Schulbeginn: Polizei verstärkt Kontrollen rund um Schulen und Kindergärten

Schulbeginn: Polizei verstärkt Kontrollen rund um Schulen und Kindergärten

Oberbayern – Mit dem Start des neuen Schuljahres wird im südlichen Oberbayern wieder genauer hingeschaut: Vom 15. bis 18. September 2026 will die Polizei vor allem an Schulen, Kindergärten und stark frequentierten Schulwegen kontrollieren. Im Mittelpunkt stehen dabei Sicherheitsgurte und die richtige Sicherung von Kindern im Auto.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd waren im vergangenen Jahr in Bayern 53 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, die nicht angegurtet waren. Darunter war auch ein Kind. Insgesamt starben 2025 im Freistaat 249 Menschen im Straßenverkehr. Damit war mehr als jeder fünfte tödlich verunglückte Pkw-Insasse nicht ausreichend gesichert.
Auch 2026 gab es bereits tödliche Unfälle, bei denen die fehlende Sicherung eine Rolle spielte. Nach Angaben des Polizeipräsidiums verloren bis Ende April 15 Menschen ihr Leben, weil sie in Fahrzeugen ohne ausreichende Sicherung mitfuhren.

Polizei nimmt Schulwege besonders in den Blick

Gerade zum Schulbeginn richtet die Polizei ihren Blick auch auf die jüngsten Verkehrsteilnehmer. Deshalb sollen die Dienststellen im südlichen Oberbayern zwischen dem 15. und 18. September verstärkt im Umfeld von Schulen und Kindergärten sowie auf stark frequentierten Schulwegen kontrollieren.
Die Zahl der Schulwegunfälle ist im südlichen Oberbayern nach Angaben des Polizeipräsidiums im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. 2025 wurden 56 Unfälle registriert, 2024 waren es noch 59. Auch die Zahl der dabei verletzten Schüler sank von 64 auf 56.

Tödliche Schulwegunfälle mit Kindern gab es im südlichen Oberbayern 2025 glücklicherweise nicht. Die weiterhin hohe Zahl der Unfälle zeige aber, wie wichtig es sei, Kinder auf ihrem Schulweg bestmöglich zu schützen, so das Polizeipräsidium.

Polizei appelliert an Autofahrer

Zum Beginn des neuen Schuljahres bittet die Polizei nach eigenen Angaben alle Verkehrsteilnehmer um besondere Rücksicht. Autofahrer sollten insbesondere auf Schulwegen, in Wohngebieten sowie an Haltestellen rund um Schulen und Kindergärten besonders aufmerksam sein und jederzeit damit rechnen, dass sich Kinder im Straßenverkehr unerwartet verhalten.
Außerdem weist die Polizei auf die besonderen Regeln an Schulbushaltestellen hin. Dort gilt für Autofahrer Schrittgeschwindigkeit, wenn die entsprechende Situation dies verlangt. Auch auf Schulweghelfer sollten Autofahrer achten, da diese Kindern beim sicheren Überqueren der Straße helfen.

An die Eltern richtet die Polizei ebenfalls einen Appell: Sie sollten mit gutem Beispiel vorangehen, selbst den Sicherheitsgurt anlegen und bei jeder Fahrt darauf achten, dass ihre Kinder entsprechend den gesetzlichen Vorgaben und ihrem Alter beziehungsweise ihrer Größe richtig gesichert sind.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Symbolfoto Polizeipräsidium Oberbayern Süd)

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

Montag, 14. September – Guten Morgen!

Wusstest Du, dass das Magnetfeld der Erde an der Erdoberfläche vergleichsweise schwach ist?
Ein kleiner Neodym-Magnet kann in unmittelbarer Nähe ein deutlich stärkeres Magnetfeld erzeugen.
Deshalb kann ein winziger Magnet Gegenstände festhalten, die viel größer und schwerer sind als er selbst.

Vielleicht denkst Du heute einmal darüber nach, welche Kraft in Dir steckt, die Du manchmal selbst unterschätzt.

