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Wie geht es weiter am Happinger See?

Seehotel Hubertus am Happinger See in Rosenheim

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

13. Dezember 2023

Lesezeit: 2 Minute(n)

Rosenheim – Das ehemalige Seehotel Hubertus am Happinger See soll abgerissen werden und Platz machen für Neues (wir berichteten). Aus Angst vor einer Hotelanlage, damit verbundenen Beschränkungen für die allgemeinen Badegäste und Eingriffe in die Natur wollten die Grünen nun einen Arbeitskreis ins Leben rufen, um so frühzeitig bei den Planungen Mitspracherecht zu bekommen. Dieser Vorschlag wurde in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (12.12.2024) von der Mehrheit der Stadträte abgelehnt.

„Grundlage der möglichen Planungen muss sein, dass das Grundstück des Happinger Sees im Besitz der Stadt Rosenheim bleibt und die Bevölkerung den uneingeschränkten Zutritt zum See hat“, steht im Antrag der Grünen.
Die Angst, dass sich an dieser Situation was ändern könnte, ist nicht neu. Vor gut zehn Jahren wollte der inzwischen verstorbene Unternehmer Professor Dr. Anton Kathrein das ehemalige Gasthaus durch einen wesentlich größeren Hotelbau ersetzen, den Badestrand für die Öffentlichkeit sperren und daneben einen kostenpflichtigen Badeplatz anlegen. Das sorgte für große Empörung bei den Rosenheimern. Im September 2011 kaufte die Stadt Rosenheim daraufhin überraschend das Gelände samt Seehotel Hubertus. Seit 2012 sind Asylbewerber in dem Gebäude einquartiert. Der Bauzustand des ehemaligen Seehotel ist schlecht.

Nun soll sich an dieser Situation etwas ändern. Die Stadt führte auch bereits Gespräche mit einem Interessenten, wie Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März bei einer Bürgerversammlung Anfang Oktober berichtete.

Die Stadtverwaltung strebt die Vergabe eines Erbbaurechts an

Mehr zum Stand der Dinge wollte er aber da noch nicht verraten. Es zeichnete sich aber schon da ab, dass das alte Gebäude wohl abgerissen wird und damit Platz macht für einen Neubau.
„Die Verwaltung prüft derzeit die Vergabe einer Teilfläche aus dem Grundstück am Happinger See im Umgriff des ehemaligen Hotels im Erbbaurecht„, informierte die Stadtverwaltung nun auf der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.  Sichergestellt werden soll dabei, dass die Uferzone und die Liegewiese weiterhin öffentlich frei zugänglich bleibt.
„Derzeit wird eine Bauvoranfrage erarbeitet, um zu klären, welches Maß der baulichen Nutzung möglich wäre“, heißt es zum Stand der Dinge. Sobald über die Bauvoranfrage entschieden ist, werde die Verwaltung einen Vorschlag zur Ausschreibung einer Teilfläche vorlegen, die auch konkrete Anforderungen an den künftigen Erbbauberechtigten zur Bereitstellung von Toiletten oder einem Kiosk enthalten könne.
„Im Rahmen der Bauvoranfrage und der Entscheidung über die Ausschreibung wird der Stadtrat vollumfänglich eingebunden und kann die wesentlichen Ziele festlegen“, so die Stadtverwaltung. Die Einrichtung einer Arbeitsgruppe sei damit entbehrlich.

Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März betonte bei der Sitzung auch noch einmal ausdrücklich, dass ein Hotel an dieser Stelle nicht in Frage kommt.. Viel mehr denke man an eine Seegaststätte mit Fremdenzimmer.
Doch auch bei dieser Variante befürchten die Grünen-Stadträte Einschränken zu Lasten der allgemeinen Badegäste: „Wer viel Geld in die Hand nimmt, will auch Rechte haben“, meinte Grünen Stadtrat Peter Rutz.
Derartige Ängste kann Robert Multrus von den Freien Wählern nicht nachvollziehen: „Es ist ja unser eigenes Projekt.“
So ähnlich sieht das auch CSU-Stadtrat Herbert Borrmann. Er warnte vielmehr davor, eventuellen Bewerbern schon im Vorfeld 1000 Vorgaben zu machen´: „Man muss der freien Wirtschaft auch Kreativität lassen“.
Was seiner Meinung für die Stadt keinesfalls in Frage kommt ist, selber zu bauen: „Das wird zu teuer.“
Mehrheitlich schlossen sich die Stadträte dem Vorschlag der Stadtverwaltung an und sprachen sich damit gegen einen Arbeitskreis aus.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

 

 

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