Die Auszeichnung ist kein Selbstläufer: Kommunen müssen regelmäßig nachweisen, dass sie die fünf Kriterien der Kampagne weiterhin erfüllen. Rosenheim trägt den Titel seit dem 30. September 2016 und wurde nun nach erfolgreicher Prüfung durch Fairtrade Deutschland erneut zertifiziert.
Rückblick auf zehn Jahre Fairtrade-Stadt
Beim Festakt blickten die Beteiligten auf die Entwicklung seit der ersten Auszeichnung zurück. Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan betonte die Bedeutung des Jubiläums: „Zehn Jahre Fairtrade-Stadt – das ist ein starkes Zeichen dafür, wie fest der faire Handel in Rosenheim verankert ist. Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft arbeiten hier eng zusammen. Die Rezertifizierung ist für uns ein Ansporn, diesen Weg weiterzugehen, zum Beispiel mit neuen Projekten zur fairen öffentlichen Beschaffung und die Vertiefung der Zusammenarbeit mit unseren Schulen.“
Fünf Kriterien für die Auszeichnung
Der Titel „Fairtrade-Stadt“ wird nicht dauerhaft vergeben. Um die Auszeichnung zu behalten, müssen Kommunen regelmäßig nachweisen, dass sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem ein Beschluss der Kommune zur Unterstützung des fairen Handels, eine Steuerungsgruppe, Angebote fair gehandelter Produkte in Geschäften und Gastronomie sowie Bildungsarbeit zum Thema fairer Handel.
In Rosenheim koordiniert die Steuerungsgruppe die Aktivitäten rund um das Thema. Bereits der Weg zur ersten Auszeichnung im Jahr 2016 war mit umfangreicher Vorbereitung und zahlreichen Diskussionen verbunden.
Projekte rund um fairen Handel
In den vergangenen zehn Jahren entstanden verschiedene Projekte. Dazu gehören unter anderem ein fairer Einkaufsführer, der Nachhaltigkeitspfad, die Faire Modenschau vor der Stadtbibliothek sowie eine faire Führung auf den Glockenturm der St.-Nikolaus-Kirche.
Auch die Schulen spielen eine wichtige Rolle. Das Karolinen-Gymnasium wurde 2016 als erste Fairtrade-School in Rosenheim ausgezeichnet. Inzwischen engagieren sich auch die Philipp-Neri-Schule und das Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium als Fairtrade-Schulen. Am Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium werden beispielsweise Themen wie nachhaltiger Konsum und „Fast Fashion“ im Unterricht aufgegriffen.
Ein weiteres Projekt richtet sich an Grundschüler: Bei einem Schokoladenprojekt beschäftigen sie sich mit den Produktionsbedingungen in Ländern des globalen Südens. Außerdem wurden Fairtrade-Sportbälle für Schulen und Vereine angeschafft.
Faire Mode als fester Bestandteil
Ein sichtbares Projekt im Stadtleben ist die Faire Modenschau vor der Stadtbibliothek am Salzstadel. Dabei werden faire und nachhaltig produzierte Kleidungsstücke präsentiert, häufig kombiniert mit Tanzauftritten.
Auch im Jubiläumsjahr gab es bereits eine Veranstaltung rund um den fairen Handel. Im Mai fand vor der Stadtbibliothek ein Markt mit Informations- und Mitmachaktionen statt, darunter auch die Faire Modenschau.
Dank an langjähriges Engagement
Beim Festakt würdigte Oberbürgermeister Erdogan auch das Engagement von Dr. Beate Burkl, die sich über viele Jahre für den Fairtrade-Verein eingesetzt habe. „Ein besonderer Dank gilt dabei Frau Dr. Beate Burkl, die sich über viele Jahre mit großem Engagement für den Fairtrade-Verein eingesetzt hat. Ihr Einsatz war maßgeblich dafür, dass wir das Fairtrade-Siegel erhalten konnten. Ohne sie wären zahlreiche Initiativen, die daraus hervorgegangen sind, nicht entstanden“, so Erdogan.
Rosenheim gehört inzwischen zu den 933 Fairtrade-Städten und Kommunen in Deutschland. Weltweit umfasst das Netzwerk mehr als 2.000 Kommunen in 36 Ländern.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Informationen: Stadt Rosenheim / Beitragsbild, Fotos: Stadt Rosenheim)




0 Kommentare