Wir wünschen Dir einen kraftvollen Start in den Tag! 🌞
(Quelle: Artikel Josefa Staudhammer / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)

Wiesntor, Rosenheimer Herbstfest, 1955

Wiesntor, Rosenheimer Herbstfest, 1955

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1955. Das Wiesntor sah damals nicht nur ganz anders aus als heute – es stand sogar an einem anderen Platz.

Zu sehen ist eine aufwendig gestaltete Kulisse aus Holz und Leinwand mit einem Turm und einer Uhr. Als Vorbild diente das Rosenheimer Mittertor. Auch die Fenster gehörten zur gemalten Fassade der Kulisse.

Das Tor stand 1955 am südwestlichen Eingang der Loretowiese, dort, wo die Kaiserstraße auf das damalige Festgelände traf. Von der Altstadt aus gelangten die Besucher durch diesen Eingang auf die Wiesn. Grund: Dort, wo heute der Haupteingang war, war es zu dieser Zeit auf dem Gelände auf sehr matschig. 

Ein Kirchturm im Hintergrund

Spannend ist auch der Blick hinter das Tor. Zwischen den Bäumen ist ein Kirchturm zu erkennen. Nach der Perspektive der Aufnahme dürfte es sich um die Rosenheimer Klosterkirche handeln.

Mutter, Kind und eine geschlossene „Braterei“

Auf dem Foto sind außerdem eine Mutter und ihr Kind zu sehen. Die Wiesn hat offenbar noch nicht geöffnet. Die Stände warten auf die ersten Besucher. An einem ist deutlich das Wort „Braterei“ zu lesen.
Vieles wirkt noch kleiner und einfacher als auf der heutigen Wiesn. Gerade solche Details machen den Blick zurück interessant: Das Herbstfest von damals hatte mit der heutigen großen Wiesn noch einiges weniger gemeinsam.

Eine lange Geschichte

Auch das Wiesntor selbst hat eine wechselvolle Geschichte. Das historische Wiesntor war ein ehemaliger Stadteingang an der früheren Wiesngasse, der heutigen Kaiserstraße. Es wurde 1877 abgebrochen. Das heutige Wiesntor greift die Erinnerung an diesen historischen Stadteingang auf.
Das Tor auf unserem Foto von 1955 war dagegen eine Festkulisse, die sich am Mittertor orientierte. Es war also nicht das Wiesntor, das wir heute kennen – und es stand damals auch nicht dort, wo wir heute durch das Wiesntor auf die Wiesn gehen.

Mit diesem Foto endet unsere historische Wiesn-Zeitreise für dieses Jahr. Vielleicht ist es gerade deshalb ein schöner Abschluss: Es zeigt, wie sehr sich die Rosenheimer Wiesn im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.
Hättet Ihr auf Anhieb erkannt, dass dieses Tor einmal der Eingang zur Rosenheimer Wiesn war?
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)

Fahrräder am Bahnhof Edling gestohlen

Fahrräder am Bahnhof Edling gestohlen

Edling / Landkreis Rosenheim – Am Bahnhof in Edling sind am vergangenen Wochenende mehrere Fahrräder gestohlen worden. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei wurden dafür Fahrradschlösser beschädigt oder geöffnet. Auch zu Sachbeschädigungen kam es.

Die Taten ereigneten sich nach Angaben der Polizei zwischen Freitag, 11. September, gegen 16 Uhr und Samstag, 12. September, gegen 12 Uhr. Unbekannte beschädigten oder öffneten demnach mit einem Werkzeug mehrere Fahrradschlösser, um die damit gesicherten Fahrräder zu stehlen.
Die Polizeiinspektion Wasserburg am Inn hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise. Wer im genannten Zeitraum sein Fahrrad am Bahnhof Edling abgestellt hatte und es dort nicht mehr vorgefunden hat, soll sich bei der Polizei melden.

