Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1914. Auf der historischen Aufnahme sehen wir die heutige Privatschule Dr. Kalscheuer in der Königstraße 1 in Rosenheim – damals noch Königschule.
Das markante Schulgebäude an der Königstraße entstand bereits in den Jahren 1866 und 1867. Mitte des 19. Jahrhunderts herrschte in Rosenheim große Schulraumnot. Die Stadt entschloss sich deshalb, an der damaligen Bahnhofstraße ein neues Schulhaus zu errichten. Am 7. Oktober 1867 wurde das Gebäude feierlich eingeweiht.
Geplant wurde der Neubau von den Münchner Architekten Ludwig Foltz und Rudolf Wilhelm Gottgetreu. Errichtet wurde er im sogenannten Maximiliansstil, einer bayerischen Ausprägung der Neogotik. Seinen Namen „Königschule“ erhielt das Gebäude aufgrund seiner Lage an der Königstraße. Ursprünglich war es eine reine Knabenschule.
Wer sich die historische Aufnahme genauer anschaut, entdeckt am Eingangstrakt vier Figuren. Sie stehen symbolisch für Handel, Gewerbe, Industrie und Religion. Auf dem Ziergiebel befand sich außerdem eine Büste von König Ludwig II., während dessen Regierungszeit das Schulhaus errichtet wurde.
Über die Jahrzehnte wurde das Gebäude nicht nur für den Unterricht der Knabenklassen genutzt. Hier waren unter anderem auch eine Präparandenschule zur Vorbereitung auf den Lehrerberuf und eine gewerbliche Fortbildungsschule untergebracht.
Erst 1986 endete die lange Ära als staatliches Schulhaus. Die Stadt Rosenheim verkaufte das Gebäude an die Private Wirtschaftsschule Dr. Kalscheuer. Damit begann ein neues Kapitel in der Geschichte des alten Schulhauses, das bis heute als Schulgebäude genutzt wird.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)


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