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Wenn Realität sich verändert: Warum frühe Hilfe bei Schizophrenie so wichtig ist

Frau blickt in die Ferne. Foto: Symbolfoto ai generiert

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

23. Mai 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Wasserburg / Bayern / Deutschland – Am 24. Mai wird weltweit der Welt-Schizophrenie-Tag begangen. Bereits im Vorfeld rückt das Thema in den Fokus – denn kaum eine psychische Erkrankung ist so stark von Vorurteilen geprägt wie die Gruppe der Schizophrenien. Oft entstehen dabei Bilder, die mit der medizinischen Realität nur wenig zu tun haben.

In Wasserburg am Inn will das kbo-Inn-Salzach-Klinikum den Aktionstag nutzen, um über die Erkrankung aufzuklären, Angehörigen Orientierung zu geben und Betroffenen Mut zu machen, frühzeitig Hilfe zu suchen.

Zwischen Rückzug und veränderter Wahrnehmung

Schizophrene Erkrankungen beginnen häufig schleichend. Erste Veränderungen werden oft von Angehörigen bemerkt: Betroffene ziehen sich zurück, wirken misstrauisch, verlieren Interessen oder verändern ihren Schlafrhythmus. Auch das Denken und Sprechen kann sprunghaft oder schwer nachvollziehbar wirken.

„Schizophrenien sind eine ernsthafte, aber in den meisten Fällen gut behandelbare Gruppe von Erkrankungen des Gehirns.“, erklärt PD Dr. Michael Rentrop, Chefarzt am Zentrum für Psychose-Erkrankungen und Persönlichkeitsstörungen des kbo-Inn-Salzach-Klinikums. „Je früher Betroffene Unterstützung erhalten, desto besser sind in der Regel die Aussichten auf langfristigen Behandlungserfolg.“

In akuten Phasen kann es zu sogenannten psychotischen Episoden kommen. Dabei verschwimmt für die Betroffenen zeitweise die Grenze zwischen innerer Wahrnehmung und äußerer Realität – etwa durch Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder starke Verunsicherung.

Was Angehörige tun können

Für Familien und Freunde ist die Situation oft belastend und schwer einzuordnen. Fachlich entscheidend ist zunächst Ruhe und ein offenes Gespräch – ohne Druck oder Konfrontation.
„Angehörige sollten Betroffene nicht unter Druck setzen oder versuchen, Wahnvorstellungen auszureden.“, so Rentrop. „Sinnvoller ist es, Verständnis für die Belastung zu zeigen und professionelle Unterstützung zu organisieren.“

Wichtig sei vor allem, frühe Warnzeichen ernst zu nehmen und Hilfe zu suchen – etwa über Hausärzte, psychiatrische Ambulanzen, Krisendienste oder Fachkliniken. „Hier gilt ganz klar: Lieber falscher Alarm als verspätete Hilfe.“, betont der Chefarzt.

Behandlung heute deutlich besser möglich

Auch wenn die Diagnose zunächst verunsichern kann, sind schizophrene Erkrankungen heute in vielen Fällen gut behandelbar. Medikamente können akute Symptome deutlich lindern oder ganz zurückdrängen. Ergänzend spielen Psychotherapie, sozialpädagogische Unterstützung sowie Hilfe bei Alltag, Ausbildung und Beruf eine wichtige Rolle.

„Viele Betroffene können mit der richtigen Diagnose und entsprechender Behandlung ein stabiles und selbstbestimmtes Leben führen.“, sagt Rentrop. Entscheidend sei, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und Versorgung niedrigschwellig zugänglich zu machen.

Aufklärung gegen Vorurteile

Trotz medizinischer Fortschritte bestehen weiterhin viele Vorurteile. Dabei gilt: Die meisten Menschen mit Schizophrenie sind nicht gefährlich, sondern selbst stark von der Erkrankung belastet.

Der Welt-Schizophrenie-Tag soll dazu beitragen, Wissen zu vermitteln und Stigmatisierung abzubauen. Denn ein verständnisvolles Umfeld kann entscheidend dazu beitragen, dass Betroffene Stabilität und Lebensqualität zurückgewinnen.

Schizophrene Erkrankungen betreffen im Laufe des Lebens etwa ein Prozent der Bevölkerung und treten häufig erstmals im jungen Erwachsenenalter auf.

Ein Aktionstag mit klarer Botschaft

Der Welt-Schizophrenie-Tag wird jährlich am 24. Mai begangen und erinnert an die Lebensrealität von Betroffenen und Angehörigen. Ziel ist es, frühzeitige Hilfe zu fördern, Aufklärung zu stärken und psychische Erkrankungen aus der Tabuzone zu holen.
(Quelle: Pressemittteilung kbo-Inn-Salzach-Klinikum ( Beitragsbild: Symbolfoto ai generiert)

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