Deutschland / Bayern – Hund und Katze, Kaninchen und Ziervögel oder Fische und Kleintiere – in manchen Haushalten leben ganz unterschiedliche Haustiere zusammen. Das kann den Alltag bereichern, stellt Halter aber auch vor besondere Herausforderungen. Denn jede Tierart hat eigene Bedürfnisse, die bei der Haltung berücksichtigt werden müssen.
Nach Angaben des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) und des Zentralverbands der Heimtierbranche (ZZF) leben in Deutschland in 43 Prozent aller Haushalte Haustiere. In 22 Prozent der Haushalte sind es mindestens zwei Tiere. In 13 Prozent leben sogar mindestens zwei verschiedene Tierarten miteinander.
Besonders häufig ist die Kombination aus Hund und Katze: Sie findet sich in rund sieben Prozent der deutschen Haushalte.
Warum Menschen verschiedene Tiere halten
Die Gründe für ein Leben mit Haustieren sind vielfältig. Das zeigt eine Erhebung für das Jahr 2025. Viele Hunde- und Katzenhalter schätzen vor allem die Freude, die ihnen ihre Tiere schenken, sowie die Liebe und Zuneigung, die sie mit ihnen verbinden. Auch als Lebensbegleiter und Gesellschafter spielen die Tiere eine wichtige Rolle.
Bei Aquarien- und Terrarientieren steht dagegen häufig die Freude am Beobachten im Vordergrund. Kleintiere werden zudem dafür geschätzt, dass Kinder durch sie lernen können, Verantwortung zu übernehmen.
„Auf die Frage, warum Menschen mit ihren Heimtieren zusammenleben, gab es ganz unterschiedliche Rückmeldungen“, erklärt IVH-Geschäftsführerin Dr. Katrin Langner.
Hund und Katze können sich gut verstehen
Dass Hunde und Katzen nicht miteinander auskommen, ist ein verbreitetes Vorurteil. Tatsächlich kann das Zusammenleben funktionieren, wenn beide Tiere behutsam aneinander gewöhnt werden.
Wichtig sind ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und klare Regeln im Alltag. Beide Tiere sollten selbst entscheiden können, wann und wie viel Kontakt sie miteinander haben möchten. Gute Voraussetzungen bringen häufig junge Tiere mit. Auch Hunde und Katzen, die bereits in ihrer frühen Lebensphase viel Kontakt zur jeweils anderen Tierart hatten, kommen oft gut miteinander aus.
Ein Kaninchen ersetzt kein Meerschweinchen
So gut verschiedene Tierarten unter einem Dach zusammenleben können: Den Kontakt zu Artgenossen können andere Tiere nicht einfach ersetzen. Kaninchen, Meerschweinchen, die meisten Ziervögel und viele Fischarten benötigen Artgenossen, um ihr natürliches Sozial- und Kommunikationsverhalten ausleben zu können.
Kaninchen und Meerschweinchen können sich zwar unter bestimmten Voraussetzungen eine Unterkunft teilen. Dafür brauchen sie ausreichend Platz und Rückzugsmöglichkeiten. Sie bleiben aber unterschiedliche Arten mit eigenen Bedürfnissen und Kommunikationsformen. Ein Kaninchen kann deshalb kein Meerschweinchen ersetzen – und umgekehrt.
Sicherheit geht vor
Bei der Haltung verschiedener Tierarten kommt es auch darauf an, mögliche Konflikte zu vermeiden. „Nicht jede Kombination ist sinnvoll“, warnt Dr. Langner. „Kleine Heimtiere sollten beispielsweise nicht unbeaufsichtigt mit Hunden oder Katzen zusammenkommen. Selbst wenn die Tiere friedlich erscheinen, kann es beim Spiel schnell zu Verletzungen kommen.“
Auch eine räumliche Trennung allein reicht nicht immer aus. Alle Tiere sollten eigene Bereiche haben, in die sie sich ungestört zurückziehen können, bei Bedarf auch in getrennten Zimmern.
Jedes Tier hat eigene Ansprüche
Wer mehrere Heimtierarten halten möchte, sollte sich deshalb vorab genau über deren Bedürfnisse informieren. Während manche Tiere viel Aufmerksamkeit brauchen, sind andere nachtaktiv oder eignen sich eher zum Beobachten als zum Streicheln.
„Wer sich für verschiedene Tierarten entscheidet, sollte auch die jeweiligen individuellen Bedürfnisse erfüllen können“, sagt Dr. Langner. „Jedes Tier sollte in seinem Umfeld die Bedingungen vorfinden, die ihm ein gesundes und glückliches Leben erlauben.“
Denn ein harmonisches Zusammenleben gelingt vor allem dann, wenn nicht nur die Freude an den Tieren zählt, sondern auch ihre jeweiligen Ansprüche an eine artgerechte Haltung.
(Quelle: Pressemitteilung IVH / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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