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75 Jahre Zoll: Hauptzollamt Rosenheim öffnete seine Türen für die Öffentlichkeit

Tag der offenen Tür beim Hauptzollamt Rosenheim im April 2026. Foto: Innpuls.me - Blick in ein historisch gestaltetes Büro mit Marion Dirscherl, Pressesprecherin des Hauptzollamt Rosenheim und Rolf Wundrack, dem neuen Leiter des Hauptzollamt Rosenheim

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

20. April 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim  – Ein Blick hinter sonst verschlossene Türen, spannende Einblicke in ein vielfältiges Berufsfeld – und mittendrin viele praktische Vorführungen: Der „Tag der offenen Tür“ beim Hauptzollamt Rosenheim am vergangenen Samstag (18.4.2026) hatte einiges zu bieten. Anlass war ein besonderes Jubiläum: 75 Jahre Zoll in der Bundesrepublik.
Tag der offenen Tür beim Hauptzollamt Rosenheim im April 2026. Foto: Innpuls.me
Beim „Tag der offenen Tür“ gab es beim Hauptzollamt Rosenheim einiges zu entdecken, was früher zum Einsatz kam. Fotos: Innpuls.me
Zum ersten Mal richtete sich die Veranstaltung nicht nur an Jugendliche auf Berufssuche und ihre Eltern, sondern an die gesamte Öffentlichkeit. Unter dem Motto „Wir sind Zoll – 75 Jahre Zoll in der Bundesrepublik“ öffnete das Hauptzollamt in der Münchener Straße in diesem Jahr seine Türen für alle Interessierten.

Zwischen Hightech und dicken Wälzern

Rund 60 Zöllnerinnen und Zöllner standen bereit, um ihre Arbeit vorzustellen und Fragen zu beantworten. An zahlreichen Informationsständen konnten sich Besucher ein Bild von den vielfältigen Aufgaben des Zolls machen – von der Warenkontrolle über die Bekämpfung von Schwarzarbeit bis hin zu Serviceleistungen für Unternehmen.

Besonders anschaulich wurde es bei den Vorführungen: Hier konnten Besucher miterleben, wie eine Zollkontrolle oder eine Kontrolle auf Schwarzarbeit abläuft. Auch ein Diensthund war vor Ort und zeigte sein Können.

Ein echter Publikumsmagnet war zudem ein historisches Büro, das detailgetreu im Stil der 1960er- und 1970er-Jahre eingerichtet worden war. Schnell wurde klar, wie sehr sich die Arbeit verändert hat: Statt Computer bestimmten damals dicke Bücher den Alltag, in denen mühsam Zolltarifnummern nachgeschlagen werden mussten. Selbst an die typische Büropflanze jener Zeit wurde gedacht – die robuste „Schwiegermutterzunge“, die als nahezu unverwüstlich gilt.

Tag der offenen Tür beim Hauptzollamt Rosenheim im April 2026. Foto: Innpuls.me
Beschlagnahmte Exponate aus dem Beriech des Artenschutz.
Staunen, Mitmachen – und auch Kopfschütteln

Neben spannenden Einblicken in die Vergangenheit zeigte die Ausstellung auch die Schattenseiten globaler Warenströme. Für sichtbares Unbehagen bei vielen Besuchern sorgten beschlagnahmte Gegenstände aus dem Arten- und Naturschutzbereich – darunter ausgestopfte Raubtiere, ein Zebrafell und eine Jacke aus dem Fell von Polarfuchswelpen.

Die Besucher erfuhren dabei auch, wie sich die Arbeit der Zöllner über die Jahrzehnte gewandelt hat: Einerseits erleichtert moderne Technik viele Abläufe, andererseits steigen durch Globalisierung und zunehmende Bürokratie die Anforderungen deutlich.

Tag der offenen Tür beim Hauptzollamt Rosenheim im April 2026. Foto: Innpuls.me
Zoll-Maskottchen „Mateo“ – Der Name ist kein Zufall.
Auch für Familien war einiges geboten. Kinder konnten sich an Mitmachstationen ausprobieren, während das Maskottchen „Mateo“ für gute Stimmung sorgte. Sein Name erinnert an die historischen Wurzeln des Berufs: Der Evangelist Matthäus soll vor seiner Berufung als Zöllner tätig gewesen sein – ein Hinweis darauf, dass dieser Beruf zu den ältesten der Welt zählt.

Abgerundet wurde das Programm durch ein Zoll-Quiz mit Gewinnspiel sowie ein „Zoll-Kino“, das die Entwicklung der Behörde über die Jahrzehnte hinweg anschaulich darstellte.

Mit vor Ort war auch der neue Leiter des Hauptzollamts Rosenheim, Rolf Wundrack, der zuvor beim Zollfahndungsamt München tätig war. Er verwies auf anstehende strukturelle Veränderungen innerhalb der Zollverwaltung: Hintergrund ist ein Gesetzentwurf des Bundesministeriums der Finanzen, der unter anderem eine Neuorganisation der Behörden vorsieht.

Demnach sollen die bisherigen Hauptzollämter künftig als Zolldirektionen geführt werden. Nach aktuellem Planungsstand ist die Umbenennung für Anfang 2027 vorgesehen. Aus dem Hauptzollamt Rosenheim wird dann die Zolldirektion Rosenheim.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Karin Wunsam)

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