Rosenheim – Rund 100 Taucher, etwa zehn Grad kaltes Wasser und dichter Nebel: Das traditionelle Fackelschwimmen auf dem Inn stand am Samstagabend ganz im Zeichen eines besonderen Geburtstags. Der Tauchclub Octopus Rosenheim feierte sein 50-jähriges Bestehen. Unterwegs auf dem Fluss gab es für das große Vereinsmaskottchen sogar ein eigenes Ständchen: „Happy Birthday Octopus“.
Zu einer richtigen Geburtstagsparty gehören neben Geburtstagsständchen auch „Kerzenzauber“ – mitten im Inn ist das aber immer wieder spektakulär. Fotos: Josefa Staudhammer
Kurz nach Einbruch der Dämmerung versammelten sich die Taucher am Samstagabend unterhalb der Staustufe in Rohrdorf-Thansau. Gegen 19 Uhr fiel der Startschuss: Ein Leuchtsignal stieg in den Himmel, dann ging es für die Teilnehmer, warm eingepackt in ihre Neoprenanzüge, hinein in den Inn.
Dort warteten nicht nur die Strömung, sondern auch Wassertemperaturen um die zehn Grad. Dazu zog dichter Nebel über den Fluss und verlieh dem Fackelschwimmen eine beinahe mystische Atmosphäre. Immer wieder schossen Leuchtsignale in den Nachthimmel, während sich die Fackeln langsam flussabwärts bewegten.
Ein Geburtstagsständchen mitten auf dem Inn
Bei aller sportlichen Herausforderung kam auch die Gaudi nicht zu kurz. Das große aufblasbare Oktopus-Maskottchen durfte beim Jubiläum natürlich nicht fehlen. Auf Höhe der Hofleiten (Rohrdorfer Straße) wurde es musikalisch: Die Taucher stimmten für ihren tierischen Begleiter „Happy Birthday Octopus“ an. Ein Geburtstagsständchen mitten auf dem Inn – passender hätte das 50. Vereinsjubiläum kaum gefeiert werden können.
Der Tauchclub Octopus Rosenheim wurde 1976 gegründet und blickt damit auf ein halbes Jahrhundert Vereinsgeschichte zurück. Das traditionelle Inn-Fackelschwimmen gehört zu den festen Terminen im Vereinskalender. Es verbindet die sportliche Herausforderung mit dem geselligen Miteinander und lockt Jahr für Jahr auch zahlreiche Zuschauer an die Ufer des Inns.
Niedriger Wasserstand bremst die Fackelschwimmer
In diesem Jahr waren die Teilnehmer länger als üblich unterwegs. Statt der sonst häufig genannten 40 bis 50 Minuten dauerte die Fahrt flussabwärts rund eine Stunde. Der niedrige Wasserstand machte sich bemerkbar: Am Pegel Wasserburg wurden aktuell nur 113 Zentimeter gemessen. Das liegt deutlich unter dem langjährigen mittleren Pegelstand von etwa 202 Zentimetern.
Für die Zuschauer am Ufer hatte die langsamere Fahrt einen Vorteil: Sie konnten das Schauspiel länger verfolgen. Die Fackeln zeichneten sich im Nebel ab, während sich die Lichter auf dem Wasser gemächlich in Richtung Rosenheim bewegten.
Die Strecke führte von Thansau flussabwärts bis zur Ausstiegsstelle hinter dem Rosenheimer Klinikum. Dort konnten sich die Taucher mit Glühwein und alkoholfreiem Punsch aufwärmen. Anschließend ging die Jubiläumsfeier im Clubheim des Vereins in Rohrdorf-Thansau weiter.
Das Fackelschwimmen ist nicht nur ein geselliges Ereignis, sondern auch eine aufwendig abgesicherte Aktion auf dem Fluss. Rettungskräfte von DLRG, Wasserwacht und THW begleiten die Teilnehmer bei ihrem Weg durch den dunklen Inn.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitrgsbild, Fotos: Josefa Staudhammer)









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