Übersee / Landkreis Traunstein – Wenn Rauch die Sicht nimmt, Hitze herrscht und Feuerwehrkräfte nur mit Atemschutzgerät in ein Gebäude vordringen können, muss jeder Handgriff sitzen. In der Rauchgasdurchzündungsanlage (RDA) des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein in Übersee trainierten 14 Feuerwehrkräfte deshalb unter möglichst realitätsnahen Bedingungen für den Ernstfall.
An einem Ausbildungstag stellten sich 14 Feuerwehrkräfte aus sechs Feuerwehren den anspruchsvollen Übungen. Jeweils zwei Teilnehmer kamen aus den Feuerwehren Albertaich, Bergen, Grassau, Nußdorf, Surberg und Traunwalchen. Begleitet wurden sie von fünf ehrenamtlichen Ausbildern aus dem Fachbereich Atemschutz. Lehrgangsleiter war Tobias Wimmer.
In der RDA werden verschiedene Brandszenarien unter kontrollierten Bedingungen dargestellt. Die Teilnehmer erleben dabei Hitze und Rauch und lernen, Gefahren wie eine Rauchgasdurchzündung frühzeitig zu erkennen. Auch verschiedene Löschtechniken und das taktisch richtige Vorgehen werden trainiert.
Dabei geht es nicht nur um die körperliche Belastung. Atemschutzgeräteträger müssen auch unter Stress ihre Umgebung richtig einschätzen und sich auf die Mitglieder ihres Trupps verlassen können.
„Atemschutz ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben im Feuerwehreinsatz. Unsere Teilnehmer müssen nicht nur körperlich belastbar sein, sondern auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren, ihre Umgebung richtig beurteilen und als Trupp sicher zusammenarbeiten“, erklärt Lehrgangsleiter Tobias Wimmer.
Ausbildung als Grundlage für den Einsatz
Für die Organisation und fachliche Verantwortung rund um den Atemschutz im Landkreis Traunstein ist Stefan Thurner, Fach-Kreisbrandmeister für Atemschutz, zuständig. Er betont die Bedeutung regelmäßiger Ausbildung und Übung für die Einsatzbereitschaft.
„Atemschutzgeräteträger übernehmen im Einsatz eine besondere Verantwortung. Sie gehen dorthin, wo andere Einsatzkräfte wegen Rauch und Hitze nicht mehr vordringen können. Dafür brauchen sie eine gute Ausbildung, regelmäßiges Training und vor allem ein starkes Team hinter sich.“
Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger
Wer sich für diese Aufgabe interessiert, muss nicht bereits als Atemschutzgeräteträger zur Feuerwehr kommen. Voraussetzung ist zunächst die aktive Mitgliedschaft in einer Feuerwehr.
„Atemschutzgeräteträger werden nicht geboren – sie werden ausgebildet. Wer körperlich fit ist, gerne im Team arbeitet und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, kann diesen Weg bei seiner Feuerwehr vor Ort einschlagen“, so Thurner.
In der RDA des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein können die Einsatzkräfte dann ihre Erfahrungen unter realitätsnahen Bedingungen vertiefen. Gerade bei Einsätzen im Innenangriff sollen die dort trainierten Abläufe helfen, auch unter schwierigen Bedingungen sicher zu handeln.
Vielfältige Aufgaben bei der Feuerwehr
Die Atemschutzausbildung ist nur ein Teil der vielfältigen Aufgaben bei den Feuerwehren. Auch für technische Hilfeleistung, Funk, Maschinistentätigkeit, Jugendarbeit oder die Unterstützung bei Veranstaltungen und in der Vereinsarbeit werden Helfer gebraucht.
Wer sich für die Feuerwehr interessiert, kann sich bei der örtlichen Feuerwehr informieren. Vorkenntnisse sind laut Kreisfeuerwehrverband nicht erforderlich. Engagement, Teamgeist und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, stehen im Mittelpunkt.
(Quelle: Pressemitteilung kreisfeuerwehrverband Traunstein / Beitragsbild: Copyright kreisfeuerwehrverband Traunstein)


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