Auch wer am Bahnhof verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder Hinweise zu den bislang unbekannten Tätern geben kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 08071/91770 bei der Polizeiinspektion Wasserburg am Inn zu melden.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Wasserburg am Inn)

Hundebadetag zum Ende der Freibadsaison in Bad Aibling

Hundebadetag zum Ende der Freibadsaison in Bad Aibling

Bad Aibling / Landkreis Rosenheim – Zum Abschluss der Freibadsaison gehört das Becken im Freibad an der Therme Bad Aibling am Montag, 14. September, den Hunden. Beim Hundebadetag können die Vierbeiner von 13 bis 18 Uhr ins Wasser.

Für den Aktionstag wird das Wasser in den Becken nicht gechlort. Die Benutzung der Becken erfolgt nach Angaben der Stadt auf eigene Gefahr. Der Eintritt beträgt drei Euro pro Hund.
Vor Ort informieren unter anderem der Tierschutzverein Rosenheim und die IG Mensch und Tier über ihre Arbeit. Außerdem gibt es verschiedene Stände rund um das Thema Hund sowie einen Hundeeiswagen.

Die Eintrittsgelder und Spenden kommen nach Angaben der Stadt dem Tierschutzverein Rosenheim und der IG Mensch und Tier zugute. Mehr Infos hier.
(Quelle: Stadt Bad Aibling / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Kommunale Wärmeplanung in Eggstätt: Erste Ergebnisse werden vorgestellt

Kommunale Wärmeplanung in Eggstätt: Erste Ergebnisse werden vorgestellt

Eggstätt / Landkreis Rosenheim – Wie könnte die Wärmeversorgung in Eggstätt künftig aussehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Gemeinde im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung. Am Dienstag, 15. September, werden dem Gemeinderat erste Ergebnisse und ein Zwischenbericht vorgestellt. Die Sitzung ist öffentlich.

Seit 2024 sind Kommunen zur Wärmeplanung verpflichtet. Für Eggstätt gilt eine Frist bis zum 30. Juni 2028. Bis dahin soll ein Wärmeplan mit Vorschlägen zur Energieeinsparung und zur künftigen Wärmeversorgung erstellt werden.
Die Gemeinde hat Anfang des Jahres das Rosenheimer Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV) mit der Erstellung des Wärmeplans beauftragt. Der offizielle Auftakt erfolgte im April.

Zwischenbericht im Gemeinderat

Bei der Gemeinderatssitzung am 15. September geht es nun um den aktuellen Stand der Arbeiten und erste Ergebnisse. Interessierte Bürger können die Sitzung besuchen.
Wegen der Vorstellung des Zwischenberichts beginnt die Sitzung bereits um 18.30 Uhr. Veranstaltungsort ist das Haus des Gastes in Eggstätt.
(Quelle: Gemeinde Eggstätt / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Alte Obstsorten und Weinbau am Chiemsee entdecken

Alte Obstsorten und Weinbau am Chiemsee entdecken

Rosenheim – Alte Obstsorten, Streuobstwiesen und ein kleiner Weinberg: Bei der Führung „Obst & Wein“ geht es um die Geschichte und Besonderheiten des Obst- und Weinbaus rund um Prien. Die rund eineinhalbstündige Wanderung findet am Donnerstag, 17. September, und am Donnerstag, 1. Oktober, statt.

Los geht es jeweils um 17 Uhr am Beilhackparkplatz West in Prien. Erste Station ist die alte Priener Obstbrennerei. Anschließend führt der Weg ein Stück über den Obst- und Kulturweg durch das Eichental und vorbei an einem traditionellen Streuobstgarten.
Der Obst- und Kulturweg Ratzinger Höhe ist Teil eines deutschlandweiten Netzwerks zur Erhaltung alter Obstsorten. Fachleute nutzen den dortigen Bestand unter anderem zur Sortenbestimmung und zur Gewinnung von Reisern. Wenn die Bäume entsprechend Früchte tragen, können Teilnehmer der Führung einige der alten Sorten auch probieren.

