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Zu viele Patienten, zu wenig Personal

Blick in Op-Saal mit Op-Schwester im Vordergrund

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

2. August 2022

Lesezeit: 2 Minute(n)

Rosenheim / Landkreis / Miesbach – Aktuelle Pressemitteilung der RoMed-Kliniken und dem Krankenhaus Agatharied: „Die Lage in den kommunalen Krankenhäusern – vor allem im Rettungsdienstbezirk Rosenheim und Miesbach – spitzt sich immer weiter zu“  Die Landräte, der Rosenheimer Oberbürgermeister sowie die Klinikgeschäftsführer haben sich deshalb zu Krisengesprächen zusammengerufen. Die aktuelle Situation in den kommunalen Kliniken der Region sei schlichtweg dramatisch.

Der kommunale RoMed Klinikverbund mit seinen Standorten in Bad Aibling, Prien, Rosenheim und Wasserburg versorgt mit rund 1.000 Betten jährlich etwa 50.000 Patienten stationär und 90.000 ambulant. Das Krankenhaus Agatharied ist eine Akutklinik im Landkreis Miesbach und hält elf Fachabteilungen und ausgewiesene Zentren vor.
Die aktuelle Infektionswelle der Corona-Pandemie belaste die Kliniken wieder mit Corona-Fallzahlen, die sie zuletzt im Herbst 2021 erlebt hätten. Das betreffe nicht nur die Normalstationen sondern auch wieder im zunehmenden Maße die Intensivstationen, die die Patienten aufwändig isolieren und die Mitarbeiter schützen müssten. „Anders als im letzten Jahr sind jetzt aber auch zahlreiche Mitarbeiter der Kliniken erkrankt oder Corona-infiziert. Die Krankheitsquoten in den Kliniken sind zwei- bis dreimal so hoch wie in normalen Jahren“, heißt es in der Pressemitteilung. Und: Auch die niedergelassenen Praxen, Rettungsdienste, Pflegeheime und Rehakliniken beklagen prekäre Personalsituationen.

Notaufnahmen überlastet,
weil sich zu viele Patienten selbst einweisen

Als Folge der Personalnot seien aktuell die Notaufnahmen völlig überlastet, weil sich zu viele Patienten selbst einweisen, obwohl sie hausärztlich oder über den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst versorgt werden könnten. Der Patientenzustrom in den Kliniken übertreffe mittlerweile das Niveau, das vor der Corona-Pandemie herrschte. 

Was passiert jetzt?

„Die Notaufnahmen müssen immer öfter bei der Rettungsleitstelle abgemeldet werden. Das bedeutet konkret, dass die Notaufnahmen so voll belegt sind, dass nur noch Ressourcen zur Versorgung lebensbedrohter Patienten da sind. Alle anderen Patienten müssen sehr lange Wartezeiten von mehreren Stunden in Kauf nehmen, und auch in der stationären Versorgung ist mit enormen Wartezeiten zu rechnen. Außerdem werden alle planbaren und nicht dringlichen Operationen eingeschränkt oder abgesagt“, so die Pressemitteilung von RoMed Kliniken und Krankenhaus Agatharied im Wortlaut.

Der Appell an die Bürger: 

Handelt es sich um eine Erkrankung oder Verletzung, die vom niedergelassenen Arzt versorgt werden kann, dann sollte in erster Linie der Hausarzt kontaktiert werden. Ist die Hausarztpraxis nicht erreichbar, stellt sich die Frage ob es ausreicht in die nächste Sprechstunde zu kommen. Ist das nicht der Fall, dann steht der ärztliche Dienst der kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) unter der Telefonnummer 116 117 zur Verfügung. Aber: Bei ernsten Erkrankungen oder lebensbedrohlichen Situationen ist der Notruf über 112 immer erreichbar.
„Exakt zu wissen, was wann zu tun ist, hört sich banal an, trägt jedoch entscheidend dazu bei, dass die vorhandenen Ressourcen optimal genutzt werden. Und genau hier kann jeder von uns ansetzen und seinen Beitrag leisten“, betont RoMed-Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram.
Für Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März und Rosenheims Landrat Otto Lederer sei es trotz der schwierigen Gesamtlage allerdings beruhigend zu wissen, dass bei Notfällen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder schwersten Unfällen die Notaufnahmen der kommunalen Kliniken jederzeit ihre ganze Energie einbringen, um alle diese Patienten bestmöglich zu versorgen.
„Die Situation in unserem Krankenhaus in Agatharied und auch in den umliegenden Krankenhäusern, sowie im Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung ist sehr angespannt. Es ist unabdingbar, das Ziel im Auge zu behalten, ,vor die Lage zu kommen‘. Es ist äußerste Eile geboten und mutige Entscheidungen sind erforderlich“, sagt Olaf von Löwis of Menar, Landrat des Landkreises Miesbach.
(Quelle: Pressemitteilung RoMed Kliniken / Krankenhaus Agatharied)

1 Kommentar

  1. Avatar

    Wo ist das Problem. In meiner Firma würde ich mich freuen. Mehr Patienten also Kunden, die bezahlen, also mehr Mitarbeiter die ich einstellen darf.
    Bei uns sind weniger als 1% wegen corona weg. Also machbar.
    Wenn dort mehr weg sind, habt ihr ein Problem bei euch

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