Deutschland / Bayern / Rosenheim – Bartagamen sind pflegeleicht. Ein paar Ansprüche haben sie aber doch: Neben der richtigen Ernährung, Beleuchtung und Umgebungstemperatur spielt die Sauberkeit ihres Terrariums eine zentrale Rolle. Ein hygienisches Umfeld beugt Krankheiten vor und fördert das natürliche Verhalten der Tiere. Die Reinigungsrituale sollten aber nicht in Stress ausarten.
Bartagamen gehören nach Schildkröten und Schlangen zu den beliebtesten Reptilien in deutschen Haushalten. Sie faszinieren viele Terrarienfreunde mit ihrem ausgeglichenen Wesen und ihrem neugierigen Verhalten. Dafür benötigen die Echsen jedoch ein Umfeld, das ihren natürlichen Lebensraum möglichst gut imitiert: Dazu gehören Sonnenplätze, Verstecke, passendes Futter – und vor allem ein sauberes Terrarium.
Die Reinigung eines Terrariums unterteilt sich in Aufgaben, die möglichst täglich erledigt werden sollten, und andere, die wöchentlich oder sogar nur einmal im Monat anfallen. Dr. Axel Kwet, Diplombiologe und Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT), gibt Tipps für einen sinnvollen Putzplan:
Tägliche Aufgaben für Bartagamen-Halter
- Kot und Futterreste sollten jeden Tag entfernt werden, um Gerüche zu vermeiden.
- Verschmutztes oder abgestandenes Wasser im Trinkgefäß gehört ausgetauscht, damit sich keine gesundheitsgefährdenden Bakterien ausbreiten.
- „Bei der Gelegenheit bietet es sich an, die Bartagamen auf Verletzungen oder sonstige Auffälligkeiten zu überprüfen und sicherzustellen, dass die Technik Temperatur, Licht und Luftfeuchte optimal reguliert. Die Beobachtung der Tiere sollte möglichst täglich erfolgen“, rät Dr. Kwet.
Weitere To-dos im Putzplan
- Wöchentlich sollte man einen Blick auf Klettermöglichkeiten und Felsen werfen, um Verunreinigungen zu entdecken. Oberflächen und Terrariumscheiben lassen sich mit warmem Wasser leicht säubern, Kalkränder mit Essigreiniger entfernen.
- Alle zwei bis drei Monate ist eine Grundreinigung der Dekoration, Verstecke und technischen Geräte dran.
- Einmal jährlich sollte der Bodengrund ausgetauscht werden.
Stress vermeiden während der Reinigung
Bartagamen sind sensible Tiere, die leicht auf Störungen reagieren. Die Reinigung des Terrariums sollte also möglichst stressfrei erfolgen. „Wird nur kurz Kot entfernt oder Wasser ausgetauscht, können und sollten die Tiere währenddessen im Terrarium bleiben“, sagt Dr. Kwet. „Entscheidend ist, dabei die Ruhe zu bewahren, also langsame und gezielte Bewegungen auszuführen, um die Echsen nicht zu erschrecken. Außerdem sollte der Halter seine Bartagamen nicht plötzlich mit hellem Licht blenden.“
Für eine gründliche Reinigung des Terrariums empfiehlt der Experte hingegen, die Tiere in eine sichere Faunabox mit Belüftungsfläche und im Winter mit einer Wärmequelle, etwa einem Heatpack, zu setzen. Im Anschluss an den Hausputz können die Echsen dann wieder behutsam ins Terrarium gesetzt werden. Selbst wenn sie sich daran gewöhnen, bedeutet dieser kurzfristige Umzug immer Stress für die Tiere – entsprechend sollten sie sich in Ruhe von dem Aufruhr erholen können.
Sauberkeit als Schlüssel zu Gesundheit und Wohlbefinden
Eine strukturierte Pflege und regelmäßige Reinigungsroutinen sind wichtig für Bartagamen und andere Terrarienbewohner. Wer die wenigen Minuten täglich und die gründlicheren Reinigungen im wöchentlichen bis mehrmonatigen Rhythmus einhält, schafft ein hygienisches Zuhause, in dem die Tiere aktiv und gesund leben können. Und nicht zuletzt lässt sich ihr Verhalten durch saubere Scheiben auch deutlich besser beobachten.
(Quelle: Pressemitteilung IVH / Beitragsbild: Symbolfoto re)