Weinbau am Chiemsee

Weiter geht es über die Prien hinauf nach St. Salvator. Dort liegt an einem sonnigen Südosthang der kleine Priener Weinberg. Weinbau hat in der Region westlich des Chiemsees eine lange Geschichte, auch wenn das Gebiet heute nicht zu den klassischen deutschen Weinbauregionen zählt.
Um an diese Tradition anzuknüpfen, hat der Obst- und Gartenbauverein Prien dort rund 95 Rebstöcke gepflanzt. Bei der Führung geht es unter anderem darum, welche Bedingungen der Weinbau an diesem Standort vorfindet und wie damit umgegangen wird. Zum Abschluss ist ein Glas Wein vorgesehen.
Die Führung wird von Naturführer Steinbichler begleitet. Die Teilnehmerzahl ist auf zehn bis 20 Personen begrenzt, eine Anmeldung ist erforderlich. Erwachsene zahlen 16,50 Euro, mit Gästekarte und für Einheimische kostet die Teilnahme 14,50 Euro.

Anmeldungen sind im Tourismusbüro Prien am Chiemsee möglich. Weitere Informationen gibt es dort unter Telefon 08051/6905-0 oder per E-Mail an info@tourismus.prien.de.
(Quelle: Markt Prien am Chiemsee / Beitragsbild: Markt Prien am Chiemsee)

Zwei Unfälle an der Anschlussstelle Achenmühle – eine Frau leicht verletzt

Zwei Unfälle an der Anschlussstelle Achenmühle – eine Frau leicht verletzt

Achenmühle / Landkreis Rosenheim – Gleich zwei Verkehrsunfälle haben sich am Samstagabend im Bereich der Anschlussstelle Achenmühle ereignet. Bei dem ersten Unfall wurde eine 50-jährige Autofahrerin nach Angaben der Polizei leicht verletzt. Kurz darauf kam es an der Unfallstelle zu einem weiteren Auffahrunfall.

Der erste Unfall ereignete sich gegen 18 Uhr auf der Kreisstraße RO 5 im Kreuzungsbereich zur Anschlussstelle der A8. Eine 50-jährige Autofahrerin aus dem Landkreis Berchtesgaden wollte von der Kreisstraße auf die Autobahn in Richtung Salzburg einbiegen. Dabei übersah sie nach Angaben der Polizei eine entgegenkommende 24-jährige Autofahrerin aus dem Landkreis Mühldorf.
Die 50-Jährige wurde bei dem Unfall leicht verletzt und in ein umliegendes Krankenhaus gebracht. An beiden Fahrzeugen entstand laut Polizei Totalschaden.

Zweiter Unfall an der Unfallstelle

Im weiteren Verlauf kam es zu einem zweiten Unfall. Eine 18-jährige Fahranfängerin aus Rosenheim übersah nach Angaben der Polizei das Fahrzeug einer 37-jährigen Frau, die als Ersthelferin an der Unfallstelle angehalten hatte. Es kam zum Auffahrunfall.
Die beiden Kinder, die sich im Auto der Ersthelferin befanden, blieben unverletzt. An den beiden beteiligten Fahrzeugen entstand geringer Sachschaden. Beide waren noch fahrbereit.

Für die Unfallaufnahme war die Einfahrt der Anschlussstelle Achenmühle sowie die Kreisstraße zeitweise einseitig gesperrt. Im Einsatz waren mehrere Rettungswagen des Roten Kreuzes und der Ambulanz Rosenheim, ein Notarzt sowie die Feuerwehr Höhenmoos mit zwei Fahrzeugen.
(Quelle: Pressemitteilung der Polizeiinspektion Rosenheim)

Radfahrer fährt auf stehendes Auto auf

Radfahrer fährt auf stehendes Auto auf

Rosenheim – Ein 37-jähriger Radfahrer ist am Samstagnachmittag in Rosenheim mit seinem Fahrrad in das Heck eines Autos gefahren. Nach Angaben der Polizei hatte er zuvor offenbar zu spät erkannt, dass die gleichaltrige Autofahrerin an der Einmündung angehalten hatte.

Der Unfall ereignete sich gegen 15 Uhr an der Einmündung von Kolbermoorer Straße und Grubholzer Straße. Die 37-jährige Rosenheimerin wollte von der Kolbermoorer Straße in die Grubholzer Straße abbiegen und hatte dafür zunächst angehalten. Der ebenfalls aus Rosenheim stammende Radfahrer erkannte dies nach Angaben der Polizei zu spät und prallte mit seinem Fahrrad in das Heck des Autos.
Nach Angaben der Polizei wurde bei dem 37-Jährigen starker Alkoholgeruch wahrgenommen. Ein Alkoholtest ergab demnach einen Wert von mehr als zwei Promille. Der Radfahrer zog sich bei dem Unfall leichte Schürfwunden zu. An Auto und Fahrrad entstand nach Polizeiangaben ein Sachschaden von rund 1.000 Euro.

Nach einer Blutentnahme wurde gegen den Radfahrer nach Angaben der Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim)

Auto-Kennzeichen direkt vor Polizeidienststelle abgerissen

Auto-Kennzeichen direkt vor Polizeidienststelle abgerissen

Rosenheim – Ausgerechnet direkt vor der Rosenheimer Polizeidienststelle haben zwei junge Männer ein Kennzeichen von einem geparkten Auto abgerissen. Dass die Aktion nicht unbemerkt blieb, dürfte dabei keine große Überraschung gewesen sein.

Der Vorfall ereignete sich am Samstag, 12. September, gegen 17.45 Uhr in der Ellmaierstraße. Die beiden 20-Jährigen aus Wildschönau in Österreich waren laut Polizei mit jeweils rund zwei Promille stark alkoholisiert.
Am geparkten Auto entstand durch das Abreißen des Kennzeichens ein Sachschaden von rund 50 Euro. Gegen die beiden Tiroler wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Wiesn-Blaulicht: Qualm, Prickelwasser und ein hartnäckiger Stadtl-Fan

Wiesn-Blaulicht: Qualm, Prickelwasser und ein hartnäckiger Stadtl-Fan

Rosenheim – Am letzten Wiesn-Samstag war auf der Loretowiese noch einmal ordentlich was los. Auch die Wiesnwache hatte alle Hände voll zu tun – unter anderem mit zwei Tirolern, die sich mit mehr als zwei Promille nicht so recht an Regeln gewöhnen wollten, einem jungen Mann mit sehr deutlicher Wortwahl und einem Busreisenden, der seine Nachtruhe auf eine Wiese verlegt hatte. Und dann war da noch der hartnäckige Stadl-Fan.

„Ja, aber i bin doch ned in Qualmquarantäne“

Ein 20-Jähriger aus Tirol sah offenbar keinen Grund, warum er in einer Speis- und Trank-Manufaktur auf den Qualmkonsum verzichten sollte. Mit knapp zwei Promille im Blut zeigte er sich gegenüber der Wiesnwache auch sonst nicht gerade von der einsichtigsten Seite. Die Folge: Der 20-Jährige bekam ein Wiesnverbot.

Perlende Lebensfreude

Weiter mit Prickelwasser – oder gleich die Korken knallen lassen? Das schien das Motto eines 22-jährigen Tirolers gewesen zu sein. Er versuchte laut Polizei immer wieder, in einen Wein- und Sektveräußerungsbetrieb zu gelangen. Mit mehr als zwei Promille war die Einsicht allerdings eher überschaubar. Auch für ihn hieß es deshalb: Wiesnverbot.

„Geh her, dann fotz i Eich!“

Weniger prickelnd wurde es beim Verlassen des Festgeländes für einen 17-Jährigen aus Tirol. Er beschimpfte die Wiesnwache laut Polizei unter anderem als „selten bleede Schandi`s und saudumm“. Als die Beamten ihn darauf ansprachen, legte er noch einmal nach: „Geh her dann fotz i Eich!“ Das brachte ihm eine Anzeige wegen Beleidigung ein.

Guten Morgen, Südtirol!

Kurz nach Betriebsende entdeckte die Wiesnwache einen eher ungewöhnlichen Übernachtungsgast. Ein 45-Jähriger aus Bozen hatte seine Bettzeit offenbar nicht auf der heimischen Matratze, sondern auf einem Grünstreifen am Rand des Festgeländes verbringen wollen.
Mit mehr als zwei Promille konnte er noch rechtzeitig geweckt werden. Sein Bus nach Südtirol war nämlich schon abfahrbereit.

Und täglich grüßt der Stadl

Übrigens: Die Sache mit dem 22-jährigen Tiroler und dem Wein- und Sektbetrieb ging noch weiter:
Der junge Mann tauchte am späten Nachmittag erneut auf dem Festgelände auf. Und offenbar hatte ihn derselbe Stadl noch immer fest im Griff. Wieder versuchte er, hineinzukommen – obwohl gegen ihn bereits ein Wiesnverbot ausgesprochen worden war. Diesmal wurde aus dem Wiesnverbot eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Wo Kühe, Skifahrer und Franz Marc ihre Spuren hinterlassen haben

Wo Kühe, Skifahrer und Franz Marc ihre Spuren hinterlassen haben

Bayern – Almen gehören für viele zum Bild der bayerischen Berge. Doch hinter den alten Gebäuden steckt weit mehr als Bergromantik: Sie erzählen von harter Arbeit, traditioneller Baukunst – und manchmal sogar von berühmten Künstlern oder den Anfängen des Skisports. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege stellt fünf denkmalgeschützte Almen und Alpen in Oberbayern und Schwaben vor.

Wer heute auf eine Alm oder Alpe kommt, sieht vielleicht vor allem eine schöne Landschaft und ein altes Gebäude. Ursprünglich mussten die Bauten vor allem eines sein: praktisch. Sie sollten den Menschen und Tieren Schutz bieten, der Witterung standhalten und mit Materialien aus der Umgebung gebaut werden.

Bis heute haben einige dieser Gebäude viel von ihrer ursprünglichen Struktur bewahrt. Und manches Detail erzählt eine Geschichte, die man beim Vorbeigehen wohl kaum vermuten würde.

Staffelalm bei Jachenau mit Franz Marc-Malerei.<br />
Bildarchiv BLfD/ Bernhard Symank

Staffelalm bei Jachenau mit Franz Marc-Malerei.
Bildarchiv BLfD/ Bernhard Symank

Auf der Alm wurden Bilder von Franz Marc übermalt

Ein besonders ungewöhnliches Beispiel ist die Staffel- beziehungsweise Rabenkopfalm bei Jachenau im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Das Gebäude wurde nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege um 1868 auf rund 1.320 Metern Höhe errichtet.
Im Inneren befinden sich zwei Wandmalereien von Franz Marc: ein Kuhkopf und die sogenannten „grünen Hirsche“. Marc verbrachte zu Beginn des 20. Jahrhunderts wiederholt die Sommermonate auf der Alm und ließ sich dort zu Tier- und Landschaftsstudien inspirieren.

Das Bemerkenswerte: Die Hirsche waren jahrzehntelang gar nicht zu sehen. Sie waren mit einem dicken Kalkanstrich überdeckt worden. Nach Angaben des Landesamts wurden die Bilder erst in den 1990er Jahren wieder freigelegt. Auf der Website der Alm wird als Grund genannt, dass dem Almpersonal die abstrakten Darstellungen nicht gefallen hätten.

Hintere Längentalalm bei Lenggries.<br />
Foto: Tourismus Lenggries

Hintere Längentalalm bei Lenggries. Foto: Tourismus Lenggries

Skitouren mit Petroleumlicht

Auch die Hintere Längentalalm bei Lenggries erzählt eine ungewöhnliche Geschichte. Die vermutlich im 18. Jahrhundert errichtete Alm wurde in den 1920er Jahren vom Skiclub Bad Tölz als Stützpunkt für Skitouren genutzt.
Die Sportler mussten damals zu Fuß zu der abgelegenen Alm gelangen. Dort übernachteten sie bei Petroleumlicht und Kerzenschein, bevor es auf Skitour ging. Das historische Gebäude steht damit nicht nur für die Almwirtschaft, sondern auch für die frühen Anfänge des Wintersports an der Benediktenwand.

Bäckeralm bei Inzell. Foto: Copyright Bäckeralm

Auch sie hat eine Geschichte zu erzählen: die Bäckeralm bei Inzell. Foto: Copyright Bäckeralm

Vom Stall bis zum Wohnraum unter einem Dach

Die Bäckeralm bei Inzell entstand bereits 1799. Sie liegt auf rund 1.067 Metern Höhe am Teisenberg und wird seit der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg auch gastronomisch genutzt.
Trotzdem sind Alm und ehemaliger Stallstadel nach Angaben des Landesamts weitgehend original erhalten. Eine massive Trennwand erinnert noch an die frühere offene Feuerstelle. Die Holzbalkendecken sind vom Rauch der vergangenen Jahrzehnte beziehungsweise Jahrhunderte dunkel gefärbt.
Auch der Name der Alm hat eine Geschichte: Er geht auf den Hofnamen „Beim Bäck“ zurück.

Idyllisch gelegen und ebenfalls einiges zu erzählen hat auch die Alpe Breitengehen in Oberstdorf. Foto: Copyright Alpe Breitengehen

Idyllisch gelegen und ebenfalls einiges zu erzählen hat auch die Alpe Breitengehen in Oberstdorf. Foto: Copyright Alpe Breitengehen

Namen in den Balken erzählen von früheren Bewohnern

Im Allgäu heißen die Almen meist Alpen. Zwei davon befinden sich im Rappenalptal bei Oberstdorf.
Die Alpe Breitengehren liegt auf rund 1.150 Metern Höhe und wurde erstmals 1746 urkundlich erwähnt. Der heute erhaltene Gebäudekern wurde bei einer Untersuchung der verbauten Hölzer auf etwa 1803 datiert.
Besonders spannend sind die Spuren der Menschen, die dort lebten und arbeiteten: In Balken und Türen finden sich eingeschnitzte Initialen und Namen.

Eine weitere Besonderheit ist die Bauweise. Die Ställe liegen auf beiden Seiten und umgeben in der Mitte die Sennküche und den Wohnbereich. Das ist nach Angaben des Landesamts eine im Allgäu ungewöhnliche Anordnung.
Die Alpe wurde 1894 von Prinzregent Luitpold gekauft und in sein Jagdgebiet, den sogenannten Prinzenbogen, einbezogen. Heute gehört sie zur „Manfred Kurrle Naturschutzstiftung Allgäuer Hochalpen“.

Auch die Buchrainer Alpe am Eingang des Rappenalptals geht in ihrer Geschichte bis ins 17. Jahrhundert zurück. Das heutige Gebäude wurde im frühen 19. Jahrhundert weitgehend neu errichtet. Auch sie gehörte einst zum Jagdrevier von Prinzregent Luitpold und ist heute Teil der „Manfred Kurrle Naturschutzstiftung Allgäuer Hochalpen“.

Mehr als alte Hütten

Für Generalkonservator Prof. Mathias Pfeil vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sind die Gebäude deshalb mehr als idyllische Motive aus den Bergen. Sie zeigen nach seiner Einschätzung, wie Menschen früher unter schwierigen Bedingungen lebten und arbeiteten und welche handwerklichen Lösungen sie dafür entwickelten.
Gerade das macht die alten Almen und Alpen interessant: In ihren Mauern, Balken und Wandflächen steckt ein Stück Alltagsgeschichte – von der Almwirtschaft über die frühe Skitour bis hin zu den Spuren eines berühmten Malers.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Landesamt für Denklmalpflege / Beitragsbild, Fotos: Copyright  Bilcarchiv BLfD/Bernhard Symank // Maria Mangold // Bildarchiv BLfD/Friedrich Karl Krösser // Fotos: Bäckeralm / Foto: Copyright Buchrainer Alpe // Foto: Copyright Tourismus Lenggries)