Rosenheim – In Rosenheim stehen derzeit viele Magnolien in voller Blüte und verwandeln Straßen, Gärten und Plätze in ein zartes Rosa- und Weißmeer. Kaum ein anderer Baum prägt das Frühjahr so eindrucksvoll – und kaum einer hat eine so außergewöhnliche Geschichte. Zeit für einen Blick hinter die Kulissen dieser besonderen Pflanze.
1. Magnolien gehören zu den ältesten Blütenpflanzen der Welt
Magnolien existierten bereits vor rund 100 Millionen Jahren – lange bevor Bienen verbreitet waren. Deshalb wurden sie ursprünglich von Käfern bestäubt.
2. Sie sind botanische „Urblumen“
Was wie klassische Blütenblätter aussieht, sind eigentlich sogenannte Tepalen – eine Mischung aus Kelch- und Kronblättern. Magnolien gelten deshalb als sehr ursprüngliche Blütenpflanzen.
3. Bestäubung durch Käfer statt Bienen
Da Magnolien evolutionär sehr alt sind, stammen ihre Bestäuber ursprünglich aus der Welt der Käfer. Die Blüten sind entsprechend robust gebaut.
4. Blüte vor dem Laubaustrieb
Viele Magnolienarten blühen, bevor sich die Blätter entfalten. Dadurch wirken die Blüten besonders intensiv und fast schwebend am Baum.
5. Spätfrost kann ihnen gefährlich werden
Die Blüten sind empfindlich gegenüber Kälte. Schon leichte Frostnächte können sie beschädigen und die Blütenpracht schnell beenden.
6. Über 200 Arten weltweit
Die Gattung Magnolie ist sehr vielfältig – von großen Bäumen bis zu kleineren Sträuchern. Besonders bekannt sind Tulpen- und Stern-Magnolien.
7. Eng verwandt mit dem Tulpenbaum
Magnolien gehören zu einer sehr alten Pflanzenfamilie, zu der auch der Tulpenbaum zählt. Beide zeigen ähnliche, ursprüngliche Blütenformen.
8. Magnolienblüten werden in Asien teilweise verwendet – hierzulande aber kaum
In der asiatischen Küche werden bestimmte Arten wie die Yulan-Magnolie (Magnolia denudata) oder Magnolia officinalis traditionell genutzt. Dort werden etwa Blütenknospen eingelegt oder als aromatische Zutat verwendet, oft mit leicht würzigem, teils ingwerähnlichem Geschmack.
In Europa ist das deutlich komplizierter: Die hier gepflanzten Ziermagnolien sind meist Hybriden, deren genaue Art oft nicht eindeutig bestimmbar ist. Zudem stehen sie häufig in Parks, Gärten oder an Straßen, wo sie nicht für den Verzehr vorgesehen sind.
👉 Daher gilt: Auch wenn Magnolien grundsätzlich essbar sein können, sind die in unseren Breiten üblichen Zierformen nicht zum Verzehr geeignet.
9. Bedeutung in der traditionellen Heilkunde
In der traditionellen chinesischen Medizin werden bestimmte Magnolienarten seit Jahrhunderten verwendet, vor allem Rinden und Blütenbestandteile.
10. Einige Exemplare werden sehr alt
Magnolien können beeindruckende Lebensspannen erreichen. Viele Exemplare werden mehrere Jahrzehnte alt, in Parks sogar deutlich über 100 Jahre.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)


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