicht worden, erklärte Schulamtsdirektor Markus Kinzelmann.
Keine festen Temperaturgrenzen für Schulen
Wie Schulen mit hohen Temperaturen umgehen, ist in Bayern nicht durch einen festen Grenzwert geregelt. Verbindliche Vorgaben, ab welcher Raumtemperatur bestimmte Maßnahmen ergriffen werden müssen, gibt es nach Angaben des Staatlichen Schulamts nicht. Stattdessen reagieren die Schulen je nach Situation vor Ort. Während Hitzeperioden würden Schulleitungen und Lehrkräfte organisatorische Maßnahmen ergreifen, „die z.B. von AMIS (Arbeitsmedizinisches Institut für Schulen in Bayern) empfohlen werden: Anzahl der Pausen erhöhen, häufige Trinkpausen, Sportunterricht in die Morgenstunden legen, Anpassung der Unterrichtszeiten (z.B. verkürzte Einheiten)“, so Kinzelmann.
Hitzefrei spielt dagegen heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Eine gesetzliche oder sonstige rechtsverbindliche Regelung, wonach Schülern ab einer bestimmten Temperatur „hitzefrei“ zu gewähren ist, gibt es in Bayern nicht. „Die Entscheidung hierüber liegt im alleinigen Verantwortungsbereich der Schulleitungen, denen insoweit ein Organisationsermessen zusteht“, erläutert Kinzelmann.
Baulicher Hitzeschutz als langfristige Aufgabe
Wenn Unterricht auch an heißen Tagen stattfinden soll, rücken die Schulgebäude selbst zunehmend in den Fokus. Zur Ausstattung der Schulen verweist das Staatliche Schulamt auf die Stadt Rosenheim als Sachaufwandsträger.
Eine flächendeckende Kühlung der Klassenzimmer gibt es nach den vorliegenden Angaben derzeit nicht. Die Stadt Rosenheim nennt als konkretes Beispiel die Grundschule Erlenau. Dort werden aktuell zwei Klassenzimmer sowie ein Gruppenraum im baulich aufgestockten Pavillon 1 durch Splitgeräte im Umluftverfahren gekühlt.
Darüber hinaus werden an verschiedenen Schulstandorten weitere Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehören Deckenventilatoren, außenliegende Beschattungssysteme und automatisierte Fensterlüftungen.
„Bezüglich der bislang verbauten Deckenventilatoren liegen seitens einzelner Schulen bereits sehr positive Feedbacks vor. Auch wenn die Temperatur durch diese Maßnahme nicht messbar sinkt, entsteht durch die Zirkulationswirkung ein deutlich angenehmeres Gefühl in den Klassenzimmern“, teilt die Stadt mit. Sollten die Pilotprojekte weiterhin positive Rückmeldungen erhalten, sollen diese Maßnahmen in den kommenden Jahren schrittweise ausgeweitet werden.
Auch bei Neubauten spielt der Hitzeschutz nach Angaben der Stadt bereits in der Planungsphase eine wichtige Rolle. Vorgesehen sind unter anderem hohe Energiestandards, außenliegender Sonnenschutz, die Verschattung besonders exponierter Fassaden sowie – wo möglich – Dachbegrünungen. Zudem verfügen Neubauprojekte über Lüftungsanlagen, mit denen eine Nachtlüftung gewährleistet werden kann.
Die Antworten von Schulamt und Stadt zeigen: Kurzfristige Maßnahmen können den Schulalltag an heißen Tagen erleichtern. Die grundsätzliche Herausforderung liegt jedoch bei den Schulgebäuden selbst. Während einzelne Maßnahmen bereits umgesetzt oder erprobt werden, zeigt der Blick auf die vorhandenen Lösungen auch, dass der bauliche Hitzeschutz an den Schulen wohl noch ein längerfristiger Prozess ist.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto ai generiert